„Weitsicht, Diplomatie und Menschlichkeit“: Herr Bangert verlässt das Windeck-Gymnasium

Mit einer feierlichen Veranstaltung wurde Bruno Bangert am heutigen Montag, den 16.7.2018, in den Ruhestand verabschiedet. Auch die neue Schulleiterin steht schon fest. Ab dem Schuljahr 2018/19 wird Andrea Körner neue Schulleiterin des Windeck Gymnasiums. 

Mit der Begrüßung der Anwesenden durch Frau Andrea Körner und dem Lied „Sing, Sing, Sing, Sing“ des „Orange Jazz“-Ensembles unter der Leitung von Carmen Kohler und Micha Watta begann die Verabschiedung. Herr Bangert wurde von vielen die Schule betreffenden Personen für seine Leistungen und Verdienste gewürdigt. Frau Anja Bauer, die selbst am Windeck-Gymnasium Abitur gemacht hat und die nun Leiterin der Abteilung Schule und Bildung im Regierungspräsidium in Karlsruhe ist, würdigte Herr Bangert als Menschen, der stets gut mit allen zusammengearbeitet hat. Die Zusammenarbeit war auch ein wichtiger Punkt für die darauf folgende Rede des Bühler Oberbürgermeisters Hubert Schnurr, der Bangert für das vertrauensvolle Miteinander lobte und die Verdienste Bangerts gerade in Bezug auf die neuen Profile des Windeck-Gymnasiums hervorhob. Die Bewerbung für das MINT-Profil und die UNESCO-Schule sowie das bereits feststehende Sport-Profil entstanden auch unter der Leitung Bangerts, der nun nach acht Jahren das Windeck-Gymnasium verlässt, um, wie es vorsichtig hieß, weiter östlich zu ziehen. Leider, so hielt er bei der eigenen Abschlussrede fest, könne er die Schule zwar noch nicht neu saniert verlassen, aber die Entscheidung des Gemeinderats für eine Sanierung des Altbaus ist gerade gefallen. Auch hier hat Bangert sein Möglichstes getan, Spuren zu hinterlassen. Brigitte Neubert, die geschäftsführende Schulleiterin der Bühler Schulen, verdeutlichte, dass die Zusammenarbeit mit Herrn Bangert gerade im Bereich Grundschule sehr gut gewesen sei. Auch sie wünschte alles Gute für den Wechsel in den Ruhestand.

Dass es Bangert ohne die vielfältige Arbeit dennoch nicht langweilig werden wird, da waren sich alle einig. Mehr als einmal wurde betont, dass er nun nicht nur Zeit für seine Kinder und Enkelkinder und nicht zuletzt für seine Frau haben werde, sondern sich auch dem Reisen und seinen vielfältigen anderen Hobbys widmen wird. Die wichtige Rolle seiner Frau als „Managerin eines Mittelständischen Unternehmens“ namens Familie betonte Bangert in seinen Abschlussworten nochmals explizit. Auch wenn es häufig gesagt würde, hätte seine Frau ihm stets „den Rücken freigehalten“, so dass er sich innerhalb der Schule und über diese hinaus engagieren konnte.

Mit Janina Widmann sprach auch eine Vertreterin der SMV. Sie stellte besonders heraus, dass Bruno Bangert immer jemand gewesen ist, der offen für neue Ideen war. Dies sei den Schülern mehr als einmal zu Gute gekommen. Auch die ab dem kommenden Schuljahr neue Schulleiterin Frau Körner betonte dies. Dass ein Jubiläumsjournal und ein Video zum Jubiläum erscheinen konnte, sei zuletzt auch der Offenheit von Herrn Bangert zu verdanken. Sie betonte zudem, dass es nicht zuletzt seine Idee war, das Jahr 2018 als Jubiläumsjahr zu wählen und so die Feierlichkeiten auf zwei Schuljahre zu verteilen. Frau Körner überreichte Herrn Bangert zunächst symbolisch eine Sonderedition des Jubiläumsjournals. In der fertigen Version werden zahlreiche Fotos von den Jubiläumsveranstaltungen eine Erinnerung an eine intensive und schöne Zeit sein.

Mit Frau Dr. Martina Faust (Vorsitzende des Elternbeirats) und Dr. Claudia Wendenburg (Vorsitzende des Fördervereins) stellten zwei weitere wichtige Personen des Windeck-Gymnasiums die Bedeutung von Herr Bangerts wirken heraus, der stets unterstützend und in vertrauensvoller Arbeit gewirkt habe.

Sabine Santo, Oliver Kirsten, Daphne Seither, Jens Brabec und Barbara Becker gaben in kurzen Abschiedsworten zu verstehen, wie sehr sie die Arbeit mit Herrn Bangert geschätzt haben. Und dies auch dann, wenn unterschiedliche Betrachtungsweisen geherrscht hätten. Herr Bangert habe stets hinter den Kollegen gestanden, egal wann und wie dies vonnöten gewesen sei. Herr Brabec erklärte in kurzen Worten, was viele an diesem Tage dachten: „Wir werden sie vermissen!“

Dies stellte auch Regina Leible heraus, die zusammen mit Steffi Maschner und Steffi Hofele das Geschenk der Kolleginnen und Kollegen überreichte: Neben einem Gutschein für einen Restaurantbesuch in der neuen Heimat, ein Kochbuch, in dem die Kolleginnen und Kollegen Rezepte mit persönlichen Worten niedergeschrieben haben. Die Kolleginnen und Kollegen sorgten noch für eine Überraschung, indem sie Rosen hochhielten und ihren Schulleiter hochleben ließen. Danach überbrachte jeder anwesende Kollege Herrn Bangert eine Blume und gab ihm einige persönliche Worte mit auf den Weg.

Der zwischenzeitliche Auftritt des Schüler-Eltern-Lehrer-Chors zeigte einmal mehr, wie vielfältig die Schule ist, an der Herr Bangert nun so viele Jahre mitgewirkt hat. Eine chorische Version von „When I’m 64“ und eine umgeschriebene Version von „My Guy“ sorgten für festliche und auch fröhliche Atmosphäre. Nach den abschließenden Worten des scheidenden Schulleiters, der nochmals allen am Schulleben Beteiligten und insbesondere den Kollegen dankte, sang der Unterstufenchor (Klasse 5c) unter der Leitung von Regina Wittemeier und mit Anke Bayer am Klavier „Good-bye“. Zum Abschluss folgte ein ergreifender Moment: Klatschend und unter Standing Ovations verabschiedeten die Anwesenden den Schulleiter. Bei einem Stehempfang konnten die zahlreichen geladenen Gäste sich noch einmal austauschen und mit Herrn Bangert noch persönliche Worte wechseln.

Das Windeck-Gymnasium verliert einen Schulleiter, der mit Weitsicht, Diplomatie und Menschlichkeit geführt hat. Aber, auch da waren sich alle einig, die neue Schulleiterin Frau Körner ist bereit, die Arbeit im und am Windeck-Gymnasium weiterzuführen. Wir wünschen Herrn Bangert alles Gute, eine wunderbare neue Zeit im Ruhestand, viele schöne Stunden mit der Familie und nicht zuletzt den einen oder anderen Besuch an alter Wirkungsstätte.

Bob Blume

Altpapiersammlung am Freitag und Samstag

Die Altpapiersammlung der SMV ist inzwischen Tradition geworden und wird auch in diesem Jahr wieder durchgeführt werden.

Sie findet in dieser Woche am Freitag, den 13.07.2018 und Samstag, den 14.07.2018 statt.

Der Container steht ab spätestens Freitagvormittag vor der Schule und kann bis Samstag, 14 Uhr, befüllt werden.

Die SMV würde sich sehr freuen, wenn sich alle an der Sammlung beteiligen. Sollten Sie also schon vor Ferienbeginn das Büro etwas aufräumen wollen und quillt ihr Bücherregal ohnehin über, so zögern Sie nicht und bringen Sie mit, was in Ihr Auto passt oder was Sie tragen können. Auch leicht feuchtes Papier und alte, dicke Schinken werden aufgrund des hohen Gewichts sehr gerne genommen!

Wir freuen uns auf eine gelungene und erfolgreiche Sammlung.

Mit besten Grüßen im Namen der SMV,

Franziska Wolf, Oliver Kirsten, und Timo Ullrich

Die Studienfahrt Marseille in Paris…

 …oder: Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limo draus

Marseille ist die älteste Stadt Frankreichs und Kulturhauptstadt Europas 2013 sowie europäische Hauptstadt des Sports 2017. Durch ihre nahe Verbindung zum Orient und gute Verkehrswege nach Norden hat diese Stadt seit langer Zeit eine wichtige Bedeutung in der Seefahrt und dem internationalen Handel.

Am Montagmorgen brachen wir mit Frau Busch und Frau Glas mit dem TGV dorthin auf und verbrachten eine tolle Woche. Nach erstaunlicherweise reibungsloser Fahrt und Besichtigung unserer Zimmer machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Notre Dame de la Garde. Auf dieser beeindruckenden Kirche thront eine elf Meter hohe Marienstatue, die auf alle Menschen in Marseille ein Auge hat. Rückblickend ein weiser Anfang für unsere Studienfahrt. Den gemeinsamen Teil des ersten Abends begannen wir mit der Erkenntnis, dass ein Strand schließen kann, in unserem Fall um 20 Uhr. Demzufolge suchten wir uns ein anderes Plätzchen und fanden dies auf den Stufen des Monuments aux Morts des Armées de l’Afrique. Mit Blick auf’s Meer und einem Apérogenossen wir den Sonnenuntergang. Auch nachts blieb es in Marseille sehr warm und darum schlugen einige von uns ihr Nachtlager auf dem Balkon des Hotels auf.

Der nächste Tag führte uns mit einem Boot auf die Frioul-Inseln, wo wir einige Stunden Zeit hatten, uns die atemberaubende Natur anzuschauen. Außerdem gab es dort eine Ruine zu besichtigen und wir konnten im klaren türkisblauen Meer schwimmen. Nachmittags hatten wir eine französische Führung in dem Künstlerviertel Cours Julien, das für Street Art und seine alternativen Bewohner bekannt ist. Auch an diesem Tag lief nicht alles glatt, Notre Mère de la Garde war wohl anderweitig sehr beschäftigt. Aber immerhin wissen wir jetzt, dass die gelegentliche Benutzung von Sonnencreme durchaus Sinn macht und YouTube-Tutorials so manche Gefahren bergen. Über Details hüllen wir den Mantel des Schweigens.

Am Mittwoch lernten wir bei einer Stadtführung durch den Vieux Porteinen Teil der Geschichte von Marseille kennen, während wir von der kräftigen Sonne gewärmt wurden. Nach einer ziemlich schaukeligen Bootsfahrt auf der Navette, suchten wir den Kanuverleih an der Pointe Rougeund… Und fanden ihn nicht. Der Grund: eine falsche Wegbeschreibung, die uns ziemlich in die Irre führte. Dann kam die Erkenntnis, die Kanus sind noch nicht da, obwohl wir selbst schon einige Zeit zu spät waren. Für die darauffolgende halbe Stunde verließen wir den riesigen Parkplatz und nutzten die kanulose Zeit, um uns in Badeshorts und Bikini zu werfen. Trotz einiger Nassspritz-Attacken während der Tour, hielten wir alle unser Gleichgewicht und kein Boot ist gekentert. Da war unsere Kirchenheilige dann wohl gerade wieder aus dem Mittagsschläfchen aufgewacht.

Das sonnige Wetter änderte sich am Donnerstag zu Regen und passte damit nur semi-optimal zu unserer geplanten Wanderung. Aber zunächst besichtigten wir das Fußballstadion Vélodromedes Vereins Olympique Marseillevon außen. Der Wunsch nach dem Erwerb diverser Fanartikel blieb leider unerfüllt, denn wir standen vor einem wegen Markenwechsel geschlossenen Fanshop, aber für ein Gruppenfoto war der Platz immerhin ideal. Schließlich erreichten wir die Küste von Marseille mit ihren bekannten Meeresbuchten ,den Calanques. Die ohnehin steile und abschüssige Teilstrecke des GR 48 wurde zur Herausforderung, denn die Felsen waren durch den Regen spiegelglatt. Wir waren tapfer, kraxelten und kletterten und hielten getreu dem Motto no risk, no fun bis zur ersten Calanquedurch, wo wir uns mit einem Picknick bei spektakulärer Aussicht aufs Meer belohnten. Unseren letzten gemeinsamen Abend wollten wir mit einem guten Essen beschließen, wir waren schließlich in Frankreich. Bis wir allerdings die Buffets du Vieux Porterreichten, waren wir nass bis auf die Haut (Da hatte es wohl ziemlich Zoff im Himmel gegeben…) Das riesige Buffet mit allerlei Köstlichkeiten schmeckte umso besser.

Am Freitag hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen von der zweitgrößten Stadt Frankreichs. Den Plan „packen und heim“ konnten wir schnell wieder verwerfen, weil die SNCF streikte. Gibt es einen Zug, der uns heute noch nach Hause bringt, das war die große Frage. Es gab ihn und wir fanden uns, Dank vier Stunden Aufenthalt, unerwartet am Eiffelturm in Paris wieder. Wir genossen das Pariser Flair mit seinen typischen Straßenkünstlern mitten im pulsierenden Leben. Um Mitternacht erreichten wir schließlich müde und reich an neuen Erfahrungen den Bahnhof in Straßburg und einige Zeit später auch unser Zuhause.

Insgesamt war diese Studienfahrt nach Marseille ein spitzen Erlebnis und eine tolle gemeinsame Zeit. Wir haben den Charakter dieser alten und doch modernen Hafenstadt kennengelernt und viele neue Eindrücke mit nach Hause gebracht.

Alicia Frank

 

Das größte BBQ aller Zeiten

Als etwa drei Stunden vorm eigentlichen Beginn des diesjährigen Windeck BBQ die Wolken zusammenzogen und sich in einem riesigen Schauer entluden, war das mehr als ein kurzer Schock für die Verantwortlichen. Sollte all die Vorbereitung, all die Organisation, all die Kraft, die die Beteiligten ins Gelingen dieses Jubiläumsfestes gesteckt hatten, umsonst gewesen sein? Aber relativ schnell wurde klar, dass es die Sonne schaffen würde, durch die Wolken zu brechen und das Fest beginnen können würde. Und so wurde es denn ein wunderbares Erlebnis für alle Beteiligten. 

Der gesamte Eingangsbereich und Pausenhof des Windeck-Gymnasiums wurde unter der Leitung von Herrn Ullrich, Frau Wolf und Herrn Kirsten von den vielen Helfern im Kollegium, den 11. Klassen und dem Hausmeisterteam um Herrn Hoch und Herrn Blum in ein riesiges Gelände für das BBQ verwandelt. Im Eingangsbereich konnten Popcorn und Getränke besorgt werden, die man bei den Viertelfinalpartien auf einer großen Leinwand genießen konnte. Im Zwischenbereich wurde das Jubiläumsjournal von den beiden Redakteuren Herrn Stiborsky und Frau Bertele verkauft. Eine große Salattheke bot die Beilagen für das, was man draußen an Grillgut bestellen konnte.

Nachdem man eingetreten war, konnte man sich entscheiden, ob man Wurst und Steak vom Grill oder das etwas abseits gelegene Pulled Pork zu sich nehmen konnte. Kulinarisch waren sich alle einig, dass es ein Gedicht war.

Und so konnten sich alle gestärkt Gesprächen widmen, der Schulband lauschen, verschiedene Tanzperformances genießen oder mit den Kleinen beim Kinderschminken oder dem Kunststand vorbeischauen. Ganz nebenbei präsentierte einer der Organisatoren, Timo Ullrich, auch das Sponsoring der Sparkasse für die neuen Sport-Trikots.

Beim Abbau, dessen Uhrzeit gegen 24 Uhr zeigte, dass das Fest bis in die letzten Minuten genossen wurde, erklärte die stellvertretende Schulleiterin Andrea Körner dann auch, dass es nicht nur „gut gelungen, sondern überragend“ gewesen sei. Da werden die ehemaligen und jetzigen Schüler, die Kolleginnen und Kollegen, die Helfer und Unterstützer – kurz: alle, die da waren, wohl zustimmen.

Sollten Sie sich auf einem der Fotos wiederfinden und mit der Veröffentlichung nicht einverstanden sein, bitten ich Sie, dies an presse@windeck-gymnasium.de zu melden. Das betreffende Bild wird dann entfernt. I.A. Bob Blume, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

 

Emma Bohn: Abiturrede 2018

Im Vorfeld dieser Rede hat man mich mehrmals explizit gebeten, darin doch BITTE nicht so negativ zu sein. Ich finde, das verdeutlicht ziemlich gut, wie geeignet ich mit meinem sonnigen Gemüt doch dafür bin, jetzt gerade hier oben zu stehen. Soll heißen ungefähr so geeignet wie gewisse amerikanische Unternehmer für eine Präsidentschaft. Da jetzt aber in beiden dieser Fälle eine (gelinde gesagt) suboptimale Wahl getroffen wurde, müsst ihr heute Abend trotz dieser anfänglichen Kritik mit mir Vorlieb nehmen. Thematisch bin ich außerdem auch noch ungebunden; von dem her: hätte sich jemand in Deutsch doch nur mehr angestrengt, dann müsste man jetzt nicht mir als Misanthropin vom Dienst freie Hand lassen. Den obligatorischen sentimentalen Rückblick auf die letzten zwei Jahre überlasse ich folglich doch lieber Rednern, deren Gehirn tendenziell mehr Serotonin produziert als meines. Stattdessen möchte ich die folgenden 10 Minuten nutzen, um über Dinge zu sprechen, die meiner Meinung nach für uns als Abiturienten in Zukunft wichtig sein werden, auch wenn die folgende Thematik- oder vielmehr Problematik – alles andere als rosig ist. Ich verspreche, es endet in einer positiven Note!

Wir werden jetzt in eine Welt entlassen, die uns vorgaukelt, für nichts mehr einstehen zu müssen. Deutschland ist schließlich ein fortschrittliches Land, heißt es ja, anderswo ergehe es den Menschen viel schlechter. Frauen sind seit 1958 im Grundgesetz nach Artikel 3, Absatz 2 gleichberechtigt, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare haben wir auch endlich durchgeboxt bekommen und Flüchtlinge nehmen wir zähneknirschend auf. Aber nur, weil wir auf einem guten Kurs sind, bedeutet das nicht, dass wir uns jetzt entspannt zurücklehnen können.

Denn wir tragen Verantwortung. Zugegebenermaßen muss hier keine Frau mehr ihren BH als Zeichen des Protests verbrennen, aber das heißt noch lange nicht, dass Sexismus ein Ding der Vergangenheit ist. Denn solange es immer noch eine Lohnlücke von 21% gibt und meiner 12-jährigen Schwester bei 30 Grad im Schatten von der Schule aus verboten wird, kurze Hosen zu tragen, gibt es keinen Grund zur Passivität. Solange das Wort Nein im Vokabular aufdringlicher Typen immer noch fehlt und man Frauen in hohen Führungspositionen vergeblich sucht, sollten wir uns noch nicht zufrieden geben.

Aber bevor die Herren der Schöpfung sich jetzt angegriffen fühlen: Sexismus diskriminiert nicht – zumindest nicht bei der Auswahl seiner Betroffenen; er propagiert beidseitig überholte Stereotypen. Auch ihr habt immer noch unter der verfahrenen Vorstellung, was denn nun ein „echter Mann“ wäre, zu leiden. Denn für „echte Männer“ sind Emotionen tabu, dafür aber ein Six-Pack absolutes Muss und „schwul“ ein vollkommen akzeptables Schimpfwort. Das schränkt nicht nur stark Interessen und Individualität ein, sondern führt im schlimmsten Fall sogar dazu, dass beispielsweise männliche Opfer von häuslicher Gewalt aus Scham davor zurückschrecken, sich Hilfe zu suchen.

Zu einem gewissen Grad liegt es deshalb an uns, mit gutem Beispiel voranzugehen, indem wir uns von Chauvinismus nicht beeindrucken lassen, veralteter Rollenverteilung den Kampf ansagen und insbesondere wir Abiturientinnen uns im Berufsleben von nichts und niemandem aufhalten lassen.

Doch das wird sicher nicht die einzige Ungerechtigkeit sein, der wir in Zukunft begegnen werden. Denn so sehr wir uns auch verwundert darüber zeigen, wie in den USA ein Präsident gewählt werden konnte, der unter anderem eine Mauer zu Mexiko bauen will und sämtliche afrikanische Staaten „Arschloch Länder“ nennt; unser politisches Klima ist momentan auch nicht der Inbegriff von Toleranz. Auch wir haben zugelassen, dass eine Partei wie die AfD im Westen zur drittstärksten Kraft gewählt wurde, im ostdeutschen Raum sogar teilweise zur stärksten Kraft. Eine Partei, die zwar konstant verneint, rassistisch zu sein, deren Mitglieder aber trotzdem Äußerungen wie „Dem Flüchtling ist es doch egal, (…), an welcher Grenze er stirbt“ und „Von der NPD unterscheiden wir uns (…) durch unser bürgerliches Unterstützungsfeld, nicht so sehr durch Inhalte.“ zum Besten geben. Eine Partei, die die Flüchtlingskrise instrumentalisiert hat, um die Ängste der Bevölkerung zu schüren und sich so Wählerstimmen abzugreifen. Aber als ob das nicht schon schlimm genug wäre, müssen dank der zunehmenden Terrorgefahr jetzt auch noch sämtliche Muslime als Sündenbock und somit Zielscheibe rassistischer Übergriffe herhalten. Deshalb sollte jeder einzelne von uns Abiturienten, besonders jetzt, da die meisten von uns volljährig geworden sind, sein Recht auf politische Partizipation nutzen und dazu beitragen, dass Rassismus nicht die Oberhand gewinnt.

Glücklicherweise sind wir auch hier vom Windeck geprägt worden, da uns durch Initiativen wie „Windeck Weltoffen“ sowie unser Motto „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bereits Toleranz und kulturelle Vielfalt als wichtige Werte gesellschaftlichen Zusammenlebens mit auf den Weg gegeben wurden.

Denn wenn wir uns aktiv um mehr Akzeptanz und Respekt bemühen, profitieren wir auch selbst davon. Natürlich wird man hier und dort mit einem genervten Augenrollen und Kommentaren a la „Seit wann bist du denn so ein linksversiffter Gutmensch?“ bedacht, aber das ist immer noch besser, als an veralteten Vorurteilen festzuhalten. Wenn wir nämlich anderen Menschen persönliche Freiheiten eingestehen, kommen wir auch selbst in den Genuss davon. Und manche dieser Freiheiten müssen sogar immer noch erkämpft werden. Man denke beispielsweise an die Belange der LGBT-Gemeinde; so wurden gleichgeschlechtlichen Paaren erst im Oktober vergangenen Jahres das Recht auf eine standesamtliche Eheschließung zugestanden. Da könnte man sich doch jetzt denken: schön und gut, Fall geklärt, oder? Noch lange nicht, denn Kinder adoptieren dürfen sie immer noch nicht. Immerhin wäre es ja schädlich für die Kinder, ohne Vater beziehungsweise Mutter aufzuwachsen, und Opfer von Mobbing wären sie damit automatisch, so argumentieren zumindest homophobe Idioten. Und da wir in Biologie gelernt haben, dass wir nicht zur Klasse der Wirbellosen gehören, sollte man sich an diesem Punkt nicht rückgratlos zurücklehnen, sondern für andere einstehen auch wenn man nicht direkt betroffen ist. Denn wir können in Zukunft mit solchen Vorurteilen aufräumen und entgegnen, dass man vielleicht eher seinen Kindern beibringen sollte, andere nicht aufgrund ihrer familiären Verhältnisse zu mobben, anstatt Waisen die Chance auf eine liebevolle Familie zu nehmen. So vieles wird in unserer Gesellschaft totgeschwiegen oder stigmatisiert, sodass Menschen anfangen, sich wegen Eigenschaften, für die sie nichts können, zu schämen. Was tangiert es Außenstehende, welche sexuelle Orientierung man hat, mit welchem Geschlecht man sich identifiziert oder welcher Religion man angehört? Und warum werden Menschen mit psychischen Problemen immer noch als gefährliche Freaks wahrgenommen? Niemand beschwert sich, wenn man wegen eines gebrochenen Beins zum Arzt geht; besucht man aber einen Therapeuten, wird man sofort schräg angeschaut. Man muss Phrasen wie „Das ist alles nur in deinem Kopf“ über sich ergehen lassen und für diese „Aufbauenden Worte“ auch noch dankbar sein, anstatt zu antworten: „Ja natürlich, wo denn sonst? In meiner Niere oder was?“. Und dann gibt es da noch Menschen, die sich das Recht nehmen, über die Körper und das Aussehen ihrer Mitmenschen zu urteilen und ein unrealistisches Ideal in den Medien zu propagieren. Deshalb nimmt die Zahl der an Esstörungen Erkrankten in Deutschland immer weiter zu. So abgedroschen es auch klingt, sollten wir also andere so akzeptieren, wie sie sind. Wenn wir gemeinsam auf ein humaneres Miteinander hinarbeiten, können wir uns auch selbst ungestört weiter entwickeln. Ich bin der festen Meinung, dass wir dazu im Stande sind, da ich unsere Stufe in den vergangenen Jahren und besonders rückblickend auf die Abivorbereitung als eine Gruppe erlebt habe, die sich gegenseitig unterstützt und den Rücken stärkt. Während unserer schulischen Laufbahn haben wir gelernt, dass wir viel weiterkommen, wenn wir uns gegenseitig aufbauen anstatt andere als Konkurrenten zu sehen und ich finde, dass ist uns auch übertragen aufs alltägliche Miteinander gut gelungen. An dieser Menschlichkeit sollten wir in Zukunft festhalten, denn wenn man ganze Gruppen von Anfang an als Feindbild sieht, bleibt der eigene Horizont auch dementsprechend beschränkt.

Von vielen Menschen wird man als Reaktion auf den Aufruf, ein Minimum an Empathie an den Tag zu legen angeschaut, als hätte man sie soeben darum gebeten, das Unmögliche möglich zu machen. Dann wird man nämlich automatisch als der verhasste Moralapostel abgestempelt, der allen den Spaß verdirbt und sich für etwas besseres hält als alle anderen. Genau diesen falschen Ruf können wir meiner Meinung nach ändern. Sich für soziale Gerechtigkeit stark zu machen heißt nicht, keine Satire mehr durchgehen zu lassen und jedem, der sich jemals auch nur eine unangebrachte Äußerung erlaubt hat, mit Fackeln und Mistgabeln nachzustellen. Stattdessen geht es doch vielmehr darum, konstruktiv über Probleme aufzuklären und andere zum Umdenken zu bewegen. Und wenn wir eines in unserer Schulzeit gelernt haben, dann doch, wie man mit anderen in einen Dialog tritt und dabei auch wirklich miteinander kommuniziert. Obendrein haben wir mittlerweile, denke ich, genug Erörterungen geschrieben, um überzeugend und strukturiert argumentieren zu können.

Sich solcher Misstände bewusst zu machen und vor allem, sie nicht blindlings hinzunehmen, finde ich also nicht „zu negativ“, sondern geradezu zwingend notwendig, um selbst Positives bewirken zu können. Seine Augen nicht vor Ungerechtigkeiten zu verschließen und kritisch zu denken wird meiner Meinung nach immer mehr zu der Aufgabe unserer Generation. Abschließend möchte ich also niemanden zwingen, gleich zu Mutter Teresa 2.0 zu werden, sondern einfach, dass wir uns für andere und das, was wir glauben, stark machen. Bildet euch stets eure eigene Meinung und schließt aber gleichzeitig andere nicht von der Diskussion aus! Kämpft dafür, dass unser Miteinander auch zukünftig von mehr Toleranz und Vielfalt geprägt wird! Denn schon Henry Rollins sagte: „Du erkennst immer das Zeichen eines Feiglings. Ein Feigling versteckt sich hinter Freiheit. Ein mutiger Mensch steht vor der Freiheit und verteidigt sie für andere.“

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit sowie die Ehre, den Scheffelpreis zu erhalten und wünsche allen weiterhin schöne Feierlichkeiten.

Emma Bohn

Wölfe am Windeck

„Also, ein bisschen mulmig ist mir da schon!“ Jessica von der Gruppe der Waldrandbewohner machte ihrem Herzen ganz ehrlich Luft. Im Biosaal des Windeck-Gymnasiums schauten nämlich an diesem Tag im 4st Biokurs bei Barbara Becker zwei Wölfe mit ihren Jungen vorbei.

Glücklicherweise waren die Tiere aus Pappe und sicher begleitet von Martin Hauser, dem Wolfsbeauftragten des Landkreises Rastatt. Schnell teilten sich im Kurs nach Interessenlage die Meinungen: Je nachdem ob man zu den „Naturschützern“, den „Menschen, die sich gern in der Natur aufhalten“, den Touristen, Jägern oder eben den Waldrandbewohnern gehörte stellten sich die Einschätzungen zur Rückkehr des Wolfes in Baden-Württemberg sehr unterschiedlich dar. Es zeigte sich schnell, dass ein 19 köpfiger Biokurs in einer solchen Frage ein Spiegel der umgebenden Gesellschaft ist. Mit großer Offenheit und noch mehr Sachkenntnis ging Hauser allen Fragen und Ängsten nach. „Was war da los in Wildbad? So viele tote Schafe – dieser Wolf ist doch verhaltensgestört.“ Das Gegenteil ist der Fall: Manche Beutegreifer arbeiten bei der Jagd ein regelrechtes Verhaltensprogramm ab, bei dem eine Phase erst dann folgen kann, wenn die andere beendet ist. Und bei einem derartigen „Surplus killing“ findet der Angreifer nicht aus dem Jagd- und Tötungsverhalten heraus, weil es immer neu angeregt wird. „Dasselbe macht ein Fuchs im Hühnerstall“ erläuterte der erfahrene Förster und Jäger Hauser. „Klar, in der Natur würden die anderen Tiere weglaufen, aber genau das können sie ja wegen des Zaunes nicht!“ Luca hat das Problem klar erkannt und fragte sich jetzt: „Wie kann man das verhindern?“ Hauser beschrieb ausführlich die nun absolut notwendige Ausstattung mit wolfsicheren Zäunen: „ Wir dürfen einem Wolf keinesfalls beibringen, dass er hier leichte Beute findet.“ Und dass dies eine große (und teure!) Umstellung für alle Halter von Weidetieren darstellt verstand der Kurs sofort. „Wie ist das mit Hunden? Da gibt´s doch so spezielle Rassen – oder?“ Einzelne hatten natürlich schon von Herdenschutzhunden gehört und wussten, dass diese Tiere in manchen Ländern Europas schon immer in der Schaf- und Ziegenhaltung Standard waren: „Da kann und sollte man von Rumänien lernen!“ Hauser stimmte klar zu,  wies aber auch darauf hin, dass die Haltung und Abrichtung dieser Tiere nicht einfach sind und sich erst ab einer gewissen Herdengröße lohnen. „ Gut – wir müssen uns umstellen, ganz klar. Aber das können wir auch – ich finde es gut, dass der Wolf zu uns zurückkehrt, er gehört in unseren Wäldern dazu!“ Sarah ist sich da ganz sicher. Und ihre Meinung teilten bei der Abstimmung am Schluss fast 90% des Kurses – auch wenn der Wolf in den gängigen Märchen und Sprichworten eher der Übeltäter schlechthin ist. Allerdings sagt man in Russland: „Wo der Wolf jagt wächst der Wald!“ Und das gefällt auch den Waldrandbewohnern wie Jessica.

NWT Exkursion

Am 16. Mai 2018 machten alle NwT- Schüler der Klassenstufe 9 einen Ausflug zum „Haus der Astronomie“ in Heidelberg. Als wir nach der zweistündigen Busfahrt dort ankamen, waren wir nicht wenig erstaunt, als wir das sonderbar konstruierte Haus vor uns sahen. Nachdem wir uns in dem Empfangsflur versammelt hatten, wurden unsere Klassen 9a, 9b und ein Teil der 9c in drei gemischte Gruppen eingeteilt. Anschließend ging es los mit den Workshops, wovon es insgesamt drei gab.

Bei einem der Workshops wurde man über die Anlage zu der alten Sternwarte geführt. Dort sahen wir ein 118 Jahre altes Teleskop, welches von einer gewissen Frau Bruce 1900 gestiftet wurde. Mit diesem Teleskop wurden Asteroiden und Kometen beobachtet – insgesamt 800 verschiedene Asteroiden! Dieser hintere Teil der Anlage mit sechs weiteren kleineren Sternwarten feiert dieses Jahr sein 120 jähriges Jubiläum.

Anschließend bekamen wir eine Führung durch unser Sonnensystem, denn die Planeten sind maßstabsgetreu auf dem gesamten Gelände verteilt.

Danach ging es zum nächsten Workshop, bei dem wir uns mit der Infrarotstrahlung beschäftigten. Bei einer kurzen Powerpointpräsentation als Einleitung, lernten wir vieles über die Infrarotstrahlung und ihre Einsatzmöglichkeiten. Besonders interessant waren die Bilder unserer Galaxie, die mit Infrarot bearbeitet wurden. Anschließend durften wir selbst einige Versuche mit Infrarotkameras und MIR-Strahlung durchführen. Somit fanden wir z.B. heraus, wie gut verschiedene Stoffe Infrarotstrahlung absorbieren.

Der letzte und für viele auch der beste Workshop war eine kleine Reise durch unser Universum. In einem Planetarium sahen wir uns auf der großen kugelförmigen Leinwand die Planeten und Sterne unseres Sonnensystems genauer an. Das besondere an diesem Planetarium war, dass es mit mehreren Beamern betrieben wurde und wir somit auch außerhalb unserer Galaxie reisen konnten. Das fanden alle sehr faszinierend.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Ausflug ins „Haus der Astronomie“ ein sehr interessanter und informativer Ausflug war, bei dem wir alle viel lernen konnten.

 

Hannah Brehm

„Sensorik macht Schule“ – Spaß am naturwissenschaftlichen Arbeiten

Pilotprojekt zwischen der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Karlsruhe und dem Windeck-Gymnasium Bühl

Konzentriert sitzen die Mädchen und Jungs der 9a des Windeck-Gymnasiums Bühl (WGB) im Praktikum des Profilfachs Naturwissenschaft und Technik (NwT) an ihren Experimenten. Sie berechnen und messen die Leitfähigkeit verschiedener Drähte, bauen Widerstände in Parallel- und Reihenschaltungen ein und lernen, dass ein kleinerer Querschnitt eines Drahtes einen höheren Widerstand bedeutet. Doch auch Temperaturänderungen führen zu einem geänderten Widerstand, was zur Temperaturmessung genutzt werden kann. Damit experimentieren die Schüler des WGB.

„Die jungen Leute sind gerade bei den Vorarbeiten zu dem kürzlich gestarteten Projekt „Temperatursensorik“, das mit Unterstützung durch ein Sensorikteam der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik (EIT) an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft angelaufen ist.“ Carmen Kohler und Marc Stengel sind Lehrer für Mathematik, Physik und NwT und unterrichten in diesem Schuljahr 58 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen. Sie gehören zu dem Team, bestehend aus vier Lehrerinnen und Lehrern des WGB sowie einer Gruppe aus Professoren, Ingenieuren und Studierenden der Fakultät EIT, welches das Projekt „Sensorik macht Schule“ Ende 2017 ins Leben gerufen hat. Das ist aber erst der Anfang der Zusammenarbeit: Das Windeck-Gymnasium wird auf dem Gebiet „Sensor- und Informationstechnik“ einen Schwerpunkt im Fach NwT anbieten.

Mit dem neuen Bildungsplan, der 2020 in Klasse 9 eingeführt wird, sollen die Themengebiete „Elektrik/Elektronik“ und „Informatik“ im NwT-Unterricht behandelt werden. Demnach sollen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise Algorithmen für zeit- und sensorgesteuerte Prozesse entwickeln, beschreiben und darstellen sowie elektrische oder elektronische Schaltungen realisieren und ihre Funktionsfähigkeit untersuchen. Deshalb wurde diese Kooperation mit der Fakultät für EIT geschlossen, deren Institut für Sensor- und Informationssysteme (ISIS) mit dem nötigen Fachwissen tatkräftig unterstützt.

Seit Januar 2018 wird das Projekt „Temperatursensorik“ in den drei NwT-Klassen der Jahrgangsstufe 9 des WGB umgesetzt. Dazu hat der Sensorik-Student Sebastian Kromer während seines Praxissemesters am ISIS Temperatursensoren mit Platin-Mikrostrukturen auf Keramikchips entworfen und hergestellt. Diese Chips wurden mit Kontakten versehen und mit einer Kapsel aus Epoxidharz luft- und wasserdicht umschlossen. Damit können die Schüler verschiedene Messungen und Versuche durchführen. Nach Kalibrierung des Sensors können die Messungen mittels eines Mikrocontrollers ausgewertet und die Temperatur angezeigt werden – so das Ziel des Lehrprojektes. Zum Aufbau der Messtechnik in Hard- und Software hat das ISIS Beispiele für das WGB bereitgestellt. Die Schüler und Schülerinnen lernen das Zusammenspiel von Mess- und Informationstechnik in einem intelligenten Sensorsystem kennen und können in der Programmiersprache C selbst das Auswerten der Sensorsignale verstehen und üben.

„Angefangen haben wir im Januar mit dem Programmieren, jetzt geht es schrittweise weiter mit Versuchen bis zur Messung und Auswertung mit dem Sensor“, erklärt Carmen Kohler. „Die Schüler sind mit Neugierde und Begeisterung dabei, sie lernen und verstehen die physikalischen Gesetze viel einfacher und besser, wenn sie selbst aktiv an den Versuchen arbeiten und diese verändern können. Und auch das Programmieren hat für sie keinen Schrecken mehr.“ Der Zugang zu den Naturwissenschaften und technischen Zusammenhängen werde auf diese Weise erlebbar, findet die Lehrerin.

„Sensor- und Informationstechnik ist weltweit eine der wichtigsten, wegweisenden technologischen Entwicklungen der letzten zehn Jahre mit herausragender Bedeutung für die deutsche Wirtschaft“, erklärt Professor Dr. Heinz Kohler, Sprecher des ISIS. „Sie ist ein junges, interdisziplinäres Lehrgebiet, das auf den klassischen Bereichen Physik, Chemie, Mathematik, Elektrotechnik und Informatik basiert.“ Marc Stengel, Abteilungsleiter für MINT (Mathematik Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ergänzt: „Mit dem Pilotprojekt ist es nicht nur gelungen, den neuen Bildungsplan bereits drei Jahre zuvor zu bedienen, sondern auch für Schüler der Klasse 9 eine interessante und zukunftsweisende Perspektive aufzuzeigen“.

Professor Dr. Harald Sehr, Leiter der Studienrichtungen Sensorik und Umweltmesstechnik an der Fakultät EIT, beschreibt die Motivation des Sensorik-Teams: „Es sind sowohl naturwissenschaftliche als auch elektrotechnische Inhalte gefragt, um ein Sensorsystem entwickeln zu können – angefangen vom Sensorelement über die Signalverarbeitung bis hin zur Anzeige des Messwerts. Diese Faszination, die vielfältigen technischen Systeme vom Auto bis zum Smartphone mittels Sensorik mit Intelligenz auszustatten, wollen wir den Schülern vermitteln.“

Straßburg-AG zu Besuch am collège Foch Teil II

Nachdem vor einigen Wochen die Siebtklässler in Straßburg bei ihren Austauschpartnern zu Besuch waren, waren nun unsere Sechstklässler an der Reihe. Auch dieses Mal strahlte die Sonne von einem wolkenlosen, blauen Himmel und so stand einer ausführlichen Rallye im Viertel der Schule und einem Picknick am Place de la République nichts im Wege. Die Aufgaben der Rallye waren teilweise in französischer, teilweise in deutscher Sprache gestellt und waren deshalb nur im Team zu lösen und so wurde automatisch viel kommuniziert.

Nach einem schönen Tag in Straßburg verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler nun fürs Erste, denn im Herbst ist bereits die nächste Schülerbegegnung geplant.