Unfassbare Zufälle – Prof. Dr. Schimmel über Urknall, Entfernungen und die Welt

Unfassbar! Das fasst, im wörtlichen Sinne, den Vortrag von Prof. Dr. Schimmel zusammen, der beim astronomischen Abend die Gäste auf eine Reise von der Welt zur Galaxie und zurück schickte. 

Der astronomische Abend stand in diesem Jahr unter einem ganz besonderen Stern: Das Jubiläum unserer Schule war auch bei dieser Angelegenheit gegenwärtig. So freute es alle Beteiligten besonders, dass sie Professor Dr. Thomas Schimmel vom Institut für Angewandte Physik an der Universität Karlsruhe – KIT zuhören und zusammen mit den Bühler Sternguckern den Himmel betrachten konnten. Der Vortrag von Herrn Schimmel beschäftigte sich mit den fundamentalen Fragen des Universums.

Gebannte Zuhörer konnten von den Grenzen des Vorstellungsvermögens hören, von den Grenzen des Universums und von den Regeln der Natur, nach denen das Universum funktioniert und funktionierte, lange bevor es den Menschen gab. Die Leitfragen des Vortrags waren jene, die schon Einstein und Stephen Hawking faszinierte: Warum lauten die Gesetze der Natur so, wie sie lauten? Gab es jemanden, der dem Universum das Licht eingebaut hat? Oder anders: Woher kommen denn diese Gesetze, nach den allen funktioniert? Denn letztlich ist es dieser Code, nach denen alles funktioniert. Letztlich deuten schon diese Fragen auf eine Schlussfolgerung, die schon der berühmte Physiker Max Planck zog: „Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern ergänzen und bedingen einander.“

Obwohl der stets lebendig und leidenschaftlich vortragende Prof. Schimmel dafür sorgte, dass man als Nicht-Physiker die Ausführungen verstehen konnte, waren die Zahlen und Vergleiche oftmals so unglaublich, dass man sie einfach hinnehmen musste. So haben die Menschen zwar faszinierende Technik – das Hubble-Teleskop kann ein Glühwürmchen in 16.000 Kilometer Entfernung sehen. Jedoch bedeutet dies nur, dass wir besser nachvollziehen können, wie klein, wie unscheinbar die Welt und wie unfassbar groß das Universum ist. So können wir in Galaxien schauen, zu denen das Licht 10.000 Millionen Jahre braucht, wenn es 300.000 Kilometer pro Sekunde zurücklegt. Wenn das Licht der nächsten Galaxie ankommt, wird die Menschheit also schon nicht mehr existieren.

Insofern müssen wir uns auch nicht fürchten, obwohl unsere Milchstraße und der Andromeda-Nebel sich auf Kollisionskurs befinden. Die Explosion wird zwar keiner überleben, aber das Ereignis noch etwa ein bis zwei Milliarden Jahre entfernt. 
In dem Vortrag von Prof. Schimmel, der auch für Nicht-Physiker nachvollziehbar und inspirierend war, gab es eine Fülle solcher unglaublicher Beispiele, die Zuhörerinnen und Zuhörer gleichermaßen schmunzeln und nachdenken ließen. 

So ist beispielsweise nachgewiesen, dass der Urknall nicht nur ein unglaublich lange zurückliegendes Ereignis ist, sondern dass wir uns quasi darin befinden. 400 Lichtquanten des ersten Lichts befinden sich in jedem Kubikzentimeter des gesamten Universums.

Auf der anderen Seite ist das Fassungsvermögen selbst der intelligentesten Menschen beim Urknall am Ende. Hinter einen bestimmten Punkt, nämlich 1 Sekunde hoch minus 43, kann man nicht mehr schauen. Was dahinter liegt, ist die Erschaffung von allem. Wir können jedoch nur die Spuren erahnen, wie Prof. Schimmel sagte, gleich einer Ameise, die nach einem Menschen sucht, auf ihm herumklettert, aber eben nur Haut sieht, niemals den ganzen Menschen.

Kein Wunder also, dass viele Wissenschaftler und unter ihnen Physiker gottgläubig sind. So nannte der 2006 mit dem Physik-Nobelpreis geehrte George S. Smoot, der die Eigenschaften des ersten Lichts des Universums untersucht hatte, in einer berühmt gewordenen Pressekonferenz seinen Fund „Das Angesicht Gottes“.

Der kleine Mensch auf der kleinen Welt in der kleinen Milchstraße in der kleinen Galaxie zwischen Millionen Galaxien als derjenige, der erwählt wurde, ein Leben zu leben? Nach Prof. Schimmel jedenfalls insofern vorstellbar, als dass jede andere Erklärung noch viel weniger vorstellbar ist. Nach der Beantwortung einiger weiterer Fragen, bei denen man merkte, dass viele neue Gedanken angestoßen wurden und nachdem unsere Schulleiterin Frau Körner den Gast verabschiedet hatte, konnten noch einige Gespräche geführt werden. Sodann verabschiedeten sich die Gäste dieses faszinierenden Abends in die Nacht. Und vielleicht kamen sich einige dabei unglaublich klein vor – aber doch geborgen.

Besuch vom France-Mobil

Marktplatz der Berufe am Freitag, den 16. November 2018

Die Leitperspektive Berufliche Orientierung des neuen Bildungsplanes weist der Berufs- und Studienorientierung einen deutlich größeren Stellenwert als zuvor zu, was wir alle sehr begrüßen. Mit unserem Ansatz, am Ende der Mittelstufe, als wichtige Gelenkstelle, unsere Schülerinnen und Schüler so frühzeitig wir möglich mit fundierten Informationen zu versorgen, gehen wir dabei sicherlich neue Wege, da es bei unserem Konzept zu einer Kooperation der weiterführenden Schulen (Gewerbeschule, Handelslehranstalt und Windeck-Gymnasium) am Schulort Bühl kommt.

Beim Marktplatz der Berufe erhalten alle Schülerinnen und Schülern der Eingangsklassen bzw. der 10-ten Klassen „aus erster Hand“ einen sowohl umfangreichen als auch detaillierten Einblick in die verschiedensten Berufe.

Auf Elterninitiative hin ist es uns im Vorjahr erstmals gelungen, mit dem Marktplatz der Berufe eine Informationsveranstaltung auf die Beine zu stellen, bei der die Schülerinnen und Schüler ganz konkrete Einblicke in den Berufsalltag erhalten. Es ist eben doch von Relevanz, wenn junge Menschen einer Physiotherapeutin, einem Maschinenbauingenieur, einer Juristin oder einem Architekten Fragen zum Berufsalltag stellen und unmittelbar erfahren können, wie sich das Berufsbild in den letzten Jahren entwickelt bzw. welche Veränderungen der Beruf beispielsweise durch die Digitalisierung erfahren hat.

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern war sehr positiv. Viele Schüler waren überrascht, wie faszinierend auch gerade manche vermeintlich klischeebehafteten Berufe sind oder auch wie facettenreich Berufe sein können, unter denen man sich zunächst nur wenig vorstellen kann.

Es werden am 16. November ca. 25 Berufe/Berufsfelder durch Eltern in einer ganztägigen Veranstaltung vorgestellt werden können. Die Anmeldung wird um die Herbstferien stattfinden, eine umfassende Eltern/Schülerinformation erfolgte an den Elternabenden bzw. direkt in den Klassen.

Beim Bühler Studieninformationstag am Technischen Gymnasium/Gewerbeschule Bühl erhalten alle Schülerinnen und Schüler der Berufskollegs sowie der gymnasialen J1-Stufen vielfältige Angebote zur Berufs- und Studienplatzwahl. An Messeständen und im Rahmen von zwei Vortragsrunden werden sie über die vielfältigen Wege zu ihrem Traumberuf informiert und können alle ihre Fragen den Vertretern der Hochschulen, Institutionen und Betrieben stellen. Weitere Informationen zum Bühler Studieninformationstag  finden Sie hier.

Festwochenende zum 125-jährigen Jubiläum des Windeck-Gymnasiums

Nun ist es bald soweit. Die geladenen Gäste, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und natürlich die Schüler können sich auf den krönenden Abschluss der Jahresfeier zum 125-jährigen Bestehen des Windeck-Gymnasiums freuen. Es können spektakuläre Aufnahmen, interessante Reden und leckeres Essen erwartet werden. An dieser Stelle erhalten Sie einen Überblick über das geplante Programm. Wir freuen uns auf Sie!

Festwochenende zum 125-jährigen Jubiläum des Windeck-Gymnasiums

Astronomischer Abend, 16.November 2018

Festakt, 17. November 2018

Das Festwochenende wird am Freitagabend mit dem Astronomischen Abend eröffnet.

18.30 Öffnung der Schul-Sternwarte

19.30 Vortrag in der Mensa von Prof. Dr. rer. nat. Thomas Schimmel (KIT)

21.00 Austausch mit Bühler Sterngucker e.V., Besuch der Sternwarte

Ganz besonders freuen wir uns, dass wir zum zweiten Mal Prof. Schimmel von der Universität Karlsruhe (KIT)  für einen erfrischenden Vortrag gewinnen konnten, in welchem er mit uns in leicht nachvollziehbarer Weise eine Reise vom Innersten der Atome bis an die Grenzen des Universums, vom Beginn der Zeit über das Woher und Wohin bis zur Gottesfrage unternehmen wird.

Rund um den Vortrag bietet die Klasse 6a manche Leckerei und Getränke zur Stärkung an.

Begleitet wird der astronomische Abend auf bewährte Weise vom Verein Bühler Sterngucker e.V., die im Vortragssaal mit verschiedenen Teleskopen aufwarten, ergänzt durch das Angebot an wertvollen Informationen und Beratung zur Technik, Anschaffung und wunderbare Astrofotos, die man als Laie machen kann.

Sowohl vor als auch nach dem Vortrag kann die Sternwarte besucht werden und vielleicht erlaubt das Wetter auch einen Blick ins All.

Am Samstag findet der Höhepunkt und zugleich der Abschluss der Veranstaltungen in unserem Jubiläumsjahr statt.

Ein vielfältiges Programm erwartet unsere Gäste:

Nach einem Sektempfang um 17:00 Uhr im Foyer der Mensa leiten unsere Moderatoren Dr. Sven Lembke und Dr. Mario Seiler durch den Festakt:

Eine dreigeteilte Gesprächsrunde wird durch musikalische und sportliche Darbietungen von Schülerinnen und Schülern umrahmt.

Den Höhepunkt des Festaktes bildet die Festrede von Rüdiger Barth, einem Autoren und Journalisten (u.a. Mitglied der Chefredaktion des „Stern“) und ehemaligen Windeckschüler (Jahrgang 1991).

Im Anschluss an den Festakt besteht die Möglichkeit zum gemütlichen Zusammensein in der Mensa.

Für das leibliche Wohl ist durch den Foodtruck des Badischen Hofs in Bühl (#heimat-Bus) gesorgt. Die Speisekarte finden Sie hier.

Die Schülerinnen und Schüler des Melrose-Autausches versorgen Sie gerne mit Getränken.

Außerdem besteht die Möglichkeit zu individuellen Schulführungen durch Kolleginnen und Kollegen.

Wir freuen uns auf unsere Gäste!

Speisekarte

Gruselparty im Windeck-Gymnasium am 23.11.

An alle Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 8. Klasse!
Wir laden euch herzlich zur diesjährigen Gruselparty am Freitag, den 23.11, in der Mensa ein.
Von 18-22 Uhr erwarten euch zahlreiche gruselige, aber auch lustige Spiele.
Neben schrecklich gutem Essen für wenig Geld und schauriger Musik könnt ihr mit einem besonders gruseligem Kostüm fantastische Preise gewinnen.
Wer verkleidet kommt zahlt 1€, ohne Kostüm 2€.
Wir freuen uns auf eine schaurige Party mit euch!

Eure SMV
Lara Horcher&Jette Jaberg

Heureka, die zweite

Gedenken an das Pogrom vom 9.November 1938

Genau 80 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen des Novemberpogroms, bei dem deutschlandweit jüdische Geschäfte zerstört, Synagogen in Brand gesetzt und jüdische Menschen angegriffen, verletzt und erfordert wurden, fand in Bühl in Gedenken an die Opfer dieser unmenschlichen Aktionen statt. Nachdem der Bürgermeister der Stadt Bühl, Hubert Schnurr in einer Rede die Wichtigkeit eines gemeinsamen Gedenkens hervorhob, trugen Schülerinnen und Schüler des Windeck-Gymnasiums in einer bewegenden Rede die Ereignisse rund um den Bühler Synagogenbrand vor. Diese findet sich an dieser Stelle zum Nachlesen. 

2015
Chor: Enzkreis, Rems-Murr-Kreis, Main-Tauber-Kreis, Landkreis Lörrach, Bodenseekreis, Ostalbkreis

Vor 80 Jahren im November

Der Volkszorn gibt ein Schauspiel,
die Reichspogromnacht in Bühl

Es war schon sehr kalt gegen Mitternacht. Am Tag, am 9. November 1938, hatte die Temperatur zwischen 7 und 11 Grad geschwankt.
Ob in der Gartenstraße, in der Wohnung des Kreisleiters der NSDAP in Bühl, oder ob in der Eisenbahnstraße, in den Amtsräumen der Kreisleitung – Anschluss Nr. 748 – das Telefon klingelte, ist nicht mehr festzustellen.
Auch in Achern wurde jemand an den Apparat gerufen, der Führer des SA-Sturmes 13/111. Als er hörte, um was es ging, zog er vor, krank im Bett zu liegen.

Verlangt wurde, wie an vielen Orten in Deutschland, ,,spontaner Volkszorn“ der bewaffneten Mitglieder der Nazi-Partei gegen jüdische Mitbürger.

Die Befehle waren immer eindeutiger geworden: Gewalt gegen Juden, ihre Geschäfte, Wohnungen und Synagogen.

Am selben Tag waren bereits von anderen Städten Ausschreitungen gemeldet worden.

Friedrich Gißler aus Bühl konnte sich gut darüber informieren, denn er trug jeden Wochentag den ,,Führer“, die Parteizeitung für den ,,Gau Baden“, aus. Vorsorglich hatte er bei Dunkelheit, an einer Tankstelle im nördlichen Teil der Hauptstraße einen Kanister mit fünf Litern Benzin besorgt.

Er kann sich aus mit Sachbeschädigung, Zerstörung von Gräbern sowie bei Diebstahl in einem Gotteshaus – und für einen Teil dieser Taten war er bereits verurteilt worden.

Seit 1909 lebte er in Bühl. Eigentlich wollte er Bildhauer werden, hatte dann aber Elektriker gelernt. Seit 1933 bezahlte ihn die NSDAP als Austräger und Berichterstatter des ,,Führers“.

Gißler wusste, mit wem zusammen er die Aktion unternehmen konnte.
Da war ein weiterer ,,alter Kämpfer“, Hans Ringwald,1901 geboren.
Er hatte nach dem Abitur eine Banklehre gemacht, war seit.1932 SA-Mann, und „Kreiskassenleiter“ der NSDAP in Bühl.

Auch Eduard Philipp Jacob Börner hatte, nach der Mittleren Reife in einer Bank und in verschiedenen Tätigkeiten gearbeitet. Immer wieder war er arbeitslos gewesen.Wie viele andere in dieser Zeit konnte er sich als ein Opfer wirtschaftlicher Krisen und gesellschaftlicher Probleme sehen. Seit 1925 war er in der NSDAP und der SA. Er war neu in Bühl und hier als „Kreisamtsleiter“ der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt als „Fürsorgereferent“ tätig.

Wer machte sich also jetzt an die Arbeit?
Eine ziemlich kriminelle Existenz und zwei, die vielleicht überzeugte Nazis waren, vor allem aber von der Partei finanziell abhängig waren.
Keiner von ihnen war in Bühl geboren. Innerlich waren sie wahrscheinlich bereit zum Losschlagen, doch von sich aus wäre wohl keiner aktiv geworden.
Im Vergleich zu anderen Städten begannen sie sehr spät: Erst als sie in der Chefetage der Kreisleitung genügend instruiert worden waren, begannen sie, das zu mobilisieren,
was später in den Medien des NS-Staates als ,,spontaner Volkszorn“ verkauft wurde.

2016
Chor: Bodenseekreis, Landkreis Ravensburg, Landkreis Esslingen, Landkreis Heilbronn, Rems-Murr-Kreis, Landkreis Lörrach, Hohenlohekreis

 


Kurz nach 8 Uhr am Morgen wurden sie gesehen, wie sie sich, von der Kreisleitung kommend, zusammen mit einer Anzahl anderer Bühler vor dem Schuhhaus Lion in der Schwanenstraße zu schaffen machen. Da es bereits am Tage zuvor kleinere Aktionen gegen Juden und ihre Geschäfte

gegeben hatte, waren hier vorsorglich die Rollladen an den Schaufenstern heruntergelassen.
Rollläden und Fenster sind schnell eingeschlagen; als der Zug weitergeht, ist der Eingang des Geschäftes demoliert, drinnen die Regale umgestürzt. Schuhe liegen zerstreut herum, auch auf der Straße.

Am Johannesplatz stehen die Türflügel der Synagoge bereits offen.
Im Innern sind rasch die Bänke umgeworfen, und auf der Empore befinden sich schon andere. Börner klimpert auf dem Harmonium. Als Gißler, Ringwald und Börner wieder nach unten gegangen sind, wird das Harmonium

über die holzverkleidete Brüstung gewuchtet und stürzt krachend nach unten. Später klagt einer der drei, sie seien fast selbst getroffen worden. Schnell wird noch ein weiterer Befehl ausgeführt: In der benachbarten Wohnung des Kantors Bruchsaler suchen sie nach belastenden Schriftstücken. Nach knapp zehn Minuten geht es wieder zurück zur Kreisleitung.

Dort wird gemeldet, dass sich immer mehr Menschen auf dem Johannesplatz und den anderen Straßen in seiner Umgebung zusammenrotten, vor allem an der Hauptstraße und in der Grabenstraße. So kehren auch sie zurück zur Synagoge, vermutlich mit neuen Befehlen ausgestattet.

Inzwischen brennt im Synagogenhof ein Feuer: ein Teil des Inventars der Synagoge. Schon liegen Teile der Torarollen versengt zwischen Zwetschgenbäumen in den Gärten der Nachbarschaft.

Gißler, Ringwald und Börner gehen nochmals die Synagoge, in der noch immer andere herumstehen.

Anfangs wird nicht bemerkt, dass Gißler unten links an der Altarseite ein Feuer gelegt hat. Rauch steigt auf; noch sind keine Flammen zu sehen, doch alle stürzen hinaus. Jemand will den Teppich im Mittelgang retten. Da braust Ringwald auf: Wem passe das nicht, wer habe etwas dagegen?

Der Zug geht erneut die Schwanenstraße vor, zur Kreisleitung der NSDAP.

Eine Menge Leute steht auf dem ehemaligen Synagogenplatz in einiger Entfernung vom brennenden Gebäude. Inzwischen sind die Fensterscheiben der Synagoge geborsten.
Gißlers Frau Sophie wirft kurze, brennende Fackeln in die Fenster an der Nordseite der Synagoge. Von der Volksschule in der Hauptstraße sind eine Menge Schüler, mit oder ohne Erlaubnis der Lehrer, gekommen. Eine ganze Gruppe von Obersekundanern aus dem Realgymnasium am Stadtgarten eilt unter der Leitung ihres Turnlehrers im Laufschritt heran. Einige der Zuschauer sind entsetzt und sagen, dass sich das alles rächen werde. Andere – vor allem die bekannten Anhänger und Mitglieder

der NSDAP – johlen, als Gißler sich beim Verlassen der Synagoge triumphierend zeigt.

Die Feuerwehr schützt das anliegende Gebäude, unternimmt aber nichts zur Rettung der Synagoge.
Plötzlich ein Zwischenfall:
Die Flammen drohen auf das angrenzende kleine Lebensmittelgeschäft überzugreifen. Die Inhaberin stürzt mit der Ladenkasse in der Hand die niedrigen Treppenstufen hinunter. Sie stolpert. Das Münzgeld klirrt auf den Pflastersteinen, einige Viertklässler lesen es auf und geben es zurück. Als sie nach der großen Pause in die Schule zurückkommen, werden sie belohnt. Allerdings nicht für ihre Ehrlichkeit, sondern dafür, dass sie sich das wichtige Ereignis des Synagogenbrandes angeschaut haben.


Noch am Nachmittag schwelt es aus den Trümmern. Immer wieder treffen Neugierige ein.
Kreisleiter Rothacker in brauner Uniform macht zufrieden Stimmung für eine abendliche Kundgebung am Ehrenmal für die Gefallenen in der Eisenbahnstraße. Was an Einrichtungsgegenständen der Synagoge nicht verschwunden oder verbrannt ist, wird zum Abtransport gerichtet.
In der Schwanenstraße toben sich Jugendliche an den Häusern jüdischer Mitbürger aus.
Manche Mütter, so wird berichtet, weinen zu Hause.

Noch am nächsten Tag muss für Ruhe gesorgt werden. Wohl deshalb machen die Klassen des Realgymnasiums Ausflüge. Die Fünftklässler müssen in Religion erst ein Gebet aufsagen. Dann geht es auf einen geologisch-biologischen Lehrausflug. Die Klasse 7 macht eine „Biologische Wanderung“.

2017
Chor: Landkreis Karlsruhe, Bodenseekreis

1947 begann die juristische Bewältigung des Synagogenbrandes in Bühl.
Gißler, Ringwald und Börner bestritten, die Synagoge angezündet zu haben.
Sie hätten auch nichts zerstört und nichts geplündert. Nur aus Neugierde hätten sie einige Gegenstände in der Hand gehalten und betrachtet. Börner wollte sogar schon 1938 gegen die Übergriffe gewesen sein.
Das Gericht bedauerte, dass es aus den Zeugenaussagen keine zuverlässigen Angaben über die Anteile der einzelnen Angeklagten am Verbrechen entnehmen konnte.

Wegen schweren Hausfriedensbruches,
wegen einfachen Landfriedensbruches,
wegen Diebstahls und Verrichtung beschimpfenden Unfugs in einem Gotteshaus,
wegen Verfolgung aus rassischen Gründen

und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit
wurden die überführten Täter letztlich verurteilt.

Ringwald und Börner erhielten Strafmilderung, weil sie nicht vorbestraft waren und die Tat inzwischen bedauerten.
Als straferschwerend wurde aber angesehen,
dass alle drei Angeklagten als bekannte Funktionäre der NSDAP den Bühler Straßenpöbel noch aufgewiegelt hätten.
Der Richter sagte, sie hätten dem deutschen Volk schwersten Schaden zugefügt.
Gißler wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt,
Ringwald zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten,
Börner zu acht Monaten.


Der Bericht des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg konstatiert im November 2018:

Zusammengefasst lässt sich im Hinblick auf
Brandanschläge auf Asylunterkünfte nachfolgendes feststellen:

 

Straftaten gegen Asylunterkünfte im
Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität rechts“:

2015: 63 Straftaten, hiervon 6 Branddelikte

2016: 69 Straftaten, hiervon 7 Branddelikte

2017: 31 Straftaten, hiervon 2 Branddelikte


Für 2018 liegen noch keine abschließenden Zahlen vor.

 

 

Buenos recuerdos – Nachtreffen der Spanienreisenden

Am 25.10.2018 trafen sich die Teilnehmer des Spanienaustausches mit ihren Eltern und Begleitlehrerinnen Frau Blessing und Frau Müller, um gemeinsam bei leckeren, selbstgemachten Tapas in Erinnerungen an die Woche in Vilafranca zu schwelgen.

Die Schüler berichteten von ihren Erfahrung hinsichtlich des spanisches Familienlebens, der Wohnsituation oder der Essenskultur, und auch die Sprachpolitik im Gastland wurde thematisiert. Zudem präsentierten die Teilnehmer Fotos der Reise, anhand derer sie das Programm des Austausches vorstellten.

Dabei musste natürlich der Besuch in Sitges, einer kleinen Küstenstadt, erwähnt werden, bei dem die Schüler Gelegenheit hatten, bei sommerlichen Temperaturen im Meer zu baden. Auch die Stadttour durch Barcelona gehörte für die meisten Schüler zu einem der Highlights, da das ehemalige, im Jugendstil erbaute Krankenhaus Sant Pau besucht und die Fassade der berühmten Sagrada Familiabesichtigt werden konnten, und alle im Anschluss genügend Freizeit hatten, den beeindruckenden Markt La Bocería zu erkunden oder sich von den vielen Geschäften, den hübschen Gässchen und der tollen Stimmung der Stadt überwältigen zu lassen.

Doch damit nicht genug: Die Proben für die Menschentürme, die dieses Jahr besonders wichtig waren, da es einen Titel zu verteidigen galt, machten deutlich, weshalb dieser Sport zum Weltkulturerbe gehört: sportliches Können und ausgesprochen großer Teamgeist sind Grundvoraussetzung für das Gelingen des Turmbaus und konnten von den deutschen Schülern beobachtet werden.

Nach anschließender Verköstigung und Unterhaltungsrunde fand der diesjährige Intercambio einen angenehmen Ausklang – doch NACH dem Austausch ist VOR dem Austausch: Die Anmeldungsphase für die kommende Besuchsrunde ist bereits abgeschlossen:-)

Neu am Windeck-Gymnasium: Die Spanisch-AG!

Mit welchem Thema eröffnet man die neue Spanisch AG „Viva la Vida“? – Genau: mit dem „Día de Muertos“! Was zunächst makaber anmutet, ist es bei näherer Betrachtung gar nicht mehr: In der neuen AG, die sowohl die spanische als auch lateinamerikanische Kultur und Sprache lebendig werden lassen möchte, konnten die Schülerinnen Wissenswertes über den „Tag der Toten“ erfahren, der 2003 von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit ernannt wurde, und im Jahreskalender als Feiertag nun unmittelbar bevor stand (1.+2.November).   

Mit Videoclips, Informationstext und bunten Bildern haben die Schülerinnen ihre Kenntnisse zu diesem besonderen Tag erweitern und Vergleiche zu Halloween und Allerheiligen bzw. Allerseelen anstellen können. Es wurde deutlich, dass der Día de Muertos keineswegs mit todtrauriger Miene gefeiert wird, sondern fröhlich bunt, mit Tanz und Musik – denn nach altmexikanischem Glauben kehren die Toten an diesem Tag zu den Lebenden zurück, und gemeinsam wird ihrer gedacht. Der Tod wird nicht als Ende, sondern als Anfang neuen Lebens bzw. als eine Übergangsphase zu einer anderen Daseinsform gesehen.                                                                                                                                             So ist es also durchaus verständlich, dass in der Viva la Vida-AG unter der Leitung von Frau Hofele und Frau Müller auch solch ein Thema auf dem Programm steht.

Im Anschluss an die kurzweilige Informationsrunde wurden einige der typischen Traditionen direkt ins Klassenzimmer geholt: Die Schülerinnen stellten schaurig-süße Zucker-Calaveras her (Calaveras de Azúcar werden in Mexiko zu diesem Feiertag überall verkauft und aufgestellt), und schminkten sich im Catrina-Stil (La Catrina: symbolische Skelettfigur für den Tag der Toten, die gerne zuhause aufgestellt oder auf Paraden zur Schau getragen wird). So verbrachten alle gemeinsam einen interessanten und vergnüglichen Nachmittag – und auch beim nächsten Treffen wird es wieder heißen: Viva la Vida!

Astronomischer Abend am 16. November 2018

Der „Astronomische Abend“ am Windeck-Gymnasium ist eine seit Jahren etablierte Abendveranstaltung, welche von unserem geschätzten ehemaligen Kollegen Bernhard Schorpp ins Leben gerufen wurde. Die Form der Gestaltung variiert bisher vom rein wissenschaftlichen Vortrag, Theater, Musik bis hin zum begehbaren Experiment. Inhaltlich reicht das Spektrum von Fakten über Anekdoten bis zur Mystik und die Größenordnung erstreckt sich von den Atomen über die astronomische Nähe des Mondes in die Tiefen des Alls durch Raum und Zeit.

Ganz besonders freuen wir uns auf den 16. Nov. 2018, dass wir zum zweiten Mal Prof. Dr. rer. nat. Thomas Schimmel von der Universität Karlsruhe (KIT)  für einen erfrischenden Vortrag gewinnen konnten, in welchem er mit uns in sehr leicht nachvollziehbarer Weise eine Reise vom Innersten der Atome bis an die Grenzen des Universums, vom Beginn der Zeit über das Woher und Wohin bis zur Gottesfrage unternehmen wird.

Prof. Dr. rer. nat. Thomas Schimmel, Universität Karlsruhe (KIT)

Ein fester Bestandteil eines jeden Abends, so auch am 16. Nov. 2018, ist das reichhaltige Sortiment an Teleskopen, welche vom Verein Bühler Sterngucker e.V. im Vortragssaal aufgebaut werden, ergänzt durch das Angebot an wertvollen Informationen und Beratung zur Technik, Anschaffung und wunderbare Astrofotos, die man als Laie machen kann.

Nahezu ein Muss des Abends ist der Gang auf die schuleigene Sternwarte, deren Ausstattung allein schon sehenswert ist, die aber bei guten Wetterbedingungen auch noch einen persönlichen Blick ins All durch verschiedene Teleskope ermöglicht. Mit dem Bewusstsein, dass so manches Photon (Lichtteilchen), welches vom Mond aus 1,3 Sekunden oder aus den Tiefen des Alls Tausende Jahre unterwegs war und nur vom gerade Beobachtenden wahrgenommen wird, lässt ein ehrfürchtiges Staunen erwachen und den spannenden Vortrag des Abends ausklingen. Es warten auf jeden Fall die Planeten Mars, Uranus und zudem die Krater des Halbmondes auf uns, dazu noch manch anderes interessante Objekt.