Juniorwahl Protokoll

Am 06.03.2026 fand am Windeck-Gymnasium Bühl die Juniorwahl im Vorfeld der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg statt. Dabei handelt es sich um ein Schulprojekt zur politischen Bildung, bei dem Schülerinnen und Schüler ihre Stimme in einem in der Schule nachgebildeten Wahllokal abgeben können. Diese Stimmen fließen zwar nicht in die offiziellen Ergebnisse ein, bringen jedoch die politische Meinung der Jugendlichen zum Ausdruck und geben ihnen die Möglichkeit, den Wahlprozess und damit auch einen wichtigen Teil unserer Demokratie besser kennenzulernen. Wahlberechtigt waren alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 12. Organisiert wurde die Wahl von der Fachschaft Politik der Schule und unterstützt von den Gemeinschaftskunde-Leistungskursen der J1 und J2, die im Vorfeld Infoplakate zu den Parteien erstellten, am Wahltag im Wahllokal anwesend waren und anschließend auch die Stimmen auszählten.

Die Grünen erreichen sowohl in den Ergebnissen an unserer Schule als auch in den offiziellen Ergebnissen etwa 30 % und sind damit jeweils die stärkste Kraft. Die CDU und die AfD sind im landesweiten Ergebnis deutlich stärker vertreten als an unserer Schule. Im Gegensatz dazu schneiden die SPD, Die Linke und auch die FDP an der Schule besser ab. Insgesamt wird deutlich, dass die Wahlergebnisse unserer Schule teilweise erheblich vom landesweiten Ergebnis abweichen.

Im Vergleich mit den Ergebnissen anderer Schulen zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede. Vor allem die Grünen sind bei uns mit 30 % deutlich stärker vertreten als im Durchschnitt der Juniorwahl (18,9 %). Auch die SPD erzielt mit 21,6 % ein klar besseres Ergebnis als an anderen Schulen (12,4 %). Im Gegensatz dazu schneiden CDU und insbesondere die AfD bei uns deutlich schwächer ab: Die CDU erreicht nur 14,7 % (statt 20,8 %), während die AfD mit 6,0 % weit unter dem Durchschnitt anderer Schulen liegt (16,3 %). Die Linke bewegt sich bei uns etwa auf einem ähnlichen Niveau wie insgesamt, und die FDP ist leicht stärker. Insgesamt zeigt sich, dass an unserer Schule eher linksorientiert gewählt wird und wir uns damit klar vom Durchschnitt anderer Schulen unterscheiden.

Die Ergebnisse der Juniorwahl weisen teilweise Parallelen zu den offiziellen Ergebnissen der Landtagswahl auf. So erzielten bei den Jugendlichen ebenfalls CDU und Grüne die meisten Stimmen mit nur geringem Abstand. Die CDU kam auf 20,8 %, während die Grünen mit knapp zwei Prozent Abstand (18,9 %) dahinter lagen. Bei der offiziellen Wahl hingegen lagen die Grünen mit einem sehr knappen Vorsprung von 0,5 % vor der CDU: Sie erreichten 30,2 %, die CDU 29,7 %. Eine relativ ähnliche Prozentzahl erzielte die AfD, die in beiden Wahlen drittstärkste Kraft wurde (16,3 % bei der Juniorwahl und 18,8 % bei der offiziellen Wahl). Auffällig ist jedoch, dass Die Linke und die SPD bei den Schülerinnen und Schülern deutlich mehr Stimmen erhalten. Die SPD kam auf 12,4 %, während sie bei den offiziellen Ergebnis-sen nur 5,5 % erreichte. Ähnlich verhält es sich bei der Linken: Sie scheiterte offiziell an der Fünf-Prozent-Hürde mit lediglich 4,4 %, während sie bei den Jugendlichen 11,7 % erzielte.

Zur Erklärung der Unterschiede zwischen unserer Schule und anderen Schulen lassen sich mehrere Hypothesen aufstellen. Die Ergebnisse zeigen, dass an unserer Schule deutlich anders gewählt wurde als im Durchschnitt. Besonders auffällig ist das starke Abschneiden der Grünen (30 %) und der SPD (21,6 %), während CDU (14,7 %) und AfD (6,0 %) deutlich schwächer sind. Eine mögliche Erklärung ist, dass an unserer Schule Themen wie Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit eine größere Rolle spielen, was insbesondere den Grünen und der SPD zugutekommt. Zudem könnten der Unterricht oder schulische Projekte die politische Meinungsbildung in diese Richtung beeinflusst haben. Auch das soziale Umfeld der Schülerinnen und Schüler spielt vermutlich eine Rolle, da politische Einstellungen häufig durch Familie und Region geprägt werden. Insgesamt lässt sich vermuten, dass unsere Schule stärker links orientiert ist als viele andere Schulen.

Beim Vergleich zwischen Juniorwahl und offiziellen Ergebnissen fällt auf, dass sich einige Unterschiede ergeben. Während bei der offiziellen Wahl die Grünen knapp vor der CDU lagen, war der Abstand bei den Jugendlichen sehr gering und die CDU sogar leicht vorne. Zudem schneiden SPD und Linke bei den Schülerinnen und Schülern deutlich besser ab als in der tatsächlichen Wahl. Eine mögliche Erklärung ist, dass Jugendliche andere Prioritäten setzen, beispielsweise stärker auf Zukunftsthemen wie Umwelt oder soziale Gerechtigkeit achten. Außerdem sind sie oft weniger an traditionelle Parteien gebunden als Erwachsene. Hinzu kommt, dass Jugendliche ihre Informationen häufig aus sozialen Medien beziehen, in denen bestimmte Themen präsenter sind. Dadurch kann sich ein anderes Wahlverhalten ergeben als in der Gesamtbevölkerung.

Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass sowohl der Vergleich mit anderen Schulen als auch mit den offiziellen Wahlergebnissen deutliche Unterschiede aufweist. Diese lassen sich vor allem durch Alter, Interessen, schulischen Einfluss sowie das soziale Umfeld erklären. Die Juniorwahl verdeutlicht, dass Jugendliche eigene politische Schwerpunkte setzen und somit ein teilweise anderes Wahlverhalten zeigen als die Gesamtbevölkerung.

LK Gemeinschaftskunde

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