Seit Beginn des Schuljahres gibt es am Windeck-Gymnasium eine neue Gong- und Läuteordnung, also ein neues Pausenmodell. Was es damit auf sich hat, wie die Entscheidung dazu getroffen wurde und ob das Pausenmodell permanent ist, haben wir bei der Schulleitung nachgefragt.
Paul: Weshalb wurde entschieden, dass es ein neues Pausenmodell braucht?
Frau Körner: Es gibt zwei Gründe für die Umstellung des Pausenmodells. Das eine sind die langen Wege von den mobilen Klassenzimmern hin in das Bestandsgebäude, die wir jetzt durch die Sanierung zurücklegen müssen. Zudem ist die Zahl der Einzelstunden in der Kursstufe sehr hoch.
Die Leistungsfächer, von denen jeder Schüler drei Stück hat, sind fünfstündig. Das heißt, da
haben wir eine Einzelstunde. Viele Basisfächer sind dreistündig, ergibt wieder Einzelstunden.
Und bei den Klassen 5 und 6, die im Moment in G9 sind, haben wir ziemlich viele
Einzelstunden. Und wenn die hoch wachsen, werden es noch mehr Einzelstunden sein.
Die Einzelstunden sind dann in der Regel mit einem Raumwechsel entweder der Schülerinnen
und Schüler verbunden oder der Lehrkräfte. Und das bedeutet großen Zeitverlust während der Unterrichtszeit. Und dieser Raumwechsel findet jetzt dann während Pausen statt.
Paul: Wie lief der Entscheidungsprozess für dieses neue Pausenmodell ab?
Frau Körner: Angeregt wurde die Änderung des Pausenmodells zum einen vom Personalrat, das heißt der Vertreterschaft der Lehrkräfte, außerdem wurden wir von den Vertretern der Eltern darauf angesprochen.
Dann wurde das als Erstes in der Gesamtlehrerkonferenz diskutiert, da haben wir verschiedene Modelle entwickelt und diese wurden dann in der Schulkonferenz in einem ersten Entwurf vorbesprochen. In der Schulkonferenz sind sowohl Elternvertreter, Schülervertreter als auch Lehrervertreter dabei, von jeder Gruppe dabei genau gleich viele Vertreter.
Dann haben wir die Ergebnisse der Schulkonferenz in die nächste Gesamtlehrerkonferenz genommen. Da war dann klar, ein Modell wird gar nicht favorisiert. Dann hat sich die Gesamtlehrerkonferenz kurz vor den Sommerferien für eines der Modelle entschieden und auch die Schulkonferenz hat noch mal kurz vor den Sommerferien getagt und hat sich da mehrheitlich, ich glaube sogar einstimmig dafür ausgesprochen, dass wir dieses Modell, was wir jetzt gerade haben, mal ausprobieren.
Es ist also nicht in Stein gemeißelt, sondern wir machen gerade einen Testlauf.
Paul: Wo sehen Sie die Schwächen oder die Nachteile des aktuellen Pausenmodells?
Frau Körner: Ich denke, wir müssen uns an die Umstellung gewöhnen. Das braucht etwas Zeit.
Ein Problem empfinden wir im Moment ganz stark, nämlich, dass die großen Pausen um fünf Minuten kürzer sind als sie es vorher waren.
Ich glaube, dass das vor allem die jüngeren Schüler:Innen, die am Bolzplatz spielen wollen, das merken. Wir Lehrkräfte merken jetzt natürlich auch, dass es weniger Zeit ist, wenn man in der großen Pause eine Besprechung abhält. Ich denke, wir brauchen noch etwas Geduld, um uns an dieses System zu gewöhnen. Wie schon gesagt, handelt es sich hierbei erst einmal um einen Versuch, wenn es ganz und gar nicht gehen sollte, werden wir das Ende des Kalenderjahres
evaluieren. Dann kann man auch wieder zum alten System zurückkehren oder ein
anderes ausprobieren.
Paul: Vielen Dank für das Interview.


