Am 17.06.26 durfte ich unsere Referendarin Ajla Hamzic zu ihrer Zeit bei uns am Windeck interviewen:
Seit wann unterrichten Sie am Windeck und wie lange dauert das Referendariat?
Ich bin seit Anfang Februar am Windeck, unterrichte aber nicht nur selbst, sondern besuche auch den Unterricht von anderen Lehrern. Das nennt man hospitieren. Nach dem Ende von diesem Schuljahr dauert mein Referendariat noch ein Jahr an und ich unterrichte dann auch bis zum Ende des nächsten Schuljahrs meine eigenen Klassen.
Sind Sie dann mit dem Referendariat fertig?
Genau, nächstes Jahr im Zeitraum von Dezember bis Februar habe ich meine sogenannten Lehrproben und wenn ich die bestehe, bin ich nach meinem Referendariat Lehrerin.
Welche Fächer unterrichten Sie?
Ich unterrichte die Fächer Mathematik und Gemeinschaftskunde. Zu Letzterem kann man auch politische Bildung sagen.
Haben Sie einen persönlichen oder anderweitigen Bezug zu diesen Fächern?
Mathe habe ich schon von klein auf sehr gemocht, auch im Kindergarten habe ich freiwillig Matheaufgaben lösen wollen, weil es mir Spaß gemacht hat. Gemeinschaftskunde kam erst in der Schulzeit mit dazu: Zum einen, weil ich in diesem Fach tolle Lehrer hatte, zum anderen sind meine Eltern vor dem Krieg geflohen. Daher hatte ich auch innerhalb meiner Familie schon immer ein politisches Interesse.
Was hat Sie dazu bewogen Gymnasiallehrerin zu werden?
Der Umgang mit Kindern hat mir schon immer Freude bereitet und ich mochte es, anderen etwas beizubringen oder Nachhilfe zu geben.
Das Gymnasium habe ich mir ausgesucht, weil ich die jüngeren Schüler/Innen gerne unterrichte, jedoch mag ich es auch, wenn man älteren Jugendlichen schwierigere Themen beibringt.
Wie haben Sie sich gefühlt als Sie das erste Mal vor einer Klasse standen und Unterricht gehalten haben?
Vor der Stunde war ich sehr aufgeregt, da ich nicht wusste wie mich die Klasse aufnimmt. Deswegen hatte ich anfangs einige Bedenken. Allerdings ist die Aufregung dann ganz schnell verflogen. Ich glaube, man kann sich das wie bei einer Präsentation vorstellen: Währenddessen wurde ich lockerer, weil ich merkte, dass es mir Spaß macht.
Was gefällt Ihnen am meisten, wenn Sie unterrichten?
Am meisten gefällt mir, wenn die Schüler/Innen Spaß haben und gerne mitmachen aber auch eigene Ideen einbringen.
Haben Sie Beispiele hierfür?
Im Politikunterricht finde ich es gut, wenn wir gerade ein Thema durchnehmen, dass die Schüler/Innen bereits von zuhause kennen. In einer achten Klasse nehmen wir gerade das Thema Migration durch und da können die Schüler/Innen selbst berichten, ob sie jemanden in ihrem Umfeld mit Migrationshintergrund kennen. Hier können die Eindrücke, Erfahrungen und Interessen der Jugendlichen mit einbezogen werden.
Wie sieht die Woche einer Referendarin aus?
Wir haben jede Woche einen festen Tag am Seminar – meines befindet sich in Karlsruhe – an dem wir selbst noch ein wenig in der Schülerrolle stecken, weil uns hier Methoden und Inhalte beigebracht werden. Die restlichen Tage ist man an der Schule und kann sich seinen Stundenplan selbst gestalten. D.h. ich darf entscheiden, in welchen Klassen ich gerade unterrichten oder zuschauen möchte. Natürlich stimme ich mich mit den Lehrkräften, die gerade in den Klassen sind, vorher ab. Es ist dann auch so, dass man mindestens 10 Stunden in der Woche an der Schule sein muss, meistens wird es dann aber länger.
Werden am Seminar bestimmte Fächer unterrichtet oder was genau lernt man hier?
Für jedes Fach, das man unterrichtet, gibt es eine sogenannte Fachsitzung. Dann gibt es auch noch eine Pädagogikveranstaltung, an der dann alle Referendar/Innen teilnehmen. Da geht es darum, wie man mit Kindern und Klassen allgemein umgeht.
Was gefällt Ihnen am Windeck besonders gut?
Am Windeck gefällt mir besonders gut, dass alle Lehrer/Innen und Schüler/Innen einen guten Zusammenhalt haben und sich auch untereinander gut verstehen. Ich fühle mich hier sehr willkommen.
D.h. Sie wurden vom Lehrerkollegium und den Schüler/Innen gut aufgenommen?
Ja, ich wurde von allen Lehrer/Innen und auch der Schulleitung gut aufgenommen. Zudem werde ich freundlich begrüßt, wenn mir im Gang Schüler/Innen begegnen, die ich bereits unterrichtet habe.
Liegt Ihnen noch etwas am Herzen, das Sie uns mitteilen möchten?
Ich bin dir dankbar, dass du mich für das Interview angeschrieben hast. Dieses “Wilkommen” von der Schülerzeitung finde ich sehr nett.
Wir sind fast am Ende des Interviews angelangt. Ich habe noch eine letzte Frage, die nichts mit dem Referendariat zu tun hat: Was ist ungesund aber Sie tun es trotzdem ;-)?
Ich glaube, dass ich oft zu spät ins Bett gehe und dann nicht so viel schlafe. Eigentlich müsste ich daran arbeiten früher ins Bett zu gehen, aber es fällt mir eher schwer.
Vielen Dank für das tolle Interview!
Super, danke dir auch.
Von Sianna


