Interview mit Frau Hamzic

Paul: Sie sind jetzt Referendarin im zweiten Jahr und unterrichten eigene Klassen in den Fächern Mathematik und Gemeinschaftskunde. Im letzten Interview mit Ihnen haben Sie erzählt, dass Sie vor Ihrer ersten Stunde aufgeregt waren. Wie hat sich das entwickelt, und wie geht es Ihnen jetzt vor dem Unterricht?

Frau Hamzic: Vor den allerersten Stunden war ich eher gespannt, weil ich voller Vorfreude darauf war, die neuen Klassen kennenzulernen. Allgemein ist die Aufregung inzwischen eher in Freude umgeschwungen, weil man jetzt endlich eigene Klassen hat.

Es macht auch deutlich mehr Spaß zu unterrichten, verglichen damit, wenn man immer irgendwo mitgehen muss. Auch wenn das natürlich ebenfalls toll und lehrreich war, ist es noch einmal ein ganz anderes Gefühl.

Paul: Ich kam persönlich in den Genuss einer Ihrer Vorstellungsrunden, in denen Sie ein bisschen über sich erzählt haben. Deshalb: Was sind drei Zahlenfakten über Sie?

Frau Hamzic: Meine erste Zahl ist die sechs, weil ich sechs Sprachen spreche. Dazu gehören unter anderem Spanisch und Französisch, die ich in der Schule gelernt habe. Das ist noch etwas eingerostet, aber ich würde sagen, dass ich die Grundlagen noch relativ gut beherrsche.

Mein zweiter Zahlenfakt ist, dass ich mindestens dreimal pro Woche zum Training gehe und Sport mache. Genauso oft esse ich mindestens einen Döner pro Woche. Das sorgt für ein bisschen Balance. Dafür kennt man mich, glaube ich, auch: Ich esse sehr gerne Döner.

Mein dritter Zahlenfakt ist, dass ich 18 Cousinen und Cousins habe. Viele von ihnen sind jünger als ich. Ich hatte also schon immer einen gewissen Draht zu Kindern und habe auch oft Nachhilfe gegeben. Ich glaube, das war ein Grund dafür, warum ich mir gut vorstellen konnte, Lehrerin zu werden.

Paul: Wie gehen Sie als Lehrerin im Unterricht mit Fehlern um? Sollte man sich bei Ihnen auch etwas trauen, wenn man unsicher ist?

Frau Hamzic: Auf jeden Fall. Das habe ich auch allen Klassen am Anfang gesagt: Fehler gehören zum Lernprozess dazu. Es wäre komisch, wenn es keine Fehler gäbe.

Ich freue mich, wenn jemand einen Vorschlag macht, der vielleicht nicht direkt richtig ist oder bei dem tatsächlich ein kompletter Denkfehler vorliegt. Meistens ist es nämlich so, dass auch andere in der Klasse denselben Denkfehler hatten.

Dann kann man das aufgreifen und damit arbeiten. Das bringt meistens viel mehr, als wenn alle so tun, als hätten sie alles verstanden, und der Lehrer weitermacht, obwohl der Stoff eigentlich noch nicht richtig sitzt.

Paul: Das stimmt. Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie leserlich ist Ihre Handschrift?

Frau Hamzic: Ich hoffe, meine Klassen würden dem zustimmen. Ich würde mich selbstbewusst bei einer 10 sehen. Wenn ich schnell schreibe, kann die Lesbarkeit vielleicht auch einmal auf eine 9 sinken. Aber ich würde sagen, dass meine Schrift sehr leserlich und auch sehr gerade ist.

Paul: Als Abschlussfrage: Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie streng würden Sie sich einschätzen?

Frau Hamzic: Je nach Klassenstufe liege ich wahrscheinlich irgendwo zwischen einer 5 und einer 6, manchmal auch bei einer 7. Bei den Jüngeren muss man doch einmal strenger sein.

Bei den Älteren habe ich jedoch das Gefühl, dass vieles von selbst läuft. Wenn die Grundregeln eingehalten werden – Respekt, Zuhören und so weiter –, habe ich nicht so oft einen Grund, streng zu sein. Ich freue mich, wenn man einfach ein gutes Verhältnis zueinander hat.

Paul: Auf jeden Fall. Vielen Dank für das Interview.

Euer Reporter Paul

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