„Zustände“ im „Wind-Egg“

Die über 60 Jahre alte Geschichte der Schülerzeitung

am Windeck-Gymnasium

 „Zustände“, „Müsli“, „Herkules“ und „Sondermüll“: So unterschiedlich die Namen, so unterschiedlich sind auch Form und Gestaltung der Schülerzeitungen am Windeck-Gymnasium.

Seit über sechs Jahrzehnten gibt es diese Zeitung und jede war auf ihre Art einzigartig. Nach dem Start, Anfang der 50er Jahre mit „Calceolus“, erschien Ende der siebziger Jahre erstmals die Schülerzeitung „Zustände“, eine Din A5-Broschüre in schwarz-weiß, die 60 Pfennige kostete. Die Texte zeichneten sich durch viele unterhaltsame, selbst gezeichnete Comics aus und wie in allen Exemplaren gab es reichlich witzige Kommentare: “Zustände erscheint zweitweise selten und des Öfteren in der Zwischenzeit gelegentlich weniger häufig“, schreibt das Redaktionsteam im Impressum.

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1981 folgte das „Müsli“ in Din A4-Größe mit 16 Seiten eng und klein geschriebenem Text. Aufmacher war das 90-jährige Bestehen des Windeck-Gymnasiums. Ein einziges Mal erschien der „Herkules“, der immerhin schon eine DM kostete und sehr viel Text enthielt, unter anderem über Emanzipation und Sigmund Freud. 1986/87 schließlich erschienen zwei Ausgaben des „Sondermülls“. Die Sondermüll Nr. 1 enthielt eine interessante Parallele zum 2016 erschienenen, aktuellen WIBO: Die Redaktion berichtete über in Bühl lebende „Asylanten“, für die Kleider gesucht wurden und „Kinderbetten, die nicht bei jeder Bewegung auseinander zu krachen drohen“. Im Artikel rufen die Herausgeber ihre Mitschüler dazu auf, Nachhilfeunterricht zu geben.

Zwei Jahre später erschien die erste Ausgabe des „Wind Egg“, von dem im Laufe von 12 Jahren mehrere Ausgaben gedruckt wurden, die alle anders aussahen. Dazwischen gab es andere Titel, wie Buble Gum, In Memoriam, le Gong. Die erste Ausgabe von Wind Egg war die einzige Schülerzeitung, die aussah, wie eine echte Zeitung. Das Din A3-Blatt war auch aus heutiger Sicht sehr modern gestaltet und kostete 50 Pfennige. Die parallel erscheinende Unterstufenzeitung Buble Gum war überwiegend handschriftlich entstanden. Dazu gehörte auch die Sonderausgabe The Christmas Buble Gum mit Rätseln, einem Interview und kleinen Schulgeschichten.

Ein Lehrer, der sich noch an all diese Zeitungen erinnert, ist Bernhard Schorpp, der an vielen Exemplaren mitgewirkt hat. Seine Erfahrungen beim Erstellen der Zeitungen hat der Mathe- und Physiklehrer, der im vergangen Jahr in Ruhestand ging, dem aktuellen Redaktionsteam des Windeck-Boten „WIBO“ mitgegeben.

Im Schuljahr 2000/2001 initiierte Frau Bertele eine neue Schülerzeitungsausgabe, zunächst einfach noch unter dem Titel „Schülerzeitung“, ein Jahr später mit dem Titel „WindEgg“. Diese Ausgabe wurde zu Ehren des damaligen Hausmeisters Herrn Huber herausgegeben, der im Schuljahr 2001/2002 in den Ruhestand ging.

Seit dem Schuljahr 2011/2012 erscheint nun jährlich der sogenannte „Windecker Bote (WIBO)“, ebenfalls unter der Leitung von Frau Bertele. Nach 10 Jahren wagte sie 2011/2012 einen erneuten Versuch, eine Schülerzeitung dauerhaft am Windeck zu etablieren und nahm wieder die Verabschiedung eines Hausmeisters (damals Herr Häringer) zum Anlass, eine Schülerzeitungsredaktion ins Leben zu rufen.  Zunächst schuf sie für zwei Schuljahre eine Schülerzeitungs-AG, danach wurde die Arbeit in Form eines Workshops fortgesetzt. Seit dem Schuljahr 2015/2016 arbeitet die Reaktion wieder in Form einer AG  zusammen.

Während die erste Ausgabe des „WIBO“ (2011/2012) nur ca. 50 Seiten umfasste und vorwiegend von Unterstufenschülern zusammengestellt worden war, hat die neueste Ausgabe mittlerweile einen Umfang von knapp 80 Seiten. Einige Mitglieder der Redaktion sind dieser AG in all den Jahren treu geblieben, sodass sie als Mittelstufenschülerinnen mit ihren Themen und Berichten nun auch verstärkt ihre Altersgenossen und die Oberstufenschüler ansprechen können, wodurch sich der WIBO in der Zwischenzeit zu einer „festen Größe“ des Windeck entwickelt hat.

(Katrin Khandali, Felice Huck, Ann-Kathrin Wey, Maren Seiler)

AG Schülerzeitung

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