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28.04.2010 Biolab

Dienstag, 20. April 2010 12:39 | Geschrieben von: Administrator | PDF Drucken E-Mail
News

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Einfach nur GENial!“

Schüler des Windeck-Gymnasiums erproben sich im rollenden Genlabor

Ein außergewöhnlicher Anblick bot sich den Schülern und Lehrern des Windeck-Gymnasiums bereits am frühen Mittwochmorgen, als im sonst leeren Schulhof ein futuristisch anmutender Lkw parkte, auf dem die Aufschrift „BioLab“ zu lesen war.

Dies löste eine gewisse Unruhe aus, die die schon im Vorfeld eingeweihten Biologie-Oberstufenkurse schnell aus der Welt schaffen konnten: „Wir isolieren da nachher unsere DNA.“

Dass es sich beim „BioLab“ um ein mobiles Genlabor der Landesstiftung Baden-Württemberg handelte, das die Schule nun drei Tage lang mit beeindruckender Ladung an technischen Geräten und ungeheurem Fachwissen im Unterricht unterstützen sollte, hatte sich schnell herumgesprochen. Mit gespanntem Gesichtsausdruck und einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch betraten die Biologiekurse schichtweise das „BioLab“, um in drei Stunden biotechnologischem Praktikum einen Einblick in die Arbeit in einem Genlabor zu bekommen. Die Abgrenzung zum normalen Schulalltag begann mit dem Anziehen von weißen Kitteln und Schutzbrillen, mit den Handschuhen war die Verwandlung der Schüler in Jungforscher komplett. Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung isolierten die Schüler unter Anleitung von Dr. Andreas Fehrenbacher und Dr. Andreas Horschinek, die als promovierte Biologen im Auftrag der Landesstiftung mit dem „BioLab“ durch Baden-Württemberg reisen, ihr eigenes Erbgut aus Mundschleimhautzellen.

Durch weitere Experimente wie die Agarose-Gelelektrophorese und die Polymerase-Kettenreaktion wurde ein Einblick in die Anwendungsgebiete der Biotechnologie gewährt, der im Schulalltag in diesem Maße unmöglich zu geben ist.

Außerdem wurde unter wissenschaftlicher Aufsicht in nächsten Arbeitsschritten der berühmte „genetischen Fingerabdruck“ erstellt, den man sonst nur aus den Nachrichten oder aus Fernsehserien kennt. Dazu beluden die Oberstufenschüler mittels Pipetten Agarose-Gel mit winzigen Mengen DNA um unter UV-Licht ein Bandenmuster zu erhalten, das bei jedem Menschen unterschiedlich ist und unter anderem zur Identifikation bei Kriminalfällen genutzt wird. Mit der Lösung eines solchen Kriminalfalls beendeten alle Schüler erfolgreich das Praktikum und verließen nach dem Ablegen ihrer „Ausrüstung“ mit theoretischen Grundlagen und Analysemethoden der Gentechnik ausgerüstet, das Labor.

  

Am Mittwochabend lud das „BioLab“ zur Besichtigung ein, bei der sich Schüler, Eltern und Lehrer anhand einer Postershow und Ausstellungsobjekten über das Biotech-Labor informieren und die Wissenschaftler zum Thema befragen konnten. Anschließend wurde in einer Vortragsveranstaltung zum Thema „Lebenswissenschaften und Biotechnologie-Forschung und Anwendung, Chancen und Risiken“ das Interesse der Anwesenden so

weit geweckt, dass bald eine Diskussion über die Methoden der Gentechnik entstand.

Der tägliche Nutzen von Gentechnik in der Medizin, aber auch der Landwirtschaft zeigte allen Anwesenden, wie breit gefächert und interessant das Gebiet der Biotechnologie ist und nach dem erfahrungsreichen Praktikum am Vormittag konnten die Schüler schon „richtig mitreden“. Bepackt mit unbezahlbaren Erfahrungen bedankten sich alle mit tosendem Applaus bei den beiden Wissenschaftlern.

 

Man kann nur hoffen, dass es das „BioLab“ noch vielen weiteren Klassen und Schulen ermöglicht, einmal ein modernes biologisches Labor zu erleben. Erst im Praktikum merkt man,  wie spannend es sein kann, als Biotechniker zu arbeiten.

 

Eva Kalkbrenner

Aktualisiert (Donnerstag, 12. Januar 2012 14:34)

 



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