Plakat-Aktion des Courage-Teams: Die Gewinner stehen fest

24 Klassen des Windeck-Gymnasiums haben bei der Plakat-Aktion des Courage-Teams mitgemacht. Ziel war es, ein Plakat zu gestalten, dass unser Miteinander im Windeck-Gymnasium veranschaulicht und ein Zeichen gegen Rassismus setzt. Aus vielen tollen und gelungenen Plakaten haben sich einige durchgesetzt. Wir bedanken und für das Mitmachen und wünschen nun allen eine schöne Weihnachtszeit.

Hier die Preisträger*innen:

1.Preis 7e
1.Preis 10c
2.Preis 6b
3.Preis 5a
Sonderpreis Originalität 9c
Sonderpreis Originalität 10d

Zum dritten Preis
Großartig ist die Darstellung der Klasse 5a als Puzzle, in dem jedes Teil individuell gestaltet ist. Erst in der Zusammensetzung all der verschiedenen Teile ergibt sich das „WIR“ umrahmt vom eigentlichen Motto.

Zum zweiten Preis
Der „6b Weg“ zeigt eindrucksvoll die verschiedenen Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg durch das Jahr. Das Courageteam begrüßt dieses besonders originelle Motto, das durch den verschlungenen Weg auch die Aufs und Abs einer Klassengemeinschaft im Jahreslauf thematisiert. Der Weg ist das Ziel!

Zum ersten Preis
Die Klasse 7e hat sehr viele verschiedene Ansätze auf einem Plakat umgesetzt: Das entspricht vielleicht nicht unbedingt den Regel des KB Unterrichtes, aber uns vom Courageteam hat es gefallen, dass offenbar viele Ideen, die letztlich aber alle in dieselbe Richtung weisen, umgesetzt wurden. So liest sich das Plakat eher wie ein Comic-strip, der von den Musketieren, die füreinander einstehen, über ein Rassismus-Verbotsschild, eine Fussballhymne und die verschiedenen Nationalitäten, die Hand in Hand gehen, bis zum gemeinsamen erfolgreichen Kampf der Klasse gegen die Drachen des Schulalltags führt.
Bunt und schön.

Zum ersten Preis
Das aufwendige Plakat der 10c wird dominiert durch eine Waage, die Erstaunliches zeigt: Die 869 Schüler des Windeck, die für Toleranz, Offenheit und Humanität stehen, wiegen bei weitem die restlichen 8 Milliarden auf, die noch nicht verstanden haben, dass Menschlichkeit der Schlüssel zu einem glücklichen Leben ist. Unzählige Gesichter schauen uns an – ein vielfältiger Background für die weiße Waage, die bunten Windecker*innen und die graue Masse, die gegen das Engagement der Schüler*innen nicht ankommt.

Die zwei Originalitätspreise
Bunte Ostereier – alle verschieden. Doch letztlich, tief innen drin und als leckeres Spiegelei sind sie alle gleich. Ein schönes Bild, durch das die Klasse 9c mit einfachen und eindrucksvollen Mitteln das Zentrale ausdrückt: Die Farbe ist egal, auf den Inhalt kommt es an!

Zwei Skelette lächeln leicht scheu und doch ein bisschen provozierend aus dem Plakat der 10d. Und konfrontieren den Betrachter mit den Fragen: „Erkennst Du die Hautfarbe, Nationalität, sexuelle Orientierung, Religion oder politische Haltung?“
Na?
Das war uns allemal einen Preis wert!

Und hier noch alle weiteren Plakate.

Mottotapeten bis zum 18. Dezember!

Zum Motto-Projekt:
Wir leben nicht für uns allein, sondern alle miteinander. Damit sich in unserer Gemeinschaft alle wohlfühlen können, müssen wir aufeinander aufpassen, Rücksicht nehmen auf jeden Einzelnen, uns gegenseitig helfen und andere so annehmen, wie sie sind.
Das Courageteam ruft alle am Windeck auf, aktiv für diese Werte einzustehen.


Was ist euch wichtig?
Wofür wollt ihr euch einsetzen?
Welches Motto gebt ihr euch in diesem Schuljahr?


Die Antworten möchten wir sichtbar machen:
Jede Klasse / jeder Kurs bekommt ein Tapetenstück und wird gebeten, es passend zum Motto zu gestalten. Das entstandene Plakat wird dann draußen an der Klassenzimmertür aufgehängt.
Und am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien ist Bescherung …

Eine Jury des Courageteams wird alle Plakate sichten und drei Preise vergeben:

1. Preis – ein Eisgutschein für die ganze Klasse (1 Eiskugel / Nase!)
2. Preis – ein Hausmeistergutschein für die ganze Klasse (50 ct / Nase!)
3. Preis – eine Riesenrunde Gummibärchen
Gewinnen werden wir alle,
denn wir haben Courage und zeigen das auch!
Euer Courageteam

„Ihr sollt die Wahrheit erben“: Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch sprach im Windeck-Gymnasium

Das, worüber sie aus erster Hand sprechen kann, ist für die nachfolgenden Generationen nahezu unvorstellbar. Anita Lasker-Wallfisch (92), eine der letzten Zeitzeuginnen des Holocaust, kam am 9. November nach Bühl: Die „Cellistin von Auschwitz“ besuchte das Windeck-Gymnasium und hielt einen Vortrag über ihre Zeit als Jude im Nationalsozialismus und in den Konzentrationslagern Auschwitz und Bergen-Berlsen.

Buch von Lasker-Wallfisch

Am 9. November in der 3. und 4. Stunde wurde sie von Olaf Stiborsky und Andrea Körner als Gast in unserer Aula begrüßt. Die Schülerinnen und Schüler von der 9. Klasse bis zur Kursstufe hatten so die Möglichkeit, ihren Schilderungen zuzuhören und ihr Fragen zu stellen. In der Publikation „Ihr sollt die Wahrheit erben“ kann man minutiös und anhand von erhaltenen Korrespondenzen der Familie nachlesen, welche Schrecken des NS-Regimes die Familie und Lasker-Wallfisch selbst zu erdulden hatte. Nach ihrer Lesung und nachdem sie Fragen beantwortet hatte, wurde Lasker-Wallfisch von Omar Hemida interviewt. Das Interview wurde auch vom SWR aufgenommen und ist mittlerweile online verfügbar. 

Lasker-Wallfisch las aus ihrer Biographie, aus Versatzstücken der journalistischen Arbeit ihrer Schwester und aus eigenen Notizen vor. Eindrücklich, aber ohne Pathos mit einer an Nüchternheit grenzenden Sachlichkeit sprach die 1925 Geborene über erste Beleidigungen in der Schule, zunehmende Repressionen gegen Juden und die Reichspogromnacht, die sich am Tage ihres Vortrags auf den Tag genau jährte.

Auch sprach sie über ihre Zeit als Zwangsarbeiterin, in der ein Fluchtversuch zur Verhaftung und Überstellung nach Auschwitz führte. Dort rettete ihr das Cellospiel, das sie seit Kindesbeinen erlernt hatte, das Leben. Als Mitglied im Orchester von Ausschwitz wurde sie gebraucht. Dennoch musste sie mitansehen, wie tausende Juden und Kriegsgefangene getötet wurden. „Dort ging es nur durch den Schornstein raus“, so die zynische wie treffende Bemerkung.

Nach der Überstellung nach Bergen-Belsen, Krankheit und weiteren Martyrien, wurde das KZ von den Engländern befreit. Aber als „Displaced Person“ hatte Lasker-Wallfisch zunächst keinen Ort, an den die zurückkehren konnte. Sie versuchte es in England und schwor sich, nie wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Wir alle können froh sein, dass sie die schier unglaubliche Stärke besaß, zurückzukehren und nunmehr seit vielen Jahren in Schulen über den Holocaust zu sprechen, aufzuklären und zu informieren. Das Wort „Nation“ bedeute ihr nichts mehr. „Was ist ein Jude?“ Wichtig sei, was hinter dem Gesicht ist.

Die Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen und die anwesenden Journalisten erlebten eine Frau, die kein Blatt vor den Mund nahm und mutig über ihre Erfahrungen sprach. Eine Frau, der man gerade in der heutigen Zeit genau zuhören sollte, wenn sie sagt: „Schlagt euch nicht tot; spielt Fußball miteinander, sprecht miteinander. Interessiert euch für die anderen.“

Wir alle tragen nicht die Schuld für das, was passiert ist. Aber wir tragen die Verantwortung dafür, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder passieren wird. Menschen Wie Lasker-Wallfisch sind deshalb so wichtig,  das Gedenken und die Erinnerung aufrecht zu halten. Aber bald wird es keine Zeitzeugen mehr geben. Dann wird es an uns allen sein, dem nachfolgenden Generationen zu erzählen, was Menschen Menschen antun können. Und dass man alles dafür tun muss, dies zu verhindern.

B.Blume

Video von der Medien-AG (Besonderer Dank an David Huh für den Schnitt)

Die Identitären – „Neue Rechte“ in Bewegung?

Windeck-Gymnasium
Montag, 15. Mai 19.30 Uhr

Vortrag, Fragen, Diskussion
mit
Lucius Teidelbaum

„Die Identitären – „Neue Rechte“ in Bewegung?“ Das Windeck-Gymnasium als „Schule ohne Rassismus – Schule“ mit Courage lädt in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein zu einem Vortrag von Lucius Teidelbaum. Als freier Journalist, Publizist und Rechercheur befasst sich Teidelbaum seit Jahren mit der extremen Rechten und den anliegenden Grauzonen und informiert am Montag, 15. Mai 19.30 Uhr gern alle Interessierten. Danach soll ausreichend Gelegenheit sein für Fragen und eingehende Diskussionen. Glatze, Springerstiefel, Bomberjacke und irgendwie doch ein Auslaufmodell – so sieht das landläufige Bild des Neonazis aus. Doch es geht auch ganz anders. Die „Identitären“ sind jung und wirken in ihrer hippen Fassade zunächst wie ein Gegenentwurf, bleiben aber „völkisch“. Die neue Bewegung hat sich, häufig unbemerkt von einer breiten Öffentlichkeit, jenseits der Hakenkreuzritter als eine „Neue Rechte“ herausgebildet. Es ist keine Partei, eher eine Strömung und ein Organisationsgeflecht im vorpolitischen Raum. Die „Identitären“, seit 2012 ein Import aus Frankreich, treten unter Parolen wie „Tanz die Reconquista!“ oder „Multikulti wegbassen!“ an, um „das Abendland zu verteidigen“. Sie geben sich dabei als NPD-fern, anti-extremistisch und ihre Begleitmusik kommt von „Frei.Wild“. Diese neue Form der extremen Rechten soll kritisch betrachtet werden: Wie gefährlich sind die „Identitären“ in Deutschland derzeit?

Nicht eingeladen sind Menschen, die die Veranstaltung stören wollen. Vom Hausrecht wird Gebrauch gemacht.

Ein Zeichen gegen Rassismus

„Es ist an der Zeit Haltung zu zeigen und für Solidarität und ein demokratisches Miteinander einzustehen.“ Die Schülersprecher des Windeck-Gymnasiums setzten zusammen mit der ganzen Schule ein eindrucksvolles Zeichen gegen Rassismus. Aus dem Courage-Team kam die Idee einer Luftballonaktion und die SMV Vertreter setzten sie um. Für einen Euro bekam jedes Mitglied der Schulgemeinschaft einen Ballon mit einer anhängenden Karte, die die Botschaft aus Bühl in alle Winde tragen sollte. Am offiziellen UN-Gedenktag gegen den Rassismus riefen die Schülersprecher dazu auf, aktiv gegen Intoleranz, Ausgrenzung, Vorurteile und Gewalt vorzugehen. Am 21. März 1960 protestierten Tausende im südafrikanischen Sharpeville gegen das Apartheidregime der Weißen. Die Polizisten fühlten sich bedroht und eröffneten wieder und wieder das Feuer in die Menge. Mindestens 69 der fliehenden Menschen sterben, unter ihnen Frauen und Kinder. Am Tag danach rechtfertigte ein Polizist dieses Massaker mit den Worten, die Leute hätten „es eben auf die harte Tour lernen müssen“. „So etwas darf nie wieder geschehen!“ machten die Vertreter der Windecker SMV deutlich. Daher hatten sie sich mit acht weiteren Gymnasien der Region verabredet, an diesem Tag zeitgleiche Kundgebungen an den jeweiligen Schulen zu machen. Brandaktuelles Thema dabei war die Situation der Geflüchteten, die auch am Windeck in einer Sprachlernklasse vertreten sind und natürlich mit auf dem Schulhof standen. „Diese Menschen haben schreckliche Dinge erlebt, mussten von zu Hause flüchten, ihre Familien und Freunde zurücklassen und ohne Perspektive in ein völlig fremdes Land gehen. Ohne Geld, ohne Sprachkenntnisse, ohne Zuflucht! Wie würden wir uns fühlen? Was würden wir von dem Land erwarten, in das wir geflüchtet sind?“ Eine Antwort ist sicher: „Wir würden auf Solidarität hoffen.“ Und die war an diesem Vormittag zu spüren als allein in Bühl um die 600 Ballons in den Himmel stiegen. Die ersten Rückmeldungen über Funde trafen dann auch bald ein: Aus dem Schwarzwald, aus Karlsruhe, aus Öhringen im Landkreis Hohenlohe und sogar aus Herzogenaurach. „Gute Idee!“ schrieb ein Finder. „Weiter so, die Botschaft eurer Schule ist angekommen!“

Resolution des „Courageteams“ des Windeck-Gymnasiums zum heutigen 10.November.

Am Morgen des 10. November 1938 brannte die Bühler Synagoge auf dem Johannisplatz nieder. Bühl schaute zu. Das Team von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ des Windeck-Gymnasiums nimmt den diesjährigen Jahrestag der Reichspogromnacht zum Anlass um Stellung zu beziehen:

Wir erteilen jeglicher Diskriminierung sowie jeder Form von Rassismus eine klare Absage.  Wir wenden uns dabei gleichermaßen gegen Diskriminierung aufgrund der Religion, der ethnischen oder sozialen Herkunft, des Geschlechts, körperlicher Merkmale, der politischen Weltanschauung und der sexuellen Orientierung. Wenn in unserem Umfeld – ob in der Schule, online oder im privaten Bereich – Gewalt geschieht oder diskriminierende oder rassistische Äußerungen fallen, werden wir nicht schweigend daneben stehen, sondern uns aktiv für ein respektvolles Miteinander einsetzen.
Seit vielen Jahren finden am Windeck-Gymnasium als einer Schule des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ Projekte und Veranstaltungen statt, deren Ziel die Stärkung von demokratischen Werten und Toleranz ist: Diese Tradition wollen wir aufgreifen und fortführen.

Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung haben bei uns keinen Platz – denn wir haben Courage!

Armbandverkaufserlös in Bastelkisten investiert