Die Identitären – „Neue Rechte“ in Bewegung?

Windeck-Gymnasium
Montag, 15. Mai 19.30 Uhr

Vortrag, Fragen, Diskussion
mit
Lucius Teidelbaum

„Die Identitären – „Neue Rechte“ in Bewegung?“ Das Windeck-Gymnasium als „Schule ohne Rassismus – Schule“ mit Courage lädt in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein zu einem Vortrag von Lucius Teidelbaum. Als freier Journalist, Publizist und Rechercheur befasst sich Teidelbaum seit Jahren mit der extremen Rechten und den anliegenden Grauzonen und informiert am Montag, 15. Mai 19.30 Uhr gern alle Interessierten. Danach soll ausreichend Gelegenheit sein für Fragen und eingehende Diskussionen. Glatze, Springerstiefel, Bomberjacke und irgendwie doch ein Auslaufmodell – so sieht das landläufige Bild des Neonazis aus. Doch es geht auch ganz anders. Die „Identitären“ sind jung und wirken in ihrer hippen Fassade zunächst wie ein Gegenentwurf, bleiben aber „völkisch“. Die neue Bewegung hat sich, häufig unbemerkt von einer breiten Öffentlichkeit, jenseits der Hakenkreuzritter als eine „Neue Rechte“ herausgebildet. Es ist keine Partei, eher eine Strömung und ein Organisationsgeflecht im vorpolitischen Raum. Die „Identitären“, seit 2012 ein Import aus Frankreich, treten unter Parolen wie „Tanz die Reconquista!“ oder „Multikulti wegbassen!“ an, um „das Abendland zu verteidigen“. Sie geben sich dabei als NPD-fern, anti-extremistisch und ihre Begleitmusik kommt von „Frei.Wild“. Diese neue Form der extremen Rechten soll kritisch betrachtet werden: Wie gefährlich sind die „Identitären“ in Deutschland derzeit?

Nicht eingeladen sind Menschen, die die Veranstaltung stören wollen. Vom Hausrecht wird Gebrauch gemacht.

Ein Zeichen gegen Rassismus

„Es ist an der Zeit Haltung zu zeigen und für Solidarität und ein demokratisches Miteinander einzustehen.“ Die Schülersprecher des Windeck-Gymnasiums setzten zusammen mit der ganzen Schule ein eindrucksvolles Zeichen gegen Rassismus. Aus dem Courage-Team kam die Idee einer Luftballonaktion und die SMV Vertreter setzten sie um. Für einen Euro bekam jedes Mitglied der Schulgemeinschaft einen Ballon mit einer anhängenden Karte, die die Botschaft aus Bühl in alle Winde tragen sollte. Am offiziellen UN-Gedenktag gegen den Rassismus riefen die Schülersprecher dazu auf, aktiv gegen Intoleranz, Ausgrenzung, Vorurteile und Gewalt vorzugehen. Am 21. März 1960 protestierten Tausende im südafrikanischen Sharpeville gegen das Apartheidregime der Weißen. Die Polizisten fühlten sich bedroht und eröffneten wieder und wieder das Feuer in die Menge. Mindestens 69 der fliehenden Menschen sterben, unter ihnen Frauen und Kinder. Am Tag danach rechtfertigte ein Polizist dieses Massaker mit den Worten, die Leute hätten „es eben auf die harte Tour lernen müssen“. „So etwas darf nie wieder geschehen!“ machten die Vertreter der Windecker SMV deutlich. Daher hatten sie sich mit acht weiteren Gymnasien der Region verabredet, an diesem Tag zeitgleiche Kundgebungen an den jeweiligen Schulen zu machen. Brandaktuelles Thema dabei war die Situation der Geflüchteten, die auch am Windeck in einer Sprachlernklasse vertreten sind und natürlich mit auf dem Schulhof standen. „Diese Menschen haben schreckliche Dinge erlebt, mussten von zu Hause flüchten, ihre Familien und Freunde zurücklassen und ohne Perspektive in ein völlig fremdes Land gehen. Ohne Geld, ohne Sprachkenntnisse, ohne Zuflucht! Wie würden wir uns fühlen? Was würden wir von dem Land erwarten, in das wir geflüchtet sind?“ Eine Antwort ist sicher: „Wir würden auf Solidarität hoffen.“ Und die war an diesem Vormittag zu spüren als allein in Bühl um die 600 Ballons in den Himmel stiegen. Die ersten Rückmeldungen über Funde trafen dann auch bald ein: Aus dem Schwarzwald, aus Karlsruhe, aus Öhringen im Landkreis Hohenlohe und sogar aus Herzogenaurach. „Gute Idee!“ schrieb ein Finder. „Weiter so, die Botschaft eurer Schule ist angekommen!“

Resolution des „Courageteams“ des Windeck-Gymnasiums zum heutigen 10.November.

Am Morgen des 10. November 1938 brannte die Bühler Synagoge auf dem Johannisplatz nieder. Bühl schaute zu. Das Team von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ des Windeck-Gymnasiums nimmt den diesjährigen Jahrestag der Reichspogromnacht zum Anlass um Stellung zu beziehen:

Wir erteilen jeglicher Diskriminierung sowie jeder Form von Rassismus eine klare Absage.  Wir wenden uns dabei gleichermaßen gegen Diskriminierung aufgrund der Religion, der ethnischen oder sozialen Herkunft, des Geschlechts, körperlicher Merkmale, der politischen Weltanschauung und der sexuellen Orientierung. Wenn in unserem Umfeld – ob in der Schule, online oder im privaten Bereich – Gewalt geschieht oder diskriminierende oder rassistische Äußerungen fallen, werden wir nicht schweigend daneben stehen, sondern uns aktiv für ein respektvolles Miteinander einsetzen.
Seit vielen Jahren finden am Windeck-Gymnasium als einer Schule des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ Projekte und Veranstaltungen statt, deren Ziel die Stärkung von demokratischen Werten und Toleranz ist: Diese Tradition wollen wir aufgreifen und fortführen.

Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung haben bei uns keinen Platz – denn wir haben Courage!

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Was machen wir? Wer sind wir? Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

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Das Windeck Gymnasium Bühl gehört seit 2008 zu den Schulen, die sich der bundesweiten Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ angeschlossen haben. Mit dieser Aktion und mit ihrem Leitbild setzt sich die Schulgemeinschaft gegen alle Formen von Diskriminierung und Rassismus und für ein gewaltfreies und respektvolles Miteinander ein. Deshalb sind Personen, die mit ihrer Kleidung oder durch Symbole Menschen wegen ihrer Rasse, ihrer Hautfarbe, ihrer Zugehörigkeit zu einem anderen Kulturkreis oder zu einer anderen Religion verunglimpfen oder diskriminieren, in unserer Schule und bei schulischen Veranstaltungen unerwünscht.

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