Jubiläum: Interview mit Ralf Dujmovic

Nun ist es schon länger her, dass die Medien-AG „Smart-Aces“ mit einem ganz besonderen Menschen sprechen konnte: Die Medien-AG interviewte den ehemaligen Windeck-Schüler und Bergsteiger Ralf Dujmovic und sprach mit ihm über seine Erinnerungen an die Schule, das Bergsteigen und spannende Projekte. Als damals der Jubiläumsfilm herauskam, entschied sich die AG, das interessante Interview nicht so klein zu schneiden, dass es in das Video passen würde. 

Aus diesem Grund können nun alle am Video teilhaben. Gleichzeitig ist das Video auch ein zusätzlicher medialer Abschluss des Jubiläumsjahres. Wir freuen uns, dass Herr Dujmovic uns die Möglichkeit gab, mit ihm in Kontakt zu treten uns mit uns zu sprechen.

 

Besuch aus Straßburg am 06.12.18

Es ist schon zu einer kleinen Tradition geworden: Anfang Dezember bekommen die Sechstklässler der Straßburg-AG Besuch von ihren corres, ihren Austauschpartnern vom collège Foch in Straßburg. Dieses Jahr fiel der Besuch passenderweise genau auf den Nikolaustag, was die Gäste in den Genuss der Überraschungen der SMV und des Pausenkonzerts brachte.
Die französischen und deutschen Kinder haben einen aufregenden und schönen Tag erlebt, der vollgepackt war mit gemeinsamen Aktivitäten, die zum miteinander Sprechen und einander Kennenlernen gedacht waren.
Sehen Sie hier einige Impressionen:

– Ankunft des Busses vor der Schule und erste Kontaktaufnahme.

– Deutsch-französisches „Speeddating“ in der Mensa

– Wir stellen Schoko-Crossies und Schokotaler her.

– Gemeinsames Mittagessen in der Mensa

– Plätzchen backen im Backzelt auf dem Weihnachtsmarkt

– Wir spielen Memory mit deutschen und französischen Begriffen zum Thema „Weihnachten“.

– Die Köstlichkeiten werden in Tüten verpackt, damit jeder eine Erinnerung mit nach Hause nehmen kann.

– Gruppenfoto zum Abschluss


Am Ende des Tages war man sich einig, einen schönen Tag mit viel Spaß gemeinsam verbracht und einiges gelernt zu haben. Bei der Verabschiedung wurden fleißig Telefonnummern ausgetauscht und so bleiben hoffentlich bis zum Gegenbesuch im Frühjahr in Straßburg, auf den wir uns schon sehr freuen, alle in Kontakt!

Vorlesewettbewerb 2018

„Ich schenke dir eine Geschichte“ – unter diesem Motto fand in diesem Jahr der Vorlesewettbewerb 2018 im Windeck-Gymnasium statt.

Zehn junge Leserinnen und Leser versetzten über 90 Minuten hinweg das Publikum in andere Welten. Gespannt lauschten die jungen und nicht mehr so jungen Zuhörer den Geschichten – ob im „Nimmerzeitexpress“ oder vom „Götterchef Smart“, ob von „Wunder(n)“, denen man „Gegen alle Hindernisse“ Raum schenken konnte. Auch „Dorks Tagebücher“ blieben kein „Top Secret“ und auch die Klassiker „Harry Potter“ und „Percy Jackson“ fanden großen Anklang. Die Aufmerksamkeit blieb auch  bei der „Jagd nach dem Luridium“ hoch und „Sally Jones – Mord ohne Leiche“ führte alle Gäste an diesem kühlen Novembermorgen in das schöne portugiesische Hinterland zu einer ganz schön kriminellen Geschichte.

Die Klassen unterstützten ihre Vorleserinnen und Vorleser sehr vorbildlich, die Stimmung war prima und alle waren dann sehr gespannt, als der Uhrzeiger kurz vor 11 Uhr das Ende der Vorlesezeit signalisierte.

Allerdings hatte die Jury in diesem Jahr eine noch schwieriger Aufgabe als in den Vorjahren, unsere besten Geschichtenerzähler 2018 zu finden – nach langem Reden und Abwägen musste eine Entscheidung getroffen werden. Jacob Schlegel hatte ganz hauchdünn die Nase vor Konstantin Komotzki vorn. Auf diesem Wege: Lieber Jacob, herzlichen Glückwunsch!, wir drücken dir die Daumen und danken nochmals allen Vorleserinnen und Vorlesern für die tolle Auswahl, die interessanten Geschichten, die lebhaften Betonungen und ein insgesamt gelungenes Ereignis.

 

Bericht zum Festakt

Das Windeck präsentiert sich zum Geburtstag sehr lebendig

Bühler Gymnasium feiert sein 125-jähriges Bestehen mit einem unterhaltsamen Festakt

Bühl (kkö). Später Samstagnachmittag, Festakt des Windeck-Gymnasiums zum 125-jährigen Bestehen. Die Mensa, in der sich aus gebotenem Anlass die verschiedensten Schüler-, Lehrer- und Elterngenerationen teils wortwörtlich die Hand geben, wird von einer Bühne dominiert, über der auf eine Leinwand projiziert steht:


Nun ist ja schon der erste, oberflächliche Eindruck der so dicht bevölkerten Räume der von Lebendigkeit. Ob diese aber auch tiefergehend Bestand hat, aktuell wie in Zukunft, ist eine Leitfrage, die den Akt begleitet. Moderiert von den Lehrern Sven Lembke und Mario Seiler, stehen lockere Podiumsgespräche auf der Agenda, von „liebevoller“ Ironie durchsetzt – dem ganz eigenen Humor der Pädagogen geschuldet.

Schüler, Eltern, Schulleiterin Andrea Körner, Oberbürgermeister Hubert Schnurr und Anja Bauer, Abteilungspräsidentin im Regierungspräsidium Karlsruhe, werden über das Windeck und seinen Charakter reflektieren, stets eingebettet in ihren persönlichen Bezug zu der Bühler Schule.

Auf das Bühnenprogramm stimmt strahlend der Unterstufenchor mit dem Windeck-Song samt Jubiläumsstrophe ein:
Das Gümmi Gymnasium hat Geburtstag!

In der Begrüßung schildert Andrea Körner ihre Erfahrungen gerade auch während der Vorbereitung der Feier. Viele Ehemalige, berichtet sie, blieben dem Windeck über Jahrzehnte hinweg verbunden; einige Schüler seien heute Lehrer, nicht selten besuchten Kinder und Enkel früherer Schüler das Gymnasium.  Sie spricht von vertrauensvollem Miteinander und „Zeichen der Wertschätzung“ – und von ihrem Dank, in den sie Stadtverwaltung und Gemeinderat einschließt, ganz konkret auch OB Schnurr: „Er hat für die Anliegen der Schule immer ein offenes Ohr.“

 
 

In der ersten Gesprächsrunde steht im Fokus, was die Einzelnen mit der Schulzeit verbindet: Lembke hat eine Netzkarte mitgebracht, die für ihn einst „eine Reise in die Andersartigkeit“ bedeutete. Der OB zückt einen Rechenschieber, Judith Feuerer – zweite Vorsitzende des Elternbeirats – einen Ordner mit Windegg-Schülerzeitungen. Claudia Wendenburg, heute Vorsitzende des Fördervereins, erzählt von prägenden Austauschprogrammen und Studienreisen. Anja Bauer, ebenfalls Ex-„Windeckerin“, schildert, wie ihr Lehrer jene, die den Stoff nicht „kapiert“ hatten, „mit nach Hause schleppte“, um sie auf das Abi vorzubereiten.

Erheiternd der Rückblick Körners: Sie habe sich als Grundschülerin bei Botengängen ins Rektorat in die Stundenplan-Stecktafel verliebt, behauptet sie, woraufhin Lembke ausruft: „Eine Romanze!“ Auf die Frage nach dem, was Schule lebendig macht, wird es unterschiedliche Antworten geben: Bauer ruft zum Dialog mit den Schülern auf, zu einer Kultur des Zuhörens; OB Schnurr verweist auf bauliche Voraussetzungen wie die bevorstehende Generalsanierung des Klassentraktes, deren zügige Umsetzung er zusagt. Die Schülersprecherinnen Noreen Tausend und Janina Widmann begründen die Lebendigkeit des Windeck insbesondere mit der Vielfalt an Möglichkeiten, die weit über das Pflichtmaß hinausreichen, von AG’s bis hin zur SMV. Ähnlich wertet es Körner, die die Bedeutung der „Neugier“ der Schüler unterstreicht, über den Tellerrand hinauszuschauen. „Davon lebt unsere Schule, das gibt ihr Esprit.“ Der Elternbeiratsvorsitzende Dirk Striebel schließt sich dem an, greift aber auch die Dringlichkeit der Sanierung auf: „Wir bitten, dass Tempo in die Geschichte kommt.“ Nur nebenbei Erwähnung finden an dieser Stelle all jene, die den Abend mitgestalten, sei es über Flötenmusik, Rope-Skipping, Ballett oder Jazz. Ihre Leistung möge das nicht schmälern: Auch sie waren eine der möglichen Antworten auf die Frage, was Schule lebendig macht.

Dieser Artikel erschien am 28.11.2018. Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung von Kathrin König.

 

Gedenken an das Pogrom vom 9.November 1938

Genau 80 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen des Novemberpogroms, bei dem deutschlandweit jüdische Geschäfte zerstört, Synagogen in Brand gesetzt und jüdische Menschen angegriffen, verletzt und erfordert wurden, fand in Bühl in Gedenken an die Opfer dieser unmenschlichen Aktionen statt. Nachdem der Bürgermeister der Stadt Bühl, Hubert Schnurr in einer Rede die Wichtigkeit eines gemeinsamen Gedenkens hervorhob, trugen Schülerinnen und Schüler des Windeck-Gymnasiums in einer bewegenden Rede die Ereignisse rund um den Bühler Synagogenbrand vor. Diese findet sich an dieser Stelle zum Nachlesen. 

2015
Chor: Enzkreis, Rems-Murr-Kreis, Main-Tauber-Kreis, Landkreis Lörrach, Bodenseekreis, Ostalbkreis

Vor 80 Jahren im November

Der Volkszorn gibt ein Schauspiel,
die Reichspogromnacht in Bühl

Es war schon sehr kalt gegen Mitternacht. Am Tag, am 9. November 1938, hatte die Temperatur zwischen 7 und 11 Grad geschwankt.
Ob in der Gartenstraße, in der Wohnung des Kreisleiters der NSDAP in Bühl, oder ob in der Eisenbahnstraße, in den Amtsräumen der Kreisleitung – Anschluss Nr. 748 – das Telefon klingelte, ist nicht mehr festzustellen.
Auch in Achern wurde jemand an den Apparat gerufen, der Führer des SA-Sturmes 13/111. Als er hörte, um was es ging, zog er vor, krank im Bett zu liegen.

Verlangt wurde, wie an vielen Orten in Deutschland, ,,spontaner Volkszorn“ der bewaffneten Mitglieder der Nazi-Partei gegen jüdische Mitbürger.

Die Befehle waren immer eindeutiger geworden: Gewalt gegen Juden, ihre Geschäfte, Wohnungen und Synagogen.

Am selben Tag waren bereits von anderen Städten Ausschreitungen gemeldet worden.

Friedrich Gißler aus Bühl konnte sich gut darüber informieren, denn er trug jeden Wochentag den ,,Führer“, die Parteizeitung für den ,,Gau Baden“, aus. Vorsorglich hatte er bei Dunkelheit, an einer Tankstelle im nördlichen Teil der Hauptstraße einen Kanister mit fünf Litern Benzin besorgt.

Er kann sich aus mit Sachbeschädigung, Zerstörung von Gräbern sowie bei Diebstahl in einem Gotteshaus – und für einen Teil dieser Taten war er bereits verurteilt worden.

Seit 1909 lebte er in Bühl. Eigentlich wollte er Bildhauer werden, hatte dann aber Elektriker gelernt. Seit 1933 bezahlte ihn die NSDAP als Austräger und Berichterstatter des ,,Führers“.

Gißler wusste, mit wem zusammen er die Aktion unternehmen konnte.
Da war ein weiterer ,,alter Kämpfer“, Hans Ringwald,1901 geboren.
Er hatte nach dem Abitur eine Banklehre gemacht, war seit.1932 SA-Mann, und „Kreiskassenleiter“ der NSDAP in Bühl.

Auch Eduard Philipp Jacob Börner hatte, nach der Mittleren Reife in einer Bank und in verschiedenen Tätigkeiten gearbeitet. Immer wieder war er arbeitslos gewesen.Wie viele andere in dieser Zeit konnte er sich als ein Opfer wirtschaftlicher Krisen und gesellschaftlicher Probleme sehen. Seit 1925 war er in der NSDAP und der SA. Er war neu in Bühl und hier als „Kreisamtsleiter“ der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt als „Fürsorgereferent“ tätig.

Wer machte sich also jetzt an die Arbeit?
Eine ziemlich kriminelle Existenz und zwei, die vielleicht überzeugte Nazis waren, vor allem aber von der Partei finanziell abhängig waren.
Keiner von ihnen war in Bühl geboren. Innerlich waren sie wahrscheinlich bereit zum Losschlagen, doch von sich aus wäre wohl keiner aktiv geworden.
Im Vergleich zu anderen Städten begannen sie sehr spät: Erst als sie in der Chefetage der Kreisleitung genügend instruiert worden waren, begannen sie, das zu mobilisieren,
was später in den Medien des NS-Staates als ,,spontaner Volkszorn“ verkauft wurde.

2016
Chor: Bodenseekreis, Landkreis Ravensburg, Landkreis Esslingen, Landkreis Heilbronn, Rems-Murr-Kreis, Landkreis Lörrach, Hohenlohekreis

 


Kurz nach 8 Uhr am Morgen wurden sie gesehen, wie sie sich, von der Kreisleitung kommend, zusammen mit einer Anzahl anderer Bühler vor dem Schuhhaus Lion in der Schwanenstraße zu schaffen machen. Da es bereits am Tage zuvor kleinere Aktionen gegen Juden und ihre Geschäfte

gegeben hatte, waren hier vorsorglich die Rollladen an den Schaufenstern heruntergelassen.
Rollläden und Fenster sind schnell eingeschlagen; als der Zug weitergeht, ist der Eingang des Geschäftes demoliert, drinnen die Regale umgestürzt. Schuhe liegen zerstreut herum, auch auf der Straße.

Am Johannesplatz stehen die Türflügel der Synagoge bereits offen.
Im Innern sind rasch die Bänke umgeworfen, und auf der Empore befinden sich schon andere. Börner klimpert auf dem Harmonium. Als Gißler, Ringwald und Börner wieder nach unten gegangen sind, wird das Harmonium

über die holzverkleidete Brüstung gewuchtet und stürzt krachend nach unten. Später klagt einer der drei, sie seien fast selbst getroffen worden. Schnell wird noch ein weiterer Befehl ausgeführt: In der benachbarten Wohnung des Kantors Bruchsaler suchen sie nach belastenden Schriftstücken. Nach knapp zehn Minuten geht es wieder zurück zur Kreisleitung.

Dort wird gemeldet, dass sich immer mehr Menschen auf dem Johannesplatz und den anderen Straßen in seiner Umgebung zusammenrotten, vor allem an der Hauptstraße und in der Grabenstraße. So kehren auch sie zurück zur Synagoge, vermutlich mit neuen Befehlen ausgestattet.

Inzwischen brennt im Synagogenhof ein Feuer: ein Teil des Inventars der Synagoge. Schon liegen Teile der Torarollen versengt zwischen Zwetschgenbäumen in den Gärten der Nachbarschaft.

Gißler, Ringwald und Börner gehen nochmals die Synagoge, in der noch immer andere herumstehen.

Anfangs wird nicht bemerkt, dass Gißler unten links an der Altarseite ein Feuer gelegt hat. Rauch steigt auf; noch sind keine Flammen zu sehen, doch alle stürzen hinaus. Jemand will den Teppich im Mittelgang retten. Da braust Ringwald auf: Wem passe das nicht, wer habe etwas dagegen?

Der Zug geht erneut die Schwanenstraße vor, zur Kreisleitung der NSDAP.

Eine Menge Leute steht auf dem ehemaligen Synagogenplatz in einiger Entfernung vom brennenden Gebäude. Inzwischen sind die Fensterscheiben der Synagoge geborsten.
Gißlers Frau Sophie wirft kurze, brennende Fackeln in die Fenster an der Nordseite der Synagoge. Von der Volksschule in der Hauptstraße sind eine Menge Schüler, mit oder ohne Erlaubnis der Lehrer, gekommen. Eine ganze Gruppe von Obersekundanern aus dem Realgymnasium am Stadtgarten eilt unter der Leitung ihres Turnlehrers im Laufschritt heran. Einige der Zuschauer sind entsetzt und sagen, dass sich das alles rächen werde. Andere – vor allem die bekannten Anhänger und Mitglieder

der NSDAP – johlen, als Gißler sich beim Verlassen der Synagoge triumphierend zeigt.

Die Feuerwehr schützt das anliegende Gebäude, unternimmt aber nichts zur Rettung der Synagoge.
Plötzlich ein Zwischenfall:
Die Flammen drohen auf das angrenzende kleine Lebensmittelgeschäft überzugreifen. Die Inhaberin stürzt mit der Ladenkasse in der Hand die niedrigen Treppenstufen hinunter. Sie stolpert. Das Münzgeld klirrt auf den Pflastersteinen, einige Viertklässler lesen es auf und geben es zurück. Als sie nach der großen Pause in die Schule zurückkommen, werden sie belohnt. Allerdings nicht für ihre Ehrlichkeit, sondern dafür, dass sie sich das wichtige Ereignis des Synagogenbrandes angeschaut haben.


Noch am Nachmittag schwelt es aus den Trümmern. Immer wieder treffen Neugierige ein.
Kreisleiter Rothacker in brauner Uniform macht zufrieden Stimmung für eine abendliche Kundgebung am Ehrenmal für die Gefallenen in der Eisenbahnstraße. Was an Einrichtungsgegenständen der Synagoge nicht verschwunden oder verbrannt ist, wird zum Abtransport gerichtet.
In der Schwanenstraße toben sich Jugendliche an den Häusern jüdischer Mitbürger aus.
Manche Mütter, so wird berichtet, weinen zu Hause.

Noch am nächsten Tag muss für Ruhe gesorgt werden. Wohl deshalb machen die Klassen des Realgymnasiums Ausflüge. Die Fünftklässler müssen in Religion erst ein Gebet aufsagen. Dann geht es auf einen geologisch-biologischen Lehrausflug. Die Klasse 7 macht eine „Biologische Wanderung“.

2017
Chor: Landkreis Karlsruhe, Bodenseekreis

1947 begann die juristische Bewältigung des Synagogenbrandes in Bühl.
Gißler, Ringwald und Börner bestritten, die Synagoge angezündet zu haben.
Sie hätten auch nichts zerstört und nichts geplündert. Nur aus Neugierde hätten sie einige Gegenstände in der Hand gehalten und betrachtet. Börner wollte sogar schon 1938 gegen die Übergriffe gewesen sein.
Das Gericht bedauerte, dass es aus den Zeugenaussagen keine zuverlässigen Angaben über die Anteile der einzelnen Angeklagten am Verbrechen entnehmen konnte.

Wegen schweren Hausfriedensbruches,
wegen einfachen Landfriedensbruches,
wegen Diebstahls und Verrichtung beschimpfenden Unfugs in einem Gotteshaus,
wegen Verfolgung aus rassischen Gründen

und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit
wurden die überführten Täter letztlich verurteilt.

Ringwald und Börner erhielten Strafmilderung, weil sie nicht vorbestraft waren und die Tat inzwischen bedauerten.
Als straferschwerend wurde aber angesehen,
dass alle drei Angeklagten als bekannte Funktionäre der NSDAP den Bühler Straßenpöbel noch aufgewiegelt hätten.
Der Richter sagte, sie hätten dem deutschen Volk schwersten Schaden zugefügt.
Gißler wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt,
Ringwald zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten,
Börner zu acht Monaten.


Der Bericht des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg konstatiert im November 2018:

Zusammengefasst lässt sich im Hinblick auf
Brandanschläge auf Asylunterkünfte nachfolgendes feststellen:

 

Straftaten gegen Asylunterkünfte im
Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität rechts“:

2015: 63 Straftaten, hiervon 6 Branddelikte

2016: 69 Straftaten, hiervon 7 Branddelikte

2017: 31 Straftaten, hiervon 2 Branddelikte


Für 2018 liegen noch keine abschließenden Zahlen vor.

 

Reichspogromnacht 2018, Foto Bernhard Margull

Reichspogromnacht 2018, Foto Bernhard Margull

Gruselparty im Windeck-Gymnasium am 23.11.

An alle Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 8. Klasse!
Wir laden euch herzlich zur diesjährigen Gruselparty am Freitag, den 23.11, in der Mensa ein.
Von 18-22 Uhr erwarten euch zahlreiche gruselige, aber auch lustige Spiele.
Neben schrecklich gutem Essen für wenig Geld und schauriger Musik könnt ihr mit einem besonders gruseligem Kostüm fantastische Preise gewinnen.
Wer verkleidet kommt zahlt 1€, ohne Kostüm 2€.
Wir freuen uns auf eine schaurige Party mit euch!

Eure SMV
Lara Horcher&Jette Jaberg

Unfassbare Zufälle – Prof. Dr. Schimmel über Urknall, Entfernungen und die Welt

Unfassbar! Das fasst, im wörtlichen Sinne, den Vortrag von Prof. Dr. Schimmel zusammen, der beim astronomischen Abend die Gäste auf eine Reise von der Welt zur Galaxie und zurück schickte. 

Der astronomische Abend stand in diesem Jahr unter einem ganz besonderen Stern: Das Jubiläum unserer Schule war auch bei dieser Angelegenheit gegenwärtig. So freute es alle Beteiligten besonders, dass sie Professor Dr. Thomas Schimmel vom Institut für Angewandte Physik an der Universität Karlsruhe – KIT zuhören und zusammen mit den Bühler Sternguckern den Himmel betrachten konnten. Der Vortrag von Herrn Schimmel beschäftigte sich mit den fundamentalen Fragen des Universums.

 

Gebannte Zuhörer konnten von den Grenzen des Vorstellungsvermögens hören, von den Grenzen des Universums und von den Regeln der Natur, nach denen das Universum funktioniert und funktionierte, lange bevor es den Menschen gab. Die Leitfragen des Vortrags waren jene, die schon Einstein und Stephen Hawking faszinierte: Warum lauten die Gesetze der Natur so, wie sie lauten? Gab es jemanden, der dem Universum das Licht eingebaut hat? Oder anders: Woher kommen denn diese Gesetze, nach den allen funktioniert? Denn letztlich ist es dieser Code, nach denen alles funktioniert. Letztlich deuten schon diese Fragen auf eine Schlussfolgerung, die schon der berühmte Physiker Max Planck zog: „Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern ergänzen und bedingen einander.“

Obwohl der stets lebendig und leidenschaftlich vortragende Prof. Schimmel dafür sorgte, dass man als Nicht-Physiker die Ausführungen verstehen konnte, waren die Zahlen und Vergleiche oftmals so unglaublich, dass man sie einfach hinnehmen musste. So haben die Menschen zwar faszinierende Technik – das Hubble-Teleskop kann ein Glühwürmchen in 16.000 Kilometer Entfernung sehen. Jedoch bedeutet dies nur, dass wir besser nachvollziehen können, wie klein, wie unscheinbar die Welt und wie unfassbar groß das Universum ist. So können wir in Galaxien schauen, zu denen das Licht 10.000 Millionen Jahre braucht, wenn es 300.000 Kilometer pro Sekunde zurücklegt. Wenn das Licht der nächsten Galaxie ankommt, wird die Menschheit also schon nicht mehr existieren.

Insofern müssen wir uns auch nicht fürchten, obwohl unsere Milchstraße und der Andromeda-Nebel sich auf Kollisionskurs befinden. Die Explosion wird zwar keiner überleben, aber das Ereignis noch etwa ein bis zwei Milliarden Jahre entfernt.
In dem Vortrag von Prof. Schimmel, der auch für Nicht-Physiker nachvollziehbar und inspirierend war, gab es eine Fülle solcher unglaublicher Beispiele, die Zuhörerinnen und Zuhörer gleichermaßen schmunzeln und nachdenken ließen.

So ist beispielsweise nachgewiesen, dass der Urknall nicht nur ein unglaublich lange zurückliegendes Ereignis ist, sondern dass wir uns quasi darin befinden. 400 Lichtquanten des ersten Lichts befinden sich in jedem Kubikzentimeter des gesamten Universums.

Auf der anderen Seite ist das Fassungsvermögen selbst der intelligentesten Menschen beim Urknall am Ende. Hinter einen bestimmten Punkt, nämlich 1 Sekunde hoch minus 43, kann man nicht mehr schauen. Was dahinter liegt, ist die Erschaffung von allem. Wir können jedoch nur die Spuren erahnen, wie Prof. Schimmel sagte, gleich einer Ameise, die nach einem Menschen sucht, auf ihm herumklettert, aber eben nur Haut sieht, niemals den ganzen Menschen.

Kein Wunder also, dass viele Wissenschaftler und unter ihnen Physiker gottgläubig sind. So nannte der 2006 mit dem Physik-Nobelpreis geehrte George S. Smoot, der die Eigenschaften des ersten Lichts des Universums untersucht hatte, in einer berühmt gewordenen Pressekonferenz seinen Fund „Das Angesicht Gottes“.

Der kleine Mensch auf der kleinen Welt in der kleinen Milchstraße in der kleinen Galaxie zwischen Millionen Galaxien als derjenige, der erwählt wurde, ein Leben zu leben? Nach Prof. Schimmel jedenfalls insofern vorstellbar, als dass jede andere Erklärung noch viel weniger vorstellbar ist. Nach der Beantwortung einiger weiterer Fragen, bei denen man merkte, dass viele neue Gedanken angestoßen wurden und nachdem unsere Schulleiterin Frau Körner den Gast verabschiedet hatte, konnten noch einige Gespräche geführt werden. Sodann verabschiedeten sich die Gäste dieses faszinierenden Abends in die Nacht. Und vielleicht kamen sich einige dabei unglaublich klein vor – aber doch geborgen.

Text und Bilder: Bob Blume

Besuch vom France-Mobil

Marktplatz der Berufe am Freitag, den 16. November 2018

Die Leitperspektive Berufliche Orientierung des neuen Bildungsplanes weist der Berufs- und Studienorientierung einen deutlich größeren Stellenwert als zuvor zu, was wir alle sehr begrüßen. Mit unserem Ansatz, am Ende der Mittelstufe, als wichtige Gelenkstelle, unsere Schülerinnen und Schüler so frühzeitig wir möglich mit fundierten Informationen zu versorgen, gehen wir dabei sicherlich neue Wege, da es bei unserem Konzept zu einer Kooperation der weiterführenden Schulen (Gewerbeschule, Handelslehranstalt und Windeck-Gymnasium) am Schulort Bühl kommt.

Beim Marktplatz der Berufe erhalten alle Schülerinnen und Schülern der Eingangsklassen bzw. der 10-ten Klassen „aus erster Hand“ einen sowohl umfangreichen als auch detaillierten Einblick in die verschiedensten Berufe.

Auf Elterninitiative hin ist es uns im Vorjahr erstmals gelungen, mit dem Marktplatz der Berufe eine Informationsveranstaltung auf die Beine zu stellen, bei der die Schülerinnen und Schüler ganz konkrete Einblicke in den Berufsalltag erhalten. Es ist eben doch von Relevanz, wenn junge Menschen einer Physiotherapeutin, einem Maschinenbauingenieur, einer Juristin oder einem Architekten Fragen zum Berufsalltag stellen und unmittelbar erfahren können, wie sich das Berufsbild in den letzten Jahren entwickelt bzw. welche Veränderungen der Beruf beispielsweise durch die Digitalisierung erfahren hat.

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern war sehr positiv. Viele Schüler waren überrascht, wie faszinierend auch gerade manche vermeintlich klischeebehafteten Berufe sind oder auch wie facettenreich Berufe sein können, unter denen man sich zunächst nur wenig vorstellen kann.

Es werden am 16. November ca. 25 Berufe/Berufsfelder durch Eltern in einer ganztägigen Veranstaltung vorgestellt werden können. Die Anmeldung wird um die Herbstferien stattfinden, eine umfassende Eltern/Schülerinformation erfolgte an den Elternabenden bzw. direkt in den Klassen.

Beim Bühler Studieninformationstag am Technischen Gymnasium/Gewerbeschule Bühl erhalten alle Schülerinnen und Schüler der Berufskollegs sowie der gymnasialen J1-Stufen vielfältige Angebote zur Berufs- und Studienplatzwahl. An Messeständen und im Rahmen von zwei Vortragsrunden werden sie über die vielfältigen Wege zu ihrem Traumberuf informiert und können alle ihre Fragen den Vertretern der Hochschulen, Institutionen und Betrieben stellen. Weitere Informationen zum Bühler Studieninformationstag  finden Sie hier.