Erfolgreiche Umweltmentoren!

Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreich abgeschlossenen Umweltmentorenausbildung!

Während des vergangenen Schuljahres haben sich Daniela und Lisa Burov im landesweiten Programm „Schülermentorin und Schülermentor für den Umweltschutz an Schulen“ ausbilden lassen. Zur Ausbildung gehören das Aneignen fachlichen Wissens sowie das Umsetzen, Organisieren und Motivieren eigener Projekte rund um Energie und Umwelt. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport und der Jugendstiftung Baden-Württemberg. (Weitere Infos unter https://www.forscherland-bw.de/umweltmentoren/abschlussveranstaltung-2018/)

Im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung am 17.09.2018 in Stuttgart wurden viele kreative umweltfreundliche Projekte von den neuen Umweltmentoren vorgestellt, Informationen ausgetauscht und Anregungen für weitere Projekte aufgenommen. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Übergabe des Qualipass-Zertifikats durch Andre Baumann, dem Staatssekretär des baden-württembergischen Umweltministeriums.

Im letzten Schuljahr führten Lisa und Daniela mit den 6. Klassen erfolgreich eine Energierallye durch.

Ihr Wissen und ihr Engagement gaben sie an die „Green Heroes“ weiter, so dass im letzten Schuljahr auch die Aktion „Guerilla Gardening“ stattfinden konnte. Hier wurden Samenbomben aus Erde, Tonpulver und Blumensamen hergestellt und dann gemeinsam mit allen Schülern rund um das Schulgelände verteilt, so dass hier neue Pflanzen wachsen konnten, die vor allem als Nahrungsgrundlage für unsere Bienen dienen sollten.

Auch in diesem Schuljahr sind weitere Projekte geplant. Allem voran steht die Weitergabe der gesammelten Informationen und neuen Ideen an die „Green Heroes“.

In diesem Zusammenhang freuen wir uns auf die Mitglieder aus den neuen 5ern und 8ern unserer Schule. Wer also Interesse an Umwelt- und Klimaschutz hat, kreativ, motiviert und voller Tatkraft ist, meldet sein Interesse bitte beim jeweiligen Klassenlehrer an.

Podcast der Medien-AG wird mit 1000€ unterstützt

Als die Medien-AG schon im letzten Jahr darüber nachdachte, einen Podcast ins Leben zu rufen, war dies ein Schuss ins Blaue. Nun aber ist es klar: „Tschilp – der Medienpodcast“ wird vom Deutschen Lehrerforum mit 1000€ unterstützt und kann so weiter an der Umsetzung des Konzepts arbeiten. 

Zustande kommen konnte die Förderung durch die Einreichung des Projekts beim Deutschen Lehrerforum. Der Leiter der Medien-AG, Bob Blume, war zu dem Zusammenkommen vieler Lehrerinnen und Lehrer eingeladen worden und hatte den Podcast der Schülerinnen und Schüler als Projekt eingereicht. Die Teilnehmer des Deutschen Lehrerforums wählten unter anderem dieses Projekt als förderwürdig.

Der Podcast soll eine Einsicht in die Gedanken von Jugendlichen über Medien und deren Nutzung sein. Er richtet sich sowohl an Schülerinnen und Schüler als auch an Lehrer und Eltern. Das Geld wird von der Medien-AG verplant. Es wird darum gehen, für eine gute Ausstattung zu sorgen, die die Qualität des Podcasts zusätzlich steigert.

Die Medien-AG freut sich über zahlreiche Hörer und deren Feedback.

Das Windeck wünscht einen schönen Start ins neue Schuljahr 2018/19

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach hoffentlich erholsamen und ereignisreichen Sommerferien freuen wir uns auf ein neues Schuljahr voller spannender Projekte, interessanter Themen und gemeinsamen Erfahrungen. Mit Andrea Körner als Schulleiterin geht es in den Endspurt des Jubiläumsjahres. Auch inhaltlich gibt es einige Veränderungen. Mit dem neuen MINT-Konzept und dem Sportprofil erschließt das Windeck-Gymnasium neue Bereiche, die es attraktiv machen und die zusätzliche Anreize bieten, auf diese Schule zu gehen.

Auch die AGs sind dieses Jahr wieder vielfältig. In der ersten Woche können die Angebote ausgesucht werden. Ab sofort stehen die Beschreibungen der zahlreichen AGs auf der Homepage. Genau in der Mitte sind wie immer auch die wichtigsten Termine zu finden.

Wenn Sie auch zukünftig auf dem Laufenden bleiben wollen, empfehlen wir Ihnen, sich beim Newsletter anzumelden. Dieser erscheint monatlich, weist auf zukünftige Ereignisse hin und fasst alle wichtigen Geschehnisse des Schullebens für Sie zusammen.

Wir freuen uns auf ein tolles Schuljahr mit allen Beteiligten des Schullebens.

Bob Blume

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Stehende Ovationen für Laienensemble des Windeck

Theater-AG des Bühler Gymnasiums begeistert mit Inszenierung von Schnitzlers „Der grüne Kakadu“

Bühl (kkö). „In der Kneipe ‚Der grüne Kakadu‘ gehen merkwürdige Dinge vor. Schauspieler spielen Verbrecher, Verbrecher Schauspieler, und Adelige ergötzen sich an dem Nervenkitzel.“ So lautet das Resümee von Arthur Schnitzlers Groteske „Der grüne Kakadu“, das die Theater-AG des Windeck-Gymnasiums für ihre Aufführung am Montag lieferte. Gewiss: Ein knappes Fazit, das – vielleicht ganz bewusst – die Komplexität des Einakters nur erahnen lässt. In der Realität, pardon im Schauspiel, gelingt es dem Regie-Duo (den Lehrern Bob Blume und Nadine Wenzel) indes, Schnitzlers beißend spöttischen Blick auf die Dekadenz einer Gesellschaft zwischen Aristokratie und Subkultur, die im Umsturz begriffen ist, mit geballter Kraft, einem feinen Sinn für Ironie und wohltuend originalgetreu zu inszenieren. Sie setzen dabei auf eine starke, fast 20-köpfige Truppe von Schülern, die sich ihren Rollen mit jugendlicher Verve und beachtlichem Talent hingeben.

Anfangs sind die Grenzen zwischen „Schein und Sein“ noch recht klar gesetzt: Vor dem historischen Hintergrund der nahenden französischen Revolution ist der Handlungsort besagte Kneipe in Paris, geführt von Prospère, einem gescheiterten Theaterdirektor, der noch immer Schauspieler engagiert. Ihr Auftrag: Sich wie Kriminelle zu gebaren, um den adeligen Gästen das morbide Gefühl zu verschaffen, ganz nah dran zu sein an der düsteren Schattenwelt der Unterschicht, wobei sie sich in der Sicherheit eines Theaters wähnen. Einen realen Zug erhält das für den Wirt durchaus rentable Spiel mit der sozialen Ungleichheit erstmals, als der soeben aus der Haft entlassene Mörder Grain sich im Kakadu als Schauspieler verdingt. Auch lassen die Akteure das äußere Geschehen zunehmend in ihre Rollen einfließen, erzählen vom Volk, das gen Bastille marschiert, und machen sich in feurigen Reden dessen Wut auf die Mächtigen zu eigen, deren Reichtum und Arroganz sich doch im illustren Publikum des Wirtshauses spiegeln. Ihre Hass- und Hohnreden werden von den Adeligen anfangs noch vergnügt kommentiert. Nur Albin, ein dümmlicher Adeliger aus der Provinz, ruft immer wieder verängstigt nach Aufklärung, was denn nun zum Spiele, was zur Wirklichkeit gehöre; als draußen die Massen durch die Straßen jagen, fragt er mit unübertrefflicher Naivität: „Wird das auch von hier aus geleitet?“ Doch auch die erfahrenen Gäste erkennen allmählich, wie der äußere Sturm die Stimmung der „einfachen“ Bürger und Schauspieler in der Spelunke erfasst. Damit erfüllt sich eine Prophezeiung des Wirts: „Irgendwann kommt der Tag, an dem aus Spaß Ernst wird.“ Das gilt nicht etwa nur für historische Bezüge: Als Schauspieler Henri berichtet, er habe den Liebhaber seiner Frau – einen Herzog – getötet, sind die Anwesenden auch angesichts des einschlägigen Rufs der Gattin sicher, mit einer realen Tat konfrontiert zu sein; Henri liest darin den Wahrheitsgehalt seiner „Fiktion“. Das Eifersuchtsdrama wird, als der Herzog in der Kneipe auftaucht, zur blutigen Realität.

Die verschwimmende Linie zwischen Wahrheit und Lüge wird in der Inszenierung sensibel entwickelt; die Darstellung der konträren Charaktere, vom resoluten Wirt bis zum eitlen Schauspieler, überzeugt auf ganzer Linie. Im „echten“ Publikum weckt die Leistung des Ensembles denn auch zu Recht Begeisterung: Mit minutenlangen stehenden Ovationen wird es gefeiert. „Ich könnte heulen vor Stolz“, sagt ein strahlender Bob Blume am Ende. Und so geschieht es.

 

Wir bedanken uns herzlich bei Frau König, die uns den Artikel zur Verfügung stellte.

 

Ergebnisse aus der 3D-Fotografie

Bericht zur Studienfahrt nach Schottland

Am Montag, den 4. Juli 2018, begann die Studienfahrt für 30 Schüler in Richtung schottische Lowlands, genauer gesagt nach Edinburgh. Aufgeregt wie wir alle waren, checkten wir in Baden-Airpark ein, stiegen kurze Zeit später in das Flugzeug und flogen in nur 1,5 Stunden direkt in den kalten Norden. Dort angekommen, stellten wir unser Gepäck im Hostel ab und erkundeten in kleinen Gruppen die Stadt, wo es viel zu sehen gab. Dabei machten wir schon viele Fotos und Selfies, die uns auf ewig an alle Momente erinnern sollten. Zur Stärkung trafen wir uns dann alle am Abend im Hard Rock Café zum Burgeressen. Nach dem Essen ging es zurück ins Hostel, wo wir dann alle todmüde, glücklich und von den ersten Eindrücken überwältigt ins Bett fielen.

Der nächste Tag ging dann schon früh los. Ein schottischer Guide begleitete uns drei Stunden lang durch die Stadt und brachte uns mithilfe der englischsprachigen Führung die Stadt etwas näher. Wir lernten kleine Gassen, unscheinbare Hinterhöfe und berühmte Gräber kennen, die alle ihre eigene Geschichte erzählten. Besonders interessant fanden viele das Café (The Elephant House), in dem die erste Geschichte von Harry Potter durch J.K. Rowling entstand. Aber auch das Grab von Adam Smith tat es einigen Wirtschaftsinterressierten (besonders Frau Leible ;)) an.

Nach der Führung gab es eine lange Mittagspause, Freizeit und schließlich die Schlossbesichtigung im Edinburgh Castle am Ende der Royal Mile, die man super gut als Foto-Spot verwenden konnte. Nach der Schlossbesichtigung fuhren dann Kleingruppen zum Meer, während andere noch die Zeit zum Shoppen und Stadterkunden nutzten.

Am Mittwoch, dem dritten Tag, besuchten wir die „Scotch-Whisky-Experience“, ein wirklich interessantes Museum, in dem uns die Entstehung des berühmten schottischen Whiskys, durch eine Führung nahegebracht wurde. Wir erfuhren, dass Whisky nicht gleich Whisky ist und dass es fünf verschiedene Whisky-Regionen gibt, die sich jeweils durch ihre eigenen, besonderen Aromen auszeichnen. Anschließend zeigte man uns die größte Sammlung an Whisky-Flaschen (3384 Flaschen), die uns alle sehr beeindruckte.

Danach besichtigten wir das sogenannte “Mary King’s Close”, eine unterirdische Seitengasse der Royal Mile. Ein kostümierter Guide führte uns dabei auf sehr unterhaltsame Weise durch die aus dem 17. Jahrhundert stammenden, unterirdischen Räume und Gänge und gewährte uns mit seinen lebhaften Erzählungen einen Blick in die „dunkle“ Vergangenheit von Edinburgh.

Am Nachmittag gingen wir dann als gesamte Gruppe in ein kleines, gemütliches Café, um einen typischen „Afternoon Tea“ einzunehmen. Wir genossen dabei schottische „Scones with Cream“, Tee und heiße Schokolade, bevor wir abends noch etwas Freizeit hatten.

Am Donnerstag brachen wir schon kurz nach dem Frühstück auf und fuhren mit dem Bus zum “Loch Lomond”, der etwas weiter nördlich von der schottischen Hauptstadt entfernt liegt. Bei der einstündigen Schifffahrt über den See machten wir nicht nur einige Fotos, sondern freuten uns vor allem auch über das gute Wetter und den wunderschönen Blick über die Landschaft. Gleich danach ging es in die Stadt Stirling, die wir in Kleingruppen erkunden konnten. Die tolle Altstadt bot viele Möglichkeiten den Mittag zu verbringen, einige besichtigten das Schloss, andere gingen essen, shoppen oder lagen einfach in der Sonne.

Freitags war dann bereits der Rückflug angesagt. Unser Flug verschob sich mehrfach nach hinten und obwohl wir eine tolle Zeit in Schottland erlebt hatten und viele Schüler gerne noch zwei weitere Tage in der Hauptstadt verbracht hätten, waren doch die meisten froh, als wir wieder in Baden-Baden von unseren Eltern begrüßt wurden.

Insgesamt war die Studienfahrt ein sehr gelungenes Erlebnis und eine unvergessliche Erfahrung. Die schottische Hauptstadt bietet eine große Vielfalt an Kultur, Geschichte und Architektur und das konnten wir in den fünf Tagen auskosten. Die gemeinsame Zeit in Edinburgh war super!

Noreen Tausend

„Weitsicht, Diplomatie und Menschlichkeit“: Herr Bangert verlässt das Windeck-Gymnasium

Mit einer feierlichen Veranstaltung wurde Bruno Bangert am heutigen Montag, den 16.7.2018, in den Ruhestand verabschiedet. Auch die neue Schulleiterin steht schon fest. Ab dem Schuljahr 2018/19 wird Andrea Körner neue Schulleiterin des Windeck Gymnasiums. 

Mit der Begrüßung der Anwesenden durch Frau Andrea Körner und dem Lied „Sing, Sing, Sing, Sing“ des „Orange Jazz“-Ensembles unter der Leitung von Carmen Kohler und Micha Watta begann die Verabschiedung. Herr Bangert wurde von vielen die Schule betreffenden Personen für seine Leistungen und Verdienste gewürdigt. Frau Anja Bauer, die selbst am Windeck-Gymnasium Abitur gemacht hat und die nun Leiterin der Abteilung Schule und Bildung im Regierungspräsidium in Karlsruhe ist, würdigte Herr Bangert als Menschen, der stets gut mit allen zusammengearbeitet hat. Die Zusammenarbeit war auch ein wichtiger Punkt für die darauf folgende Rede des Bühler Oberbürgermeisters Hubert Schnurr, der Bangert für das vertrauensvolle Miteinander lobte und die Verdienste Bangerts gerade in Bezug auf die neuen Profile des Windeck-Gymnasiums hervorhob. Die Bewerbung für das MINT-Profil und die UNESCO-Schule sowie das bereits feststehende Sport-Profil entstanden auch unter der Leitung Bangerts, der nun nach acht Jahren das Windeck-Gymnasium verlässt, um, wie es vorsichtig hieß, weiter östlich zu ziehen. Leider, so hielt er bei der eigenen Abschlussrede fest, könne er die Schule zwar noch nicht neu saniert verlassen, aber die Entscheidung des Gemeinderats für eine Sanierung des Altbaus ist gerade gefallen. Auch hier hat Bangert sein Möglichstes getan, Spuren zu hinterlassen. Brigitte Neubert, die geschäftsführende Schulleiterin der Bühler Schulen, verdeutlichte, dass die Zusammenarbeit mit Herrn Bangert gerade im Bereich Grundschule sehr gut gewesen sei. Auch sie wünschte alles Gute für den Wechsel in den Ruhestand.

Dass es Bangert ohne die vielfältige Arbeit dennoch nicht langweilig werden wird, da waren sich alle einig. Mehr als einmal wurde betont, dass er nun nicht nur Zeit für seine Kinder und Enkelkinder und nicht zuletzt für seine Frau haben werde, sondern sich auch dem Reisen und seinen vielfältigen anderen Hobbys widmen wird. Die wichtige Rolle seiner Frau als „Managerin eines Mittelständischen Unternehmens“ namens Familie betonte Bangert in seinen Abschlussworten nochmals explizit. Auch wenn es häufig gesagt würde, hätte seine Frau ihm stets „den Rücken freigehalten“, so dass er sich innerhalb der Schule und über diese hinaus engagieren konnte.

Mit Janina Widmann sprach auch eine Vertreterin der SMV. Sie stellte besonders heraus, dass Bruno Bangert immer jemand gewesen ist, der offen für neue Ideen war. Dies sei den Schülern mehr als einmal zu Gute gekommen. Auch die ab dem kommenden Schuljahr neue Schulleiterin Frau Körner betonte dies. Dass ein Jubiläumsjournal und ein Video zum Jubiläum erscheinen konnte, sei zuletzt auch der Offenheit von Herrn Bangert zu verdanken. Sie betonte zudem, dass es nicht zuletzt seine Idee war, das Jahr 2018 als Jubiläumsjahr zu wählen und so die Feierlichkeiten auf zwei Schuljahre zu verteilen. Frau Körner überreichte Herrn Bangert zunächst symbolisch eine Sonderedition des Jubiläumsjournals. In der fertigen Version werden zahlreiche Fotos von den Jubiläumsveranstaltungen eine Erinnerung an eine intensive und schöne Zeit sein.

Mit Frau Dr. Martina Faust (Vorsitzende des Elternbeirats) und Dr. Claudia Wendenburg (Vorsitzende des Fördervereins) stellten zwei weitere wichtige Personen des Windeck-Gymnasiums die Bedeutung von Herr Bangerts wirken heraus, der stets unterstützend und in vertrauensvoller Arbeit gewirkt habe.

Sabine Santo, Oliver Kirsten, Daphne Seither, Jens Brabec und Barbara Becker gaben in kurzen Abschiedsworten zu verstehen, wie sehr sie die Arbeit mit Herrn Bangert geschätzt haben. Und dies auch dann, wenn unterschiedliche Betrachtungsweisen geherrscht hätten. Herr Bangert habe stets hinter den Kollegen gestanden, egal wann und wie dies vonnöten gewesen sei. Herr Brabec erklärte in kurzen Worten, was viele an diesem Tage dachten: „Wir werden sie vermissen!“

Dies stellte auch Regina Leible heraus, die zusammen mit Steffi Maschner und Steffi Hofele das Geschenk der Kolleginnen und Kollegen überreichte: Neben einem Gutschein für einen Restaurantbesuch in der neuen Heimat, ein Kochbuch, in dem die Kolleginnen und Kollegen Rezepte mit persönlichen Worten niedergeschrieben haben. Die Kolleginnen und Kollegen sorgten noch für eine Überraschung, indem sie Rosen hochhielten und ihren Schulleiter hochleben ließen. Danach überbrachte jeder anwesende Kollege Herrn Bangert eine Blume und gab ihm einige persönliche Worte mit auf den Weg.

Der zwischenzeitliche Auftritt des Schüler-Eltern-Lehrer-Chors zeigte einmal mehr, wie vielfältig die Schule ist, an der Herr Bangert nun so viele Jahre mitgewirkt hat. Eine chorische Version von „When I’m 64“ und eine umgeschriebene Version von „My Guy“ sorgten für festliche und auch fröhliche Atmosphäre. Nach den abschließenden Worten des scheidenden Schulleiters, der nochmals allen am Schulleben Beteiligten und insbesondere den Kollegen dankte, sang der Unterstufenchor (Klasse 5c) unter der Leitung von Regina Wittemeier und mit Anke Bayer am Klavier „Good-bye“. Zum Abschluss folgte ein ergreifender Moment: Klatschend und unter Standing Ovations verabschiedeten die Anwesenden den Schulleiter. Bei einem Stehempfang konnten die zahlreichen geladenen Gäste sich noch einmal austauschen und mit Herrn Bangert noch persönliche Worte wechseln.

Das Windeck-Gymnasium verliert einen Schulleiter, der mit Weitsicht, Diplomatie und Menschlichkeit geführt hat. Aber, auch da waren sich alle einig, die neue Schulleiterin Frau Körner ist bereit, die Arbeit im und am Windeck-Gymnasium weiterzuführen. Wir wünschen Herrn Bangert alles Gute, eine wunderbare neue Zeit im Ruhestand, viele schöne Stunden mit der Familie und nicht zuletzt den einen oder anderen Besuch an alter Wirkungsstätte.

Bob Blume

Das größte BBQ aller Zeiten

Als etwa drei Stunden vorm eigentlichen Beginn des diesjährigen Windeck BBQ die Wolken zusammenzogen und sich in einem riesigen Schauer entluden, war das mehr als ein kurzer Schock für die Verantwortlichen. Sollte all die Vorbereitung, all die Organisation, all die Kraft, die die Beteiligten ins Gelingen dieses Jubiläumsfestes gesteckt hatten, umsonst gewesen sein? Aber relativ schnell wurde klar, dass es die Sonne schaffen würde, durch die Wolken zu brechen und das Fest beginnen können würde. Und so wurde es denn ein wunderbares Erlebnis für alle Beteiligten. 

Der gesamte Eingangsbereich und Pausenhof des Windeck-Gymnasiums wurde unter der Leitung von Herrn Ullrich, Frau Wolf und Herrn Kirsten von den vielen Helfern im Kollegium, den 11. Klassen und dem Hausmeisterteam um Herrn Hoch und Herrn Blum in ein riesiges Gelände für das BBQ verwandelt. Die Schülerinnen und Schüler der SMV sowie die gesamte 11. Klasse hatte zuvor in langer Vorbereitungsarbeit alles organisiert, vorbereitet und aufgebaut. Im Eingangsbereich konnten Popcorn und Getränke besorgt werden, die man bei den Viertelfinalpartien auf einer großen Leinwand genießen konnte. Im Zwischenbereich wurde das Jubiläumsjournal von den beiden Redakteuren Herrn Stiborsky und Frau Bertele verkauft. Eine große Salattheke bot die Beilagen für das, was man draußen an Grillgut bestellen konnte.

Nachdem man eingetreten war, konnte man sich entscheiden, ob man Wurst und Steak vom Grill oder das etwas abseits gelegene Pulled Pork zu sich nehmen konnte. Kulinarisch waren sich alle einig, dass es ein Gedicht war.

Und so konnten sich alle gestärkt Gesprächen widmen, der Schulband lauschen, verschiedene Tanzperformances genießen oder mit den Kleinen beim Kinderschminken oder dem Kunststand vorbeischauen. Ganz nebenbei präsentierte einer der Organisatoren, Timo Ullrich, auch das Sponsoring der Sparkasse für die neuen Sport-Trikots.

Beim Abbau, dessen Uhrzeit gegen 24 Uhr zeigte, dass das Fest bis in die letzten Minuten genossen wurde, erklärte die stellvertretende Schulleiterin Andrea Körner dann auch, dass es nicht nur „gut gelungen, sondern überragend“ gewesen sei. Da werden die ehemaligen und jetzigen Schüler, die Kolleginnen und Kollegen, die Helfer der 11. Klasse, die SMV die und Unterstützer – kurz: alle, die da waren, wohl zustimmen. Und stolz auf sich sein.

Sollten Sie sich auf einem der Fotos wiederfinden und mit der Veröffentlichung nicht einverstanden sein, bitten ich Sie, dies an presse@windeck-gymnasium.de zu melden. Das betreffende Bild wird dann entfernt. I.A. Bob Blume, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

 

Emma Bohn: Abiturrede 2018

Im Vorfeld dieser Rede hat man mich mehrmals explizit gebeten, darin doch BITTE nicht so negativ zu sein. Ich finde, das verdeutlicht ziemlich gut, wie geeignet ich mit meinem sonnigen Gemüt doch dafür bin, jetzt gerade hier oben zu stehen. Soll heißen ungefähr so geeignet wie gewisse amerikanische Unternehmer für eine Präsidentschaft. Da jetzt aber in beiden dieser Fälle eine (gelinde gesagt) suboptimale Wahl getroffen wurde, müsst ihr heute Abend trotz dieser anfänglichen Kritik mit mir Vorlieb nehmen. Thematisch bin ich außerdem auch noch ungebunden; von dem her: hätte sich jemand in Deutsch doch nur mehr angestrengt, dann müsste man jetzt nicht mir als Misanthropin vom Dienst freie Hand lassen. Den obligatorischen sentimentalen Rückblick auf die letzten zwei Jahre überlasse ich folglich doch lieber Rednern, deren Gehirn tendenziell mehr Serotonin produziert als meines. Stattdessen möchte ich die folgenden 10 Minuten nutzen, um über Dinge zu sprechen, die meiner Meinung nach für uns als Abiturienten in Zukunft wichtig sein werden, auch wenn die folgende Thematik- oder vielmehr Problematik – alles andere als rosig ist. Ich verspreche, es endet in einer positiven Note!

Wir werden jetzt in eine Welt entlassen, die uns vorgaukelt, für nichts mehr einstehen zu müssen. Deutschland ist schließlich ein fortschrittliches Land, heißt es ja, anderswo ergehe es den Menschen viel schlechter. Frauen sind seit 1958 im Grundgesetz nach Artikel 3, Absatz 2 gleichberechtigt, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare haben wir auch endlich durchgeboxt bekommen und Flüchtlinge nehmen wir zähneknirschend auf. Aber nur, weil wir auf einem guten Kurs sind, bedeutet das nicht, dass wir uns jetzt entspannt zurücklehnen können.

Denn wir tragen Verantwortung. Zugegebenermaßen muss hier keine Frau mehr ihren BH als Zeichen des Protests verbrennen, aber das heißt noch lange nicht, dass Sexismus ein Ding der Vergangenheit ist. Denn solange es immer noch eine Lohnlücke von 21% gibt und meiner 12-jährigen Schwester bei 30 Grad im Schatten von der Schule aus verboten wird, kurze Hosen zu tragen, gibt es keinen Grund zur Passivität. Solange das Wort Nein im Vokabular aufdringlicher Typen immer noch fehlt und man Frauen in hohen Führungspositionen vergeblich sucht, sollten wir uns noch nicht zufrieden geben.

Aber bevor die Herren der Schöpfung sich jetzt angegriffen fühlen: Sexismus diskriminiert nicht – zumindest nicht bei der Auswahl seiner Betroffenen; er propagiert beidseitig überholte Stereotypen. Auch ihr habt immer noch unter der verfahrenen Vorstellung, was denn nun ein „echter Mann“ wäre, zu leiden. Denn für „echte Männer“ sind Emotionen tabu, dafür aber ein Six-Pack absolutes Muss und „schwul“ ein vollkommen akzeptables Schimpfwort. Das schränkt nicht nur stark Interessen und Individualität ein, sondern führt im schlimmsten Fall sogar dazu, dass beispielsweise männliche Opfer von häuslicher Gewalt aus Scham davor zurückschrecken, sich Hilfe zu suchen.

Zu einem gewissen Grad liegt es deshalb an uns, mit gutem Beispiel voranzugehen, indem wir uns von Chauvinismus nicht beeindrucken lassen, veralteter Rollenverteilung den Kampf ansagen und insbesondere wir Abiturientinnen uns im Berufsleben von nichts und niemandem aufhalten lassen.

Doch das wird sicher nicht die einzige Ungerechtigkeit sein, der wir in Zukunft begegnen werden. Denn so sehr wir uns auch verwundert darüber zeigen, wie in den USA ein Präsident gewählt werden konnte, der unter anderem eine Mauer zu Mexiko bauen will und sämtliche afrikanische Staaten „Arschloch Länder“ nennt; unser politisches Klima ist momentan auch nicht der Inbegriff von Toleranz. Auch wir haben zugelassen, dass eine Partei wie die AfD im Westen zur drittstärksten Kraft gewählt wurde, im ostdeutschen Raum sogar teilweise zur stärksten Kraft. Eine Partei, die zwar konstant verneint, rassistisch zu sein, deren Mitglieder aber trotzdem Äußerungen wie „Dem Flüchtling ist es doch egal, (…), an welcher Grenze er stirbt“ und „Von der NPD unterscheiden wir uns (…) durch unser bürgerliches Unterstützungsfeld, nicht so sehr durch Inhalte.“ zum Besten geben. Eine Partei, die die Flüchtlingskrise instrumentalisiert hat, um die Ängste der Bevölkerung zu schüren und sich so Wählerstimmen abzugreifen. Aber als ob das nicht schon schlimm genug wäre, müssen dank der zunehmenden Terrorgefahr jetzt auch noch sämtliche Muslime als Sündenbock und somit Zielscheibe rassistischer Übergriffe herhalten. Deshalb sollte jeder einzelne von uns Abiturienten, besonders jetzt, da die meisten von uns volljährig geworden sind, sein Recht auf politische Partizipation nutzen und dazu beitragen, dass Rassismus nicht die Oberhand gewinnt.

Glücklicherweise sind wir auch hier vom Windeck geprägt worden, da uns durch Initiativen wie „Windeck Weltoffen“ sowie unser Motto „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bereits Toleranz und kulturelle Vielfalt als wichtige Werte gesellschaftlichen Zusammenlebens mit auf den Weg gegeben wurden.

Denn wenn wir uns aktiv um mehr Akzeptanz und Respekt bemühen, profitieren wir auch selbst davon. Natürlich wird man hier und dort mit einem genervten Augenrollen und Kommentaren a la „Seit wann bist du denn so ein linksversiffter Gutmensch?“ bedacht, aber das ist immer noch besser, als an veralteten Vorurteilen festzuhalten. Wenn wir nämlich anderen Menschen persönliche Freiheiten eingestehen, kommen wir auch selbst in den Genuss davon. Und manche dieser Freiheiten müssen sogar immer noch erkämpft werden. Man denke beispielsweise an die Belange der LGBT-Gemeinde; so wurden gleichgeschlechtlichen Paaren erst im Oktober vergangenen Jahres das Recht auf eine standesamtliche Eheschließung zugestanden. Da könnte man sich doch jetzt denken: schön und gut, Fall geklärt, oder? Noch lange nicht, denn Kinder adoptieren dürfen sie immer noch nicht. Immerhin wäre es ja schädlich für die Kinder, ohne Vater beziehungsweise Mutter aufzuwachsen, und Opfer von Mobbing wären sie damit automatisch, so argumentieren zumindest homophobe Idioten. Und da wir in Biologie gelernt haben, dass wir nicht zur Klasse der Wirbellosen gehören, sollte man sich an diesem Punkt nicht rückgratlos zurücklehnen, sondern für andere einstehen auch wenn man nicht direkt betroffen ist. Denn wir können in Zukunft mit solchen Vorurteilen aufräumen und entgegnen, dass man vielleicht eher seinen Kindern beibringen sollte, andere nicht aufgrund ihrer familiären Verhältnisse zu mobben, anstatt Waisen die Chance auf eine liebevolle Familie zu nehmen. So vieles wird in unserer Gesellschaft totgeschwiegen oder stigmatisiert, sodass Menschen anfangen, sich wegen Eigenschaften, für die sie nichts können, zu schämen. Was tangiert es Außenstehende, welche sexuelle Orientierung man hat, mit welchem Geschlecht man sich identifiziert oder welcher Religion man angehört? Und warum werden Menschen mit psychischen Problemen immer noch als gefährliche Freaks wahrgenommen? Niemand beschwert sich, wenn man wegen eines gebrochenen Beins zum Arzt geht; besucht man aber einen Therapeuten, wird man sofort schräg angeschaut. Man muss Phrasen wie „Das ist alles nur in deinem Kopf“ über sich ergehen lassen und für diese „Aufbauenden Worte“ auch noch dankbar sein, anstatt zu antworten: „Ja natürlich, wo denn sonst? In meiner Niere oder was?“. Und dann gibt es da noch Menschen, die sich das Recht nehmen, über die Körper und das Aussehen ihrer Mitmenschen zu urteilen und ein unrealistisches Ideal in den Medien zu propagieren. Deshalb nimmt die Zahl der an Esstörungen Erkrankten in Deutschland immer weiter zu. So abgedroschen es auch klingt, sollten wir also andere so akzeptieren, wie sie sind. Wenn wir gemeinsam auf ein humaneres Miteinander hinarbeiten, können wir uns auch selbst ungestört weiter entwickeln. Ich bin der festen Meinung, dass wir dazu im Stande sind, da ich unsere Stufe in den vergangenen Jahren und besonders rückblickend auf die Abivorbereitung als eine Gruppe erlebt habe, die sich gegenseitig unterstützt und den Rücken stärkt. Während unserer schulischen Laufbahn haben wir gelernt, dass wir viel weiterkommen, wenn wir uns gegenseitig aufbauen anstatt andere als Konkurrenten zu sehen und ich finde, dass ist uns auch übertragen aufs alltägliche Miteinander gut gelungen. An dieser Menschlichkeit sollten wir in Zukunft festhalten, denn wenn man ganze Gruppen von Anfang an als Feindbild sieht, bleibt der eigene Horizont auch dementsprechend beschränkt.

Von vielen Menschen wird man als Reaktion auf den Aufruf, ein Minimum an Empathie an den Tag zu legen angeschaut, als hätte man sie soeben darum gebeten, das Unmögliche möglich zu machen. Dann wird man nämlich automatisch als der verhasste Moralapostel abgestempelt, der allen den Spaß verdirbt und sich für etwas besseres hält als alle anderen. Genau diesen falschen Ruf können wir meiner Meinung nach ändern. Sich für soziale Gerechtigkeit stark zu machen heißt nicht, keine Satire mehr durchgehen zu lassen und jedem, der sich jemals auch nur eine unangebrachte Äußerung erlaubt hat, mit Fackeln und Mistgabeln nachzustellen. Stattdessen geht es doch vielmehr darum, konstruktiv über Probleme aufzuklären und andere zum Umdenken zu bewegen. Und wenn wir eines in unserer Schulzeit gelernt haben, dann doch, wie man mit anderen in einen Dialog tritt und dabei auch wirklich miteinander kommuniziert. Obendrein haben wir mittlerweile, denke ich, genug Erörterungen geschrieben, um überzeugend und strukturiert argumentieren zu können.

Sich solcher Misstände bewusst zu machen und vor allem, sie nicht blindlings hinzunehmen, finde ich also nicht „zu negativ“, sondern geradezu zwingend notwendig, um selbst Positives bewirken zu können. Seine Augen nicht vor Ungerechtigkeiten zu verschließen und kritisch zu denken wird meiner Meinung nach immer mehr zu der Aufgabe unserer Generation. Abschließend möchte ich also niemanden zwingen, gleich zu Mutter Teresa 2.0 zu werden, sondern einfach, dass wir uns für andere und das, was wir glauben, stark machen. Bildet euch stets eure eigene Meinung und schließt aber gleichzeitig andere nicht von der Diskussion aus! Kämpft dafür, dass unser Miteinander auch zukünftig von mehr Toleranz und Vielfalt geprägt wird! Denn schon Henry Rollins sagte: „Du erkennst immer das Zeichen eines Feiglings. Ein Feigling versteckt sich hinter Freiheit. Ein mutiger Mensch steht vor der Freiheit und verteidigt sie für andere.“

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit sowie die Ehre, den Scheffelpreis zu erhalten und wünsche allen weiterhin schöne Feierlichkeiten.

Emma Bohn

„Sensorik macht Schule“ – Spaß am naturwissenschaftlichen Arbeiten

Pilotprojekt zwischen der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Karlsruhe und dem Windeck-Gymnasium Bühl

Konzentriert sitzen die Mädchen und Jungs der 9a des Windeck-Gymnasiums Bühl (WGB) im Praktikum des Profilfachs Naturwissenschaft und Technik (NwT) an ihren Experimenten. Sie berechnen und messen die Leitfähigkeit verschiedener Drähte, bauen Widerstände in Parallel- und Reihenschaltungen ein und lernen, dass ein kleinerer Querschnitt eines Drahtes einen höheren Widerstand bedeutet. Doch auch Temperaturänderungen führen zu einem geänderten Widerstand, was zur Temperaturmessung genutzt werden kann. Damit experimentieren die Schüler des WGB.

„Die jungen Leute sind gerade bei den Vorarbeiten zu dem kürzlich gestarteten Projekt „Temperatursensorik“, das mit Unterstützung durch ein Sensorikteam der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik (EIT) an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft angelaufen ist.“ Carmen Kohler und Marc Stengel sind Lehrer für Mathematik, Physik und NwT und unterrichten in diesem Schuljahr 58 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen. Sie gehören zu dem Team, bestehend aus vier Lehrerinnen und Lehrern des WGB sowie einer Gruppe aus Professoren, Ingenieuren und Studierenden der Fakultät EIT, welches das Projekt „Sensorik macht Schule“ Ende 2017 ins Leben gerufen hat. Das ist aber erst der Anfang der Zusammenarbeit: Das Windeck-Gymnasium wird auf dem Gebiet „Sensor- und Informationstechnik“ einen Schwerpunkt im Fach NwT anbieten.

Mit dem neuen Bildungsplan, der 2020 in Klasse 9 eingeführt wird, sollen die Themengebiete „Elektrik/Elektronik“ und „Informatik“ im NwT-Unterricht behandelt werden. Demnach sollen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise Algorithmen für zeit- und sensorgesteuerte Prozesse entwickeln, beschreiben und darstellen sowie elektrische oder elektronische Schaltungen realisieren und ihre Funktionsfähigkeit untersuchen. Deshalb wurde diese Kooperation mit der Fakultät für EIT geschlossen, deren Institut für Sensor- und Informationssysteme (ISIS) mit dem nötigen Fachwissen tatkräftig unterstützt.

Seit Januar 2018 wird das Projekt „Temperatursensorik“ in den drei NwT-Klassen der Jahrgangsstufe 9 des WGB umgesetzt. Dazu hat der Sensorik-Student Sebastian Kromer während seines Praxissemesters am ISIS Temperatursensoren mit Platin-Mikrostrukturen auf Keramikchips entworfen und hergestellt. Diese Chips wurden mit Kontakten versehen und mit einer Kapsel aus Epoxidharz luft- und wasserdicht umschlossen. Damit können die Schüler verschiedene Messungen und Versuche durchführen. Nach Kalibrierung des Sensors können die Messungen mittels eines Mikrocontrollers ausgewertet und die Temperatur angezeigt werden – so das Ziel des Lehrprojektes. Zum Aufbau der Messtechnik in Hard- und Software hat das ISIS Beispiele für das WGB bereitgestellt. Die Schüler und Schülerinnen lernen das Zusammenspiel von Mess- und Informationstechnik in einem intelligenten Sensorsystem kennen und können in der Programmiersprache C selbst das Auswerten der Sensorsignale verstehen und üben.

„Angefangen haben wir im Januar mit dem Programmieren, jetzt geht es schrittweise weiter mit Versuchen bis zur Messung und Auswertung mit dem Sensor“, erklärt Carmen Kohler. „Die Schüler sind mit Neugierde und Begeisterung dabei, sie lernen und verstehen die physikalischen Gesetze viel einfacher und besser, wenn sie selbst aktiv an den Versuchen arbeiten und diese verändern können. Und auch das Programmieren hat für sie keinen Schrecken mehr.“ Der Zugang zu den Naturwissenschaften und technischen Zusammenhängen werde auf diese Weise erlebbar, findet die Lehrerin.

„Sensor- und Informationstechnik ist weltweit eine der wichtigsten, wegweisenden technologischen Entwicklungen der letzten zehn Jahre mit herausragender Bedeutung für die deutsche Wirtschaft“, erklärt Professor Dr. Heinz Kohler, Sprecher des ISIS. „Sie ist ein junges, interdisziplinäres Lehrgebiet, das auf den klassischen Bereichen Physik, Chemie, Mathematik, Elektrotechnik und Informatik basiert.“ Marc Stengel, Abteilungsleiter für MINT (Mathematik Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ergänzt: „Mit dem Pilotprojekt ist es nicht nur gelungen, den neuen Bildungsplan bereits drei Jahre zuvor zu bedienen, sondern auch für Schüler der Klasse 9 eine interessante und zukunftsweisende Perspektive aufzuzeigen“.

Professor Dr. Harald Sehr, Leiter der Studienrichtungen Sensorik und Umweltmesstechnik an der Fakultät EIT, beschreibt die Motivation des Sensorik-Teams: „Es sind sowohl naturwissenschaftliche als auch elektrotechnische Inhalte gefragt, um ein Sensorsystem entwickeln zu können – angefangen vom Sensorelement über die Signalverarbeitung bis hin zur Anzeige des Messwerts. Diese Faszination, die vielfältigen technischen Systeme vom Auto bis zum Smartphone mittels Sensorik mit Intelligenz auszustatten, wollen wir den Schülern vermitteln.“