Die Mischung macht`s! Warum wir nicht Homo sapiens sind und Rassismus dumm ist.

 

Am 27. Januar 2020, auf den Tag 75 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz, wagte das Windeck-Gymnasium einen Blick in die noch fernere Vergangenheit. Wie sind wir Menschen entstanden? Gibt es überhaupt so etwas wie „Menschenrassen“?  Prof. Dr. Eberhard Frey, Hauptkonservator und Abteilungsleiter des Naturkundemuseums in Karlsruhe stellte sich diesen Fragen in einem spannenden und abwechslungsreichen Vortrag. Gemeinsam begaben wir uns auf eine gedankliche Reise in die ostafrikanische Savanne, in der vor 300 000 Jahren der Homo sapiens und seine Vorgänger lebten. Nach 10 Millionen Jahren im Wald schien in der Savanne der aufrechte Gang der Schlüssel zu mehr und besserer Nahrung, Schutz und erfolgreicherer Fortpflanzung zu sein. Weitere wichtige Entwicklungen wie die Vergrößerung des Hirnvolumens folgten, bis schließlich Homo erectus Ostafrika verließ und sich über die ganze Welt ausbreitete. In mehreren Wellen folgten ihm verschiedene, immer höher entwickelte Menschenarten, zuletzt Homo sapiens – mit schwarzem Kraushaar und schwarzer Haut. Im neuen Lebensraum trafen sie auf die dort bereits lebenden Menschen und vermischten sich mit ihnen. Wir heutigen Menschen sind (außer ganz ursprünglichen Nordafrikanern) also alle Mischlinge. Gerade diese Mischung machte uns zu den vitalen, intelligenten und anpassungsfähigen Individuen, die wir sind. Wenn es also keine Rassen gibt, wieso gibt es dann Rassismus? Frey verwies auf die Entstehung des Rassismus im 19. Jahrhundert: „Das war ein fataler biologischer Irrtum, man hat Biologie unzulässig mit Kultur vermischt. Es gibt für den Sozialdarwinismus keine biologische Grundlage.“ Die Vielfalt des Erbgutes innerhalb einer sogenannten „Rasse“ sei größer als zwischen diesen Gruppen – Rassismus sei somit ein widerlegtes Konstrukt. Es gehöre in die Zeit des Nationalismus (Darwin selbst war durchaus rassistisch orientiert) und sei mit der Wissenschaft des 21. Jahrhunderts nicht zu vereinbaren. 2019 hielt das Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena in der „Jenaer Erklärung“ fest: Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismusund nicht dessen Voraussetzung.

Frey fasste seine Thesen nochmals kurz zusammen:

  1. Unsere Vorfahren waren schlauer als wir denken.
  2. Wir sind alle Mischlinge des Homo sapiens.
  3. Ohne diese Vermischung würde es uns Menschen so gar nicht geben.
  4. Rassen zu diskriminieren ist daher dumm:

Verabschieden wir deshalb dieses Konzept auf den Müllhaufen der Geschichte.

Die Mischung macht´s also! Das Gelernte konnte umgehend im Mixen alkoholfreier Cocktails umgesetzt werden: Das Team von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ freute sich über eifrige Tester an der Saftbar und über 160 Euro Spenden für ein Fahrradprojekt in Uganda.