Bericht zum Festakt

Das Windeck präsentiert sich zum Geburtstag sehr lebendig

Bühler Gymnasium feiert sein 125-jähriges Bestehen mit einem unterhaltsamen Festakt

Bühl (kkö). Später Samstagnachmittag, Festakt des Windeck-Gymnasiums zum 125-jährigen Bestehen. Die Mensa, in der sich aus gebotenem Anlass die verschiedensten Schüler-, Lehrer- und Elterngenerationen teils wortwörtlich die Hand geben, wird von einer Bühne dominiert, über der auf eine Leinwand projiziert steht:


Nun ist ja schon der erste, oberflächliche Eindruck der so dicht bevölkerten Räume der von Lebendigkeit. Ob diese aber auch tiefergehend Bestand hat, aktuell wie in Zukunft, ist eine Leitfrage, die den Akt begleitet. Moderiert von den Lehrern Sven Lembke und Mario Seiler, stehen lockere Podiumsgespräche auf der Agenda, von „liebevoller“ Ironie durchsetzt – dem ganz eigenen Humor der Pädagogen geschuldet.

Schüler, Eltern, Schulleiterin Andrea Körner, Oberbürgermeister Hubert Schnurr und Anja Bauer, Abteilungspräsidentin im Regierungspräsidium Karlsruhe, werden über das Windeck und seinen Charakter reflektieren, stets eingebettet in ihren persönlichen Bezug zu der Bühler Schule.

Auf das Bühnenprogramm stimmt strahlend der Unterstufenchor mit dem Windeck-Song samt Jubiläumsstrophe ein:
Das Gümmi Gymnasium hat Geburtstag!

In der Begrüßung schildert Andrea Körner ihre Erfahrungen gerade auch während der Vorbereitung der Feier. Viele Ehemalige, berichtet sie, blieben dem Windeck über Jahrzehnte hinweg verbunden; einige Schüler seien heute Lehrer, nicht selten besuchten Kinder und Enkel früherer Schüler das Gymnasium.  Sie spricht von vertrauensvollem Miteinander und „Zeichen der Wertschätzung“ – und von ihrem Dank, in den sie Stadtverwaltung und Gemeinderat einschließt, ganz konkret auch OB Schnurr: „Er hat für die Anliegen der Schule immer ein offenes Ohr.“

 
 

In der ersten Gesprächsrunde steht im Fokus, was die Einzelnen mit der Schulzeit verbindet: Lembke hat eine Netzkarte mitgebracht, die für ihn einst „eine Reise in die Andersartigkeit“ bedeutete. Der OB zückt einen Rechenschieber, Judith Feuerer – zweite Vorsitzende des Elternbeirats – einen Ordner mit Windegg-Schülerzeitungen. Claudia Wendenburg, heute Vorsitzende des Fördervereins, erzählt von prägenden Austauschprogrammen und Studienreisen. Anja Bauer, ebenfalls Ex-„Windeckerin“, schildert, wie ihr Lehrer jene, die den Stoff nicht „kapiert“ hatten, „mit nach Hause schleppte“, um sie auf das Abi vorzubereiten.

Erheiternd der Rückblick Körners: Sie habe sich als Grundschülerin bei Botengängen ins Rektorat in die Stundenplan-Stecktafel verliebt, behauptet sie, woraufhin Lembke ausruft: „Eine Romanze!“ Auf die Frage nach dem, was Schule lebendig macht, wird es unterschiedliche Antworten geben: Bauer ruft zum Dialog mit den Schülern auf, zu einer Kultur des Zuhörens; OB Schnurr verweist auf bauliche Voraussetzungen wie die bevorstehende Generalsanierung des Klassentraktes, deren zügige Umsetzung er zusagt. Die Schülersprecherinnen Noreen Tausend und Janina Widmann begründen die Lebendigkeit des Windeck insbesondere mit der Vielfalt an Möglichkeiten, die weit über das Pflichtmaß hinausreichen, von AG’s bis hin zur SMV. Ähnlich wertet es Körner, die die Bedeutung der „Neugier“ der Schüler unterstreicht, über den Tellerrand hinauszuschauen. „Davon lebt unsere Schule, das gibt ihr Esprit.“ Der Elternbeiratsvorsitzende Dirk Striebel schließt sich dem an, greift aber auch die Dringlichkeit der Sanierung auf: „Wir bitten, dass Tempo in die Geschichte kommt.“ Nur nebenbei Erwähnung finden an dieser Stelle all jene, die den Abend mitgestalten, sei es über Flötenmusik, Rope-Skipping, Ballett oder Jazz. Ihre Leistung möge das nicht schmälern: Auch sie waren eine der möglichen Antworten auf die Frage, was Schule lebendig macht.

Dieser Artikel erschien am 28.11.2018. Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung von Kathrin König.