Erst höfisch, dann revolutionär. Geschichtskurs besucht Rastatt

Der vierstündige Geschichtskurs geht dorthin, wo Geschichte gemacht wurde. Am 21. Februar haben alle Schülerinnen und der einzige Schüler, die der aktuellen Krankheitswelle entronnen sind, Rastatt besucht. Als erste Besucher wurde dem Geschichtskurs und Herrn Lembke am Morgen das Schloss Rastatt von der Führerin eigenhändig aufgeschlossen. Über die Stufen der prächtigen badischen Residenz, die in den Jahren um 1700 erbaut worden war, lernten alle konzentriert und würdevoll zu schreiten.

Nun war man bei Hofe, jetzt sollten der Kurs lernen, was es heißt mit Würde und Haltung eine herrschaftliche Person darzustellen. Erst brauchte es Fantasie. Dann folgte Erfahrung. Der gesamte Kurs kleidete sich unter museumspädagogischer Aufsicht in Kostüme mit barocker Anmutung. (Die eine Rokoko-Perücke verschweigen wir hier.) Absolutismus ließ sich im Nachvollzug einer Audienz als Kult des königlichen Monarchen nachspielen und erfahren.

Nach der Mittagspause veränderte sich die Methode des Lernens. Es ging von der Residenz hinüber zur „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte“, kurz des Freiheitsmuseums, wie die Macher dort ihr Haus selbst gerne nennen. Der Geschichtskurs behandelte nun in einer Führung und einem anschließenden Workshop einen thematischen Gegenpol zum Absolutismus: die Revolution von 1848. Freiheitskriege, industrielle Revolution, Hambacher Fest, Barrikadenkämpfe in Berlin und die standrechtliche Erschießung des Demokraten Robert Blum; diese und andere Elemente sollten nun als Teile eines gesellschaftlichen Prozesses verstanden und gewichtet werden.

Kurs und Lehrer waren sich einig: der Tag war bunt, informativ und lehrreich. Unterschiedliche Zugänge zu geschichtlichen Themen ermöglichten unterschiedliche Erfahrungen und Aha-Momente.