Bericht Spanienaustausch 2017

Am Mittwoch, den 18.10.17, trafen wir (die Mitglieder der Spanisch-AG) uns um 12:30 voller Vorfreude am Flughafen Karlsruhe Baden Baden. Da bis zum Abflug um 14:00 Uhr noch Zeit war, konnten wir uns noch über unsere Vorstellungen, Erwartungen sowie auch Ängste austauschen. Langsam aber sicher hieß es dann Abschied von Freunden und Familien zu nehmen, denn es ging zum Einchecken. Nur noch ein paar Minuten, dann konnten wir in den Flieger einsteigen und uns auf die spanische Sonne freuen.

Doch der Flug sollte noch der leichteste Teil der Reise sein. Am Flughafen in Girona angekommen, schloss sich eine 1-stündige Busfahrt über die Autobahn nach Barcelona an. Von dort fuhren wir noch eine gute Stunde mit dem Zug – nicht etwa durch die spanische Sonne, sondern durch ein heftiges Unwetter. Am Bahnhof von Vilafranca angekommen, wurden wir von unseren Austauschschülern bzw. Gastfamilien herzlich empfangen. Erschöpft von der langen Reise, welche insgesamt 6 Stunden dauerte, wollten wir nur noch ein warmes Bett. Nun trennten sich unsere Wege und die Gastfamilien nahmen uns im strömenden Regen mit nach Hause. Viel Zeit zum Kennenlernen blieb an diesem Abend nicht mehr, nach dem Abendessen hieß es sich erholen, eine anstrengende, aber wunderschöne Woche stand uns bevor.

Der Donnerstag war der erste Tag mit einem vollen Programm. Um 7:00 Uhr klingelte der Wecker – Schule stand auf dem Programm. Das erste Frühstück mit den Gastfamilien verlief sehr ruhig, da alle – inklusive Hund – noch schlaftrunken waren. Es gab Schokocroissants und Muffins mit einem heißen Kakao. Frisch gestärkt machten wir uns nun auf den Weg zur Schule, welche große Unterschiede zu deutschen Schulen aufwies. In der Schule angekommen, trafen wir auch die anderen Schüler wieder, schon nach einem Tag gab es eine Menge zu erzählen. Der Unterricht war nicht besonders spektakulär, wir saßen alle zusammen bei einer spanischen Klasse im Unterricht. Die Zeit verging wie im Flug und nach der ersten Pause trafen wir uns in der Aula zu einer Führung durch Vilafranca. Trotz des immer noch schlechten Wetters genossen wir die Führung sehr. Wir besichtigten zum Beispiel die Bibliothek sowie das Rathaus von Vilafranca. Die Häuser waren im Gegensatz zu deutschen Häusern hoch, eng aneinander gebaut und etwas heruntergekommen. Nach dieser interessanten Führung hatten wir für den Nachmittag Freizeit mit den Gastfamilien. Von einem ausgiebigen, reichhaltigen Mittagessen gestärkt, konnte jeder seinen Nachmittag in vollen Zügen genießen.

Am Freitag, den zweiten Tag unseres Spanischaustausches, stand für viele ein Highlight auf dem Programm – Sitges. Diese wunderschöne Stadt ist nicht nur bei Touristen sehr beliebt, auch wir konnten sie an diesem Tag hautnah erleben. Nach dem Frühstück trafen wir uns an der Schule, von der wir zur Bushaltestelle liefen. Kurze Zeit später fuhren wir nach Sitges. Dort angekommen gab es zuerst eine kleine Führung, in der uns die wichtigsten Gebäude der Stadt gezeigt und etwas über sie erzählt wurde. Anschließend hatten wir einen ganzen Nachmittag Freizeit. Als erstes schlenderten wir ein bisschen durch die Gassen, um uns anschließend in einem Restaurant niederzulassen und Tapas zu essen. Und was fehlt noch? – Richtig, eine Runde schwimmen im Meer. Nach diesem langen Tag waren wir alle müde und freuten uns auf unsere Betten. Und so gingen wir auch nach einem recht kalorienreichen Abendessen ins Bett, um uns für die nächsten Tage zu erholen.

Am Wochenende hatten wir Freizeit in den Gastfamilien. Weil das Wetter sehr schön und sonnig war, waren viele am Strand; man konnte sogar im Meer schwimmen. Einige haben aber auch die Zeit genutzt, um sich die schöne und vielfältige Stadt Barcelona anzuschauen, andere haben einfach etwas mit ihren Austauschschülern in  Vilafranca unternommen. In den Familien konnten wir auch spanische/katalanische Traditionen kennenlernen und zuhause oder in einem Restaurant für diese Region typisches, mit Öl verfeinertes  Essen zu probieren, das überraschend sehr gut schmeckte. So vergingen die zwei Tage wie im Flug und der Austausch neigte sich leider schon ein bisschen dem Ende zu.

Am Montag ging es dann wieder in die Schule und wir haben uns über unser Wochenende ausgetauscht. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Schule marschierten wir zum Bahnhof und fuhren mit dem Zug zu der Schokoladenfabrik „Xocolatería Simón Coll“. Dort angekommen, roch man schon von außen den Duft von Schokolade. In der Fabrik hörten wir uns eine sehr interessante Präsentation über die Firma und die Herstellung von Schokolade an. Die Präsentation war vor allem so interessant, weil es um Schokolade ging und man sehr viel probieren und auch anfassen durfte. Nach der Präsentation hatten wir noch die Möglichkeit, in den Schokoladenladen, der zu der Fabrik gehörte, zu gehen. Viele von uns nutzten diese Gelegenheit, um Schokolade für Freunde und Familien zu kaufen. Nachdem alle mit Schokolade versorgt waren, gingen wir einige Meter weiter zu einem Cava-Museum. Dort erfuhren wir sehr viel über die Geschichte des katalanischen Sekts und wie dieser hergestellt wird. Danach ging es dann wieder zum Bahnhof und von dort aus zurück nach Vilafranca zu den Gastfamilien.

Am Dienstag, dem vorletzten Tag, stand uns eine lange Zugfahrt bevor, weil wir einen Ausflug nach Tarragona unternahmen. Diese Stadt, die früher von den Römern besetzt war, erwartete uns mit ihren Ruinen und alten Gemäuern, die an die damaligen Zeiten erinnerten. Dort angekommen, wurden wir von einer netten Reiseführerin durch einen Teil der Stadt geführt, während sie uns etwas über die noch erhaltenen Ruinen erzählte. Dadurch, dass wir direkt vor den Ruinen standen, konnte man sich viel besser vorstellen, wie es dort früher einmal ausgesehen haben könnte. Die Führung endete in einem Amphitheater, welches direkt neben dem Meer war, sodass wir nach der Führung die Gelegenheit nutzten, ans Meer zu gehen und sich einige sogar die Badehose anzogen und sich ins Wasser stürzten. Nach dem Aufenthalt am Meer mussten wir dann leider schon wieder an den Bahnhof zurück und uns von Tarragona verabschieden. In Vilafranca angekommen, war der Tag jedoch noch nicht zu Ende, weil wir auf dem Rückweg von Tarragona beschlossen hatten, dass wir uns noch alle in einem Restaurant treffen und gemeinsam etwas trinken und evtl. noch eine Kleinigkeit essen wollen. So gingen wir abends noch gemeinsam mit den Austauschschülern in ein Restaurant und ließen den Abend entspannt ausklingen. Als dann alle wieder bei ihren Gastfamilien waren, mussten Koffer gepackt werden, weil der Tag der Abreise bevorstand.

Nun war der letzte Tag angebrochen und es war an der Zeit, sich von den Gastfamilien zu verabschieden und nochmal für alles DANKE zu sagen. Alle waren sehr traurig, da uns die Familien sehr ans Herz gewachsen waren und sie sich gut, um uns gekümmert hatten. Wir nahmen all unsere Sachen, die wieder mit nach Deutschland mussten, und verließen ein letztes Mal die Wohnung unserer Gastfamilien. In Begleitung der Austauschschüler gingen wir in die Schule und durften nochmal an einer Unterrichtsstunde teilnehmen. Die Schüler hatten gerade Englisch und wir hatten die Ehre, ihnen noch einige Fragen über Deutschland zu beantworten. Darauf konnten wir noch eine Pause miterleben und auch einige Freunde unserer Austauschschüler kennenlernen. Es war nicht zu übersehen, dass einige Schüler traurig waren, da der Abschied näher rückte. So nahmen wir am Ende der Pause unsere Koffer und gingen gemeinsam mit unseren spanischen Austauschpartnern zum Bahnhof, wo der Abschied stattfinden sollte. Ca. 10 min. bevor unser Zug kam, mussten die Schüler leider schon wieder zum Unterricht. Es wurden noch die letzten gemeinsamen Fotos geschossen. Der endgültige Abschied war so traurig, dass bei den meisten von uns Tränen flossen. Einige Zeit, nachdem die Austauschschüler gegangen waren, kam unser Zug und es war Zeit, auch von Vilafranca Abschied zu nehmen.

Mit dem Zug ging es dann nach Barcelona und von dort dann mit dem Bus nach Girona zum Flughafen. Während der Busfahrt ließen wir uns noch einmal die schönen Momente mit unseren Austauschschülern und deren Familien durch den Kopf gehen, während viele Musik hörten. Am Flughafen ging es dann unter etwas Zeitdruck, aber ohne größere Komplikationen, ins Flugzeug in Richtung Heimat. Am Baden-Airpark angekommen, wurden wir von unseren Familien und auch Freunden herzlich empfangen und hatten viel zu erzählen.

Adrian Stapper, Levin Springer, Marwin Looschen (10b)

Spanischinterview: Marie Gerspach und Lena Dinger