Forschungsexpedition „Nordkap 2017“: Reisebericht

Durch meine Erdkundelehrerin, Frau Zeidler, erfuhr ich vom Institut für Jugendmanagement Heidelberg und der Möglichkeit über diese an den „Master Mint Forschungsexpeditionen“ teilzunehmen. Mein Interesse und Forschergeist war sofort geweckt, weshalb ich mich nach Rücksprache mit der Stiftung, eigentlich darf man erst ab 13 Jahren an den Expeditionen teilnehmen, für die Expedition ans Nordkap bewarb. Als ich kurz vor Weihnachten die Zusage in der Post fand, freute ich mich riesig und widmete mich auch gleich der Aufgabe, Förderer zu gewinnen, die mich bei dieser Expedition unterstützen. Da die Expedition 1650 Euro kostete, schrieb ich verschiedene Firmen in der näheren Umgebung an und bat um deren finanzielle, aber auch materielle Unterstützung. So gelang es mir, die Unkosten zu decken und mich mit dem notwendigen Equipment, wie z. B. Laptop und Rucksack, auszustatten. Bis ich jedoch am 11. Mai mit meiner Forschungsgruppe zum Nordkap aufbrechen konnte, musste ich noch per Online-Kurs Scheine im Bereich Excel, Power Point und Word erwerben, da dies erforderlich war, damit alle Teilnehmer problemlos die erhobenen Daten und Forschungsergebnisse in einer Dokumentation festhalten konnten.
Am 11. Mai ging es dann endlich los. Unsere Gruppe bestand aus 9 Jugendlichen, 6 Mädchen und 3 Jungs, alle, außer mir, im Alter zwischen 15 und 18 Jahren und zwei Betreuern. Obwohl ich nicht wusste wer mit mir zum Nordkap reisen würde, freute ich mich sehr darauf.
So fuhren wir nach einem ersten Meet and Greet von Heidelberg nach Puttgarden. Von dort aus ging es über Nacht auf die Fähre, so dass wir am nächsten Tag gleich Kopenhagen besichtigen konnten und abends unser Hotel in Malmö bezogen. Am nächsten Tag fuhren wir von Malmö nach Bromma, nahe Stockholm. Unterwegs besuchten wir einen Elchpark und den Nationalpark „Store Mossen“. Von dort fuhren wir mit unserem Expeditionsbus Richtung Umea, mit Halt im Nationalpark „Skuleskogen“. An Tag 5 führte unser Weg nach Rovaniemi/Levi. Nachdem wir die Zeitzone beim Grenzübertritt nach Finnland gewechselt hatten, überquerten wir am Ende des Tages den Polarkreis. Traditionell wurde der Forschungsbus von uns Forschern über den Breitengrad, der das Polargebiet von der Klimazone der Gemäßigten Breiten abtrennt, geschoben. Danach besuchten wir den Hauptsitz des Weihnachtsmannes in „Santa Claus Village“, bevor wir unser Hotel in Honningsvag bezogen. Langsam machte sich der Schlafmangel bei uns bemerkbar, denn täglich legten wir große Strecken zurück, arbeiteten in wechselnden Gruppenkonstellationen in den Bereichen Flora und Fauna, Klima und Gewässer, Mensch, Kultur, Sprache und Infrastruktur, Industrie und Wirtschaft. So sammelten wir viele Daten, entnahmen verschiedene Boden- und Wasserproben, hielten unsere Erlebnisse in unzähligen Fotos fest und arbeiteten abends, bis 24 Uhr, oder länger, an den Präsentationen und der Gesamtdokumentation der Expedition. Am nächsten Tag ging es weiter nach Alta. Auf dem Weg dorthin konnten wir die idyllische Landschaft Norwegens bewundern, erneut Daten sammeln, Bodenproben entnehmen und Einheimische befragen. Der 6. Tag unserer Expedition war der Höhepunkt, da wir nach einer langen Fahrt entlang der norwegischen Fjorde endlich das Nordkap erreichten. Dort durften wir auch das Phänomen der Mitternachtssonne kennenlernen. Am nächsten Tag schlugen wir dann die Route heimwärts ein. Auf den kurvigen Straßen, entlang imposanter Felswände, ging es zurück nach Finnland, genauer gesagt nach Levi. Tag 9 führte uns von Levi nach Kuopio, weshalb wir erneut die Zeitzone wechselten und enorme Temperatursprünge, von 5 °C am Morgen, bis 19,5 °C am Nachmittag, erlebten. Zu diesem Zeitpunkt hieß es auch, dass wir langsam unsere Enddokumentation fertigstellen mussten. Wie auch die Tage zuvor, bedeutete dies, dass wir während der langen Busfahrten, aber auch abends im Hotel fleißig all unsere Daten, Messungen, Befragungen und Bilder bearbeiteten. Auch wenn wir nachts nie länger als fünf Stunden schlafen konnten, so waren wir doch alle sehr motiviert und dankbar für die wunderbaren Eindrücke, die wir auf dieser Expedition sammeln durften. Am 10. Tag fuhren wir von Kuopio nach Helsinki, wo wir eine Stadtführung von einem Guide erhielten. Von Helsinki ging es weiter nach Turku auf die Fähre. Diese brachte uns über Nacht nach Schweden, genauer gesagt nach Stockholm. Auch dort erhielten wir wieder eine Stadtführung, bevor es ins Hotel nach Växjö ging. Von Växjö fuhren wir nach Trelleborg, von dort aus ging es dann mit der Fähre nach Travemünde und mit unserem Expeditionsbus zurück nach Heidelberg. Ziemlich müde, aber sehr glücklich holten mich meine Eltern am 23. Mai wieder in Heidelberg ab.
Auch wenn ich mit 11 Jahren deutlich jünger war als meine Forschungskollegen, so habe ich mich trotzdem sehr wohl gefühlt, habe viel gesehen und werde noch lange davon zehren.
Mein persönliches Fazit lautet: „Ich habe auf der Forschungsexpedition gelernt wissenschaftlich und effizient zu arbeiten, auch wenn der Weg manchmal steinig war!“
Abschließend möchte ich mich ganz herzlich bei meinen Lehrerinnen und Lehrern, dem Förderverein und folgenden Förderern für Ihre Unterstützung bedanken:
AXA Regionalvertretung Walter Kohler, Haas & Haas GmbH Bauunternehmen, GRENKE AG, Niko GmbH Maschinen- und Fahrzeugbau, Jack Wolfskin Store Baden-Baden, Hördener-Holzwerk GmbH, Sparkasse Bühl, sowie Bau 72 Wohn- und Industriebau GmbH.

Bastian Komotzki